Nahostreise

Nichts Neues aus Bethlehem

US-Präsident Donald Trump und Palästinenserpräsident Mahmud Abbas (v.l.) Foto: dpa

Die Stadt des Friedens heißt den Mann des Friedens willkommen, so stand es auf großen Plakaten, die, mit den Konterfeis von US‐Präsident Donald Trump und Palästinenserpräsident Mahmud Abbas, am Straßenrand von Bethlehem aufgestellt waren.

Doch der Terror war bei diesem Treffen am Dienstag allgegenwärtig. Beide Politiker sprachen zunächst den Opfern und Angehörigen des Anschlages in Manchester ihr tiefes Mitgefühl aus. Mindestens 22, vorwiegend junge Menschen, sind dabei getötet und Dutzende verletzt worden.

Es war der zweite Tag des Besuchs von US‐Präsident Donald Trump und der Tag, an dem er sich mit Palästinenserpräsident Abbas traf. Abbas sagte, es sei ein Traum der Palästinenser, Frieden zu erleben. Man wolle Seite an Seite mit Israel leben.

ost‐jerusalem »Es geht nicht um einen Kampf der Religionen, wir haben kein Problem mit dem Judentum oder Israel. Wir haben ein Problem mit der Besatzung«, erläuterte Abbas und betonte die Bedeutung eines Friedensabkommens in den Grenzen von 1967, Ost‐Jerusalem als Hauptstadt eines Palästinenserstaates und dessen Anerkennung durch Israel. »Wir haben die Vision von einer Region ohne Gewalt und Aufwiegelung, wollen Brücken statt Mauern bauen.«

Außer dem Wort »Aufwiegelung« beinhaltete das Statement Abbas’ für Nahostexperten nicht viel Neues aus den palästinensischen Gebieten.

Abbas sprach auch den Hungerstreik palästinensischer Gefangener in israelischen Gefängnissen an, der nunmehr in den 38. Tag geht. Das musste er wohl, um bei seinen Parteigenossen und der Bevölkerung nicht an Glaubwürdigkeit zu verlieren, sind sich Experten einig.

»tag des zorns« Im Vorfeld des Besuches hatten einige radikale Palästinensergruppen zu einem »Tag des Zorns« aufgerufen, in Gaza verbrannten Demonstranten amerikanische und israelische Flaggen. Es war auch zu Ausschreitungen zwischen Palästinensern und Sicherheitskräften in Israel gekommen.

Trump betonte, dass die USA helfen wollen, den Traum der Palästinenser zu erreichen, betonte jedoch, dass Frieden niemals dort wurzeln könne, wo Gewalt toleriert wird. Er freue sich darauf, »eng mit dem israelischen Regierungschef Benjamin Netanjahu und Abbas zusammenzuarbeiten«. Details darüber, wie sich diese Zusammenarbeit gestalten solle, sprach Trump auch hier nicht an. Allerdings sagte er, dass man sich darauf konzentrieren müsse, die palästinensische Wirtschaft anzukurbeln, die sich in einem schlechten Zustand befinde.

Yad Vashem Anschließend fuhr Donald Trump in die Holocaust‐Gedenkstätte Yad Vashem, um einen Kranz niederzulegen und eine Ansprache zu halten. Zuvor war er dafür kritisiert worden, dass es sich lediglich um einen kurzen Abstecher von einigen Minuten handeln soll.

Die eigentliche Rede wird Trump am frühen Nachmittag im Jerusalemer Israel‐Museum halten. Gegen 17 Uhr Ortszeit fliegt der US‐Präsident weiter nach Rom, um im Vatikan den Papst und später europäische Staatsoberhäupter zu treffen.

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