USA

Nikki Haley verteidigt Hilfe für Israel

Nikki Haley verteidigte die amerikanische Hilfe für Israel während der Debatte der republikanischen Bewerber für die Präsidentschaftskandidatur. Foto: picture alliance / Newscom

In den Vereinigten Staaten von Amerika diskutierten am Mittwoch (Ortszeit) republikanische Bewerber für die Präsidentschaftskandidatur über Abtreibung, Bildung, Kriminalität, die Landesgrenzen und den russischen Angriffskrieg in der Ukraine. Auf dem ultra-konservativen Kanal Fox News ging es auch um den einzigen Bewerber, der nicht anwesend war: den inzwischen vierfach angeklagten Donald Trump.

Aufschlussreich war ein eher heftiger Austausch zwischen der früheren Gouverneurin von South Carolina, Nikki Haley, und ihrem erst 38 Jahre alten Konkurrenten Vivek Ramaswamy, der wie sie aus einer Familie indischer Einwanderer stammt. Stein des Anstoßes war seine Aussage zum Thema Israel.

Untypische Position Vergangene Woche hatte Ramaswamy erklärt, die USA müssten ihre Hilfe für Israel reduzieren. Für Politiker der konservativen Republikaner ist dies eine untypische Position, für die er von Nikki Haley verbal angegriffen wurde: »Sie haben keine Außenpolitik-Erfahrung - und dies merkt man.«

Dann holte sie zu einem Rundumschlag aus, der auch andere außenpolitische Themen einbezog: »Er möchte die Ukraine an Russland übergeben, er möchte zulassen, dass China Taiwan frisst, er möchte die Finanzierung Israels einstellen.« Nikki Haley fügte hinzu: »Das tust du deinen Freunden nicht an, sondern du stehst stattdessen hinter ihnen.«

Ramaswamy schaltete daraufhin in den Schadensbegrenzungsmodus. Er schien sich darüber bewusst zu sein, dass sein Israel-Kurs nicht gut ankam. »Unsere Beziehung zu Israel würde nie stärker sein als am Ende meiner ersten Amtszeit«, so der junge Politiker, der ursprünglich aus Ohio stammt. »Aber dies ist keine Kundenbeziehung, sondern eine Freundschaft. Wissen Sie, was Freunde tun? Freunde helfen sich gegenseitig, auf eigenen Beinen zu stehen.«

Iranische Atomwaffen Dann kündigte er an, er werde die Abraham-Abkommen neu auflegen, in deren Rahmen Israel und mehrere muslimische Staaten eine Normalisierung ihrer Beziehungen beschlossen hatten. Auch wolle er dafür sorgen, dass sich der Iran niemals nuklear bewaffnen könne.

»Wissen Sie, was ich an den Israelis liebe? Ich liebe ihre Grenzpolitik, ich liebe ihre strenge Kriminalitätspolitik, ich liebe, dass sie eine nationale Identität und das Iron-Dome-System haben, um ihr Heimatland zu schützen. Dies möchte ich von unseren Freunden lernen«, sagte der Bewerber Ramaswamy zu seiner Verteidigung.

Diese Ausführungen überzeugten Nikki Haley, die frühere UNO-Botschafterin unter Präsident Trump, nicht. »Nein, Sie wollen die Hilfe einstellen. Ich sage Ihnen Folgendes: Es ist nicht so, dass Israel Amerika brauchen würde. Vielmehr braucht Amerika Israel.« Haley ist seit jeher eine starke Verfechterin einer pro-israelischen Politik. Bei den Vereinten Nationen verurteilte und bekämpfte sie anti-israelische Tendenzen.

Republikanisches Urgestein Abgesehen von Nikki Haley und Vivek Ramaswamy waren der frühere Vizepräsident Mike Pence, der Gouverneur von Florida, Ron DeSantis, sein Kollege aus North Dakota, Doug Burgum, der frühere Gouverneur New Jerseys, Chris Christie, Senator Tom Scott aus South Carolina und das republikanische Urgestein Asa Hutchinson dabei.

Donald Trump beantwortete zur selben Zeit Interviewfragen des rechtsextremen Online-Moderators und Verschwörungstheoretikers Tucker Carlson, der vor wenigen Monaten von Fox News gefeuert worden war.

Rüstung

Israel beschleunigt Produktion von Arrow-Abfangraketen

Israel will die Produktion seiner Arrow-Abwehrraketen deutlich steigern. Ziel ist es, den Vorrat zu erhöhen und die Verteidigungsfähigkeit angesichts ständiger Angriffe auszubauen

 06.04.2026

Krieg

Angriffe von drei Seiten auf Israel

Koordinierte Angriffe aus dem Iran, dem Libanon und dem Jemen treffen Israel

 06.04.2026

Krieg

Weiterer Raketenangriff auf Großraum Tel Aviv

Nach neuen Raketenangriffen auf Tel Aviv gibt es Berichte über mehrere Einschläge und Verletzte. Bilder zeigen zerstörte Hausfassaden

 06.04.2026

Krieg

Zwei weitere Tote nach Raketenangriff in Haifa geborgen

Nach einem iranischen Raketenangriff in der israelischen Hafenstadt Haifa wurden zwei weitere Tote geborgen. Insgesamt sterben vier Menschen, darunter Angehörige zweier Generationen einer Familie

 06.04.2026

Standpunkt

Die Militäroperation gegen das Mullah-Regime ist eine historische Chance

Ein Gastbeitrag von Roderich Kiesewetter, Bundestagsabgeordneter (CDU) und Mitglied des Auswärtigen Ausschusses

von Roderich Kiesewetter  06.04.2026 Aktualisiert

Die israelische Raketenabwehr hat eine aus dem Libanon anfliegende Terror-Rakete im Visier.

Kriegsverbrechen

Iran greift Großraum Tel Aviv erneut mit Streumunition an

Der Iran setzt laut Medien erneut Streumunition bei Angriffen auf Tel Aviv und Haifa ein. Human Rights Watch sieht dadurch eine langfristige Gefahr für Zivilisten

 06.04.2026

Debatte

Antisemitismus und Israel-Hass: Auswärtiges Amt rügt Goethe-Institut für Ausstellung

Um die palästinensisch-amerikanische Künstlerin Basma al-Sharif gab es wegen Social-Media-Posts zuletzt Wirbel. Das gilt auch für die Teilnahme an einer Ausstellung in Vilnius

 04.04.2026

Modschtaba Chamenei

Wo ist der neue Ayatollah?

Der »Oberste Führer« des Iran ist seit seiner Wahl nicht öffentlich aufgetreten. Ist er noch am Leben?

von Sabine Brandes  04.04.2026

Beirut

Israel: Hochrangiger Hisbollah-Kommandeur getötet

Im Krieg zwischen Israel und der libanesischen Terrororganisation ist keine Deeskalation in Sicht. In der Nacht trifft ein heftiger israelischer Angriff erneut Ziele in Beirut

 01.04.2026