Israel

Oberstes Gericht berät über Koalitionsvereinbarung

Im Obersten israelischen Gericht in Jerusalem am Sonntag, den 3. Mai 2020 Foto: Flash 90

Israels Oberstes Gericht hat am Montag über Petitionen gegen eine Koalitionsvereinbarung von Regierungschef Benjamin Netanjahu mit seinem Rivalen Benny Gantz beraten. Eine Entscheidung steht voraussichtlich vor Donnerstagabend an.

Bürgerrechtler lehnen die Vereinbarung Netanjahus mit Gantz vom Block Blau-Weiß, die eine Rotation im Amt des Ministerpräsidenten vorsieht, als gesetzeswidrig ab. Es war kritisiert worden, dass für die Koalitionsvereinbarung grundlegende Gesetze geändert werden müssen.

Mandat Am Sonntag hatte das Gericht in Jerusalem zudem über Petitionen beraten, die fordern, Netanjahu dürfe wegen einer Korruptionsanklage nicht erneut Regierungschef werden. Derzeit liegt das Mandat zur Regierungsbildung bei der Knesset.

Bis Donnerstagabend muss das Parlament einen Abgeordneten für die Regierungsbildung benennen. Dieser hätte dann zwei Wochen Zeit, eine Koalition zu schmieden.

Es wurde daher damit gerechnet, dass das Oberste Gericht seine wegweisende Entscheidung zu beiden Themen vor Ablauf der Frist am Donnerstag treffen wird. Sollte das Gericht entscheiden, dass Netanjahu nicht Ministerpräsident werden kann, droht Israel die vierte Parlamentswahl seit April 2019.

klauseln Die Richter kritisierten am Montag Teile der Koalitionsvereinbarung, wie die Nachrichtenseite ynet berichtete. Das Gericht hat Netanjahus Likud-Block und Blau-Weiß demnach aufgefordert, binnen 24 Stunden Erklärungen zu umstrittenen Klauseln der Vereinbarung vorzulegen.

Nach der Parlamentswahl am 2. März hatte sich Netanjahu mit Gantz darauf geeinigt, eine Koalition zu bilden. Israel hat binnen eines Jahres bereits drei Mal gewählt.

Danach hatte eine Pattsituation zwischen dem rechts-religiösen und dem Mitte-Links-Block eine Regierungsbildung lange verhindert. Netanjahus rechtskonservative Likud-Partei wurde mit 36 von 120 Mandaten die stärkste Fraktion im Parlament.

Die Generalstaatsanwaltschaft wirft Netanjahu Betrug und Untreue sowie Bestechlichkeit vor. Der Regierungschef hat alle Vorwürfe zurückgewiesen. Der Prozess gegen den Likud-Vorsitzenden soll am 24. Mai beginnen. dpa

Beit Lid

Nach Festnahme eines Wehrdienst-Verweigerers: Tausende Haredim demonstrieren

Einzelne Teilnehmer versuchten, einen Zaun vor dem Gefängnis niederzureißen

 21.07.2026

Flugverkehr

Wegen des Krieges: Dutzende Flugausfälle pro Tag möglich

Die Amerikaner wollen weitere fliegende Tanker schicken. Die Konsequenzen: Tausende Passagiere pro Tag könnten ohne Flugverbindung dastehen

 21.07.2026

Photo by Al-Aqsa TV/UPI Photo via Newscom picture alliance

Gaza

Khalil al-Hayya wird neuer Hamas-Führer

Knapp zwei Jahre nach der Tötung ihres Anführers Yahya Sinwar durch die israelische Armee hat die radikalislamistische Hamas mit Khalil al-Hayya offenbar einen neuen Chef

 20.07.2026

Tel Aviv

Zamir warnt Iran vor Angriffen auf Israel

»Wir werden mit großer Stärke gegen jeden vorgehen, der uns schadet«, sagt der Generalstabschef, nachdem Trümmer einer iranischen Rakete auf Israel niedergegangen sind

 20.07.2026

Protest

Minister und Aktivisten demonstrieren für Wiederaufbau von Siedlungen in Gaza

Sicherheitsminister Itamar Ben-Gvir setzt sich seit Jahren für israelische Siedlungen im gesamten Gazastreifen ein. Premier Netanjahu lehnt das ab

 20.07.2026

Berlin

Humboldt-Universität will weiter mit Israel kooperieren

Die Berliner Humboldt-Universität ist gegen einen Boykott israelischer Hochschulen. Das Studierendenparlament hatte zuletzt einen Abbruch der Beziehungen gefordert

 20.07.2026

7. Oktober

»Die Ärzte beschlossen, ihn zu erschießen«

Hanan Yablonka wurde von Hamas-Terroristen in den Gazastreifen entführt und getötet. Nun hat erstmals seine Schwester Avivit Yablonka Abady über Hanans letzte Minuten gesprochen

 20.07.2026

Ben-Gurion-Flughafen

Randale an Bord: Drei Israelis in Lufthansa-Maschine festgenommen

Die Polizei muss Gewalt anwenden, da die Passagiere keine Einsicht zeigen und Beamte angreifen

 20.07.2026

Ulaanbaatar

Angriff auf israelische Touristen in der Mongolei

Während der Attacke riefen die Angreifer »Heil Hitler« und »Verschwindet von hier«

 20.07.2026