Pandemie

Nur noch 38 Neuinfektionen

In Israel nimmt das Leben wieder seinen Lauf. Foto: Flash90

Lediglich 38 Neuinfektionen mit dem Coronavirus wurden am Sonntag in Israel gemeldet. Die Positivrate der Tests lag damit bei 0,5 Prozent, die niedrigste in einem Jahr, wie das Gesundheitsministerium in Jerusalem mitteilte. Derweil hebt die Regierung immer mehr Restriktionen auf, die wegen der Pandemie eingeführt worden waren.

In den Krankenhäusern werden derzeit noch 153 Patienten behandelt, die ernsthaft an Covid-19 erkrankt sind. 91 Menschen müssen noch künstlich beatmet werden. Insgesamt erlagen 6350 Menschen den Folgen der Atemwegserkrankung. Am Freitag war zum ersten Mal seit zehn Monaten niemand an Covid-19 gestorben.

KINDER Mittlerweile sind fünf Millionen in dem Neun-Millionen-Staat komplett geimpft. Damit haben mehr als 55 Prozent der Gesamtbevölkerung und mehr als 80 Prozent der Menschen über 16 Jahre in Israel das Vakzin erhalten. Nach der Anerkennung des Impfstoffes von BioNtech/Pfizer durch die US-Behörde für die Überwachung von Lebens- und Arzneimitteln FDA will die Regierung in Jerusalem die Impfkampagne auf Kinder im Alter von zwölf bis 16 Jahren erweitern.    

Der Coronaberater der Regierung, Nachman Ash, verkündete bereits, dass weitere Beschränkungen gestrichen werden sollen. Derzeit ist es in Innenbereichen 20 Menschen und unter freiem Himmel 100 erlaubt, zusammenzukommen. In der vergangenen Woche war die Pflicht, draußen Gesichtsmasken zu tragen, aufgehoben worden.

»Wir sind bei Zahlen angelangt, von denen wir vor sechs Monaten nur träumen konnten.«

Kulturminister Chili Tropper

Derweil geht das Leben in Israel immer mehr seinen normalen Gang. Auf Wunsch des Gesundheitsministeriums soll die Begrenzung der Höchstzahl für geimpfte Personen bei Konzerten, Sportwettbewerben oder sonstigen kulturellen Veranstaltungen demnächst wegfallen. Inhaber des sogenannten »grünen Passes« könnten dann ohne Zahlenbeschränkungen Veranstaltungen dieser Art besuchen. Kinder und Nicht-Geimpfte dürfen nach einem negativen Corona-Schnelltest daran teilnehmen.

Auch Künstler aus dem Ausland sollen bald wieder die Israelis unterhalten. Der holländische Geigenstar André Rieu hat bereits zwei Konzerte für den November in Tel Aviv angekündigt.

BETEILIGUNG »Aufgrund der Impfungen ist die Morbidität in Israel auf einem Tiefstand angekommen, der seit der Pandemie nicht gesehen wurde. Deshalb ist der Großteil der Wirtschaft geöffnet. Und dies kann sogar erweitert werden«, erklärte Gesundheitsminister Yuli Edelstein. Kulturminister Chili Tropper fügte hinzu: »Wir sind bei Zahlen angelangt, von denen wir vor sechs Monaten nur träumen konnten. Alles durch die außerordentliche Beteiligung der Bevölkerung«.   

Zusammenkünfte sollen Draußen bald bis 500 Personen erlaubt sein, drinnen bis 50. Der Nahverkehr, der derzeit um 25 Prozent reduziert ist, soll wieder vollständig im Einsatz sein. Masken werden jedoch zunächst im Innenbereich weiterhin getragen werden müssen – auch von Geimpften. Die Neuerungen sollen am 6. Mai in Kraft treten.

Israelische Zeitungen

Wahlergebnisse

»Sieg der Extreme«

Nach dem AfD-Erfolg in Mecklenburg-Vorpommern wächst in Israel die Aufmerksamkeit für Deutschlands politische Verschiebung

von Sabine Brandes  22.09.2026

Debatte

Wehret den Anfängen gilt rechts und links

Ein Offener Brief an Bischof Christian Stäblein vom Evangelischen Arbeitskreis der CDU Berlin/Brandenburg

von Cornelia Seibeld  22.09.2026

Reaktionen

Besorgnis in Israel nach Berlin-Wahl

Der Wahlsieg der Linken sorgt vor allem mit Blick auf Antisemitismus und das jüdische Leben in der deutschen Hauptstadt für Aufmerksamkeit in israelischen Medien

von Sabine Brandes  22.09.2026

Umfrage

Mehrheit sieht keine Chance für friedliche Zwei-Staaten-Lösung

Eine friedliche Koexistenz ist für eine Mehrheit der Israelis und eine noch größere Mehrheit der Palästinenser im Westjordanland und in Ostjerusalem derzeit nicht vorstellbar

 22.09.2026

Alei Zahav

Terroranschlag im Westjordanland: Vater rettet seinem Sohn das Leben und stirbt

»Papa, ich möchte dir für 16 gemeinsame Jahre danken. Danke, dass du mir zugerufen hast, als der Terrorist kam«, sagte der 16-Jährige Yoav bei der Beerdigung seines Vaters

 22.09.2026

Meinung

Berlin bekommt, was es verdient!

Ein Kommentar von Chefredakteur Philipp Peyman Engel zum Erdrutschsieg der Linkspartei in der Hauptstadt

von Philipp Peyman Engel  20.09.2026

Jerusalem

Ein toter Israeli bei Terroranschlag im Westjordanland

Kurz vor Beginn von Jom Kippur kommt es zu zwei Terroranschlägen im von Israel besetzten Westjordanland. Ein israelischer Zivilist und einer der angreifenden Palästinenser werden getötet

 20.09.2026

Jerusalem

Präsident Herzog begnadigt verurteilten Ex-Soldaten Elor Asaria

Israels Präsident lässt einen Strafregistereintrag des ehemaligen Soldaten löschen, der 2016 einen am Boden liegenden, palästinensischen Attentäter tötete. Die israelische Armee war laut Berichten dagegen

 20.09.2026

Kommentar

Wo ist mein Berlin, in dem es keinen Hass auf Juden mehr geben sollte?

Unsere Gastautorin Dorothea Schupelius warnt vor der unheiligen Allianz der Linkspartei mit radikalen Muslimen - und vermisst das Berlin, in dem sie aufgewachsen ist

von Dorothea Schupelius  20.09.2026