Lotto

Nichts als reiner Zufall

Statistik-Professor Zvi Gilula: »Es ist alles Glückssache.« Foto: Flash 90

»Wer in Israel nicht an Wunder glaubt, der ist kein Realist«, sagte einst Israels erster Premier David Ben-Gurion. Er scheint damit recht gehabt zu haben: Das zeigt das Ergebnis der Lottoziehung vom vergangenen Wochenende. Ein Ereignis, dessen statistische Wahrscheinlichkeit so hoch ist »wie die Entdeckung anderer Lebensformen auf dem Mars«, sagt Zvi Gilula, Professor für Statistik an der Hebräischen Universität in Jerusalem. Zweimal innerhalb von drei Wochen wurden dieselben Zahlen gezogen: 13, 14, 26, 32, 33 und 36. Doch damit nicht genug: Gleich drei Spieler hatten alles inklusive Zusatzzahl richtig getippt, 92 »nur« sechs Richtige: Eine außergewöhnlich große Zahl von Gewinnern, teilte die staatliche Lotterie mit.

Wahrscheinlichkeit Die Chance, im israelischen Lotto sechs Richtige zu haben, liegt bei etwa 1 zu 2,3 Millionen. »Dass sich dieselbe Sechserserie innerhalb von drei Wochen wiederholt, ist ein extrem seltenes Ereignis«, sagt Gilula unserer Zeitung. Genau gesagt – die Wahrscheinlichkeit dafür ist eins geteilt durch 2,3 Millionen im Quadrat. Zieht man in Betracht, dass in Israel zweimal wöchentlich Lotto gespielt wird, sollten sich dieselben Sechser im Lotto nur einmal alle 10.000 Jahre wiederholen. Der Umstand, dass so viele Personen am Samstagabend mit denselben Zahlen von vor drei Wochen im Lotto gewannen, erweckte bei den Behörden Misstrauen. Sie nahmen nach kurzer Zeit die Gewinnzahlen vom Netz, um sie erst einmal selbst zu überprüfen.

Doch am Sonntag war klar: Das israelische Gewinnspiel war koscher. »Die Wissenschaft besagt zwar, dass so ein Ereignis unwahrscheinlich ist, aber nicht unmöglich«, sagt Gilula. Die drei Hauptgewinner werden je umgerechnet 800.000 Euro er-halten, die 92 Gewinner mit sechs Richtigen erhalten lediglich 800 Euro. Vor drei Wochen hatte niemand mit den Zahlen den ersten Preis gewonnen. Gilula, der früher die Lotterie statistisch beriet, hat für die kommenden Spiele keine Ratschläge parat: »Es gibt keine Garantie dafür, dass diese Zahlen sich wiederholen. Es ist eben alles Glückssache.«

Israel

Netanjahu macht Krebsbehandlung öffentlich

Der Ministerpräsident wurde wegen eines bösartigen Prostatatumors behandelt

 24.04.2026

Tel Aviv

El Al baut Flugverkehr wieder aus: 40 Ziele bis nächste Woche

Nach Angaben der Fluglinie soll das Angebot im Laufe des Monats weiter wachsen. Es sei denn, die Sicherheitslage verändert sich wieder

 24.04.2026

Jerusalem

Ein Diplomat für die christliche Welt

George Deek soll als Sondergesandter Schadensbegrenzung betreiben und »die Beziehungen weltweit vertiefen«

von Sabine Brandes  23.04.2026

Untersuchungskommission

Hamas-Massaker: Unruhen im Gerichtssaal

Israel ist noch immer auf der Suche nach Antworten für die Versäumnisse vor dem 7. Oktober

von Sabine Brandes  23.04.2026

Jom Haazmaut

Trump erhält Israel-Preis für besondere Verdienste um das jüdische Volk

Nach Angaben des israelischen Bildungsministeriums erhält der amerikanische Präsident den Preis in der Kategorie »besondere Verdienste um das jüdische Volk«

 23.04.2026

In eigener Sache

»Jüdische Allgemeine« kooperiert mit katholischer »Tagespost«

Ein Zeichen gegen Antisemitismus: »Die Tagespost« legt ihren Abonnenten die »Jüdische Allgemeine« kostenlos bei. Hinter der Aktion steckt unter anderem ein rundes Jubiläum

von Hannah Krewer  23.04.2026

Jom Haazmaut

Herzog ehrt Soldaten am Unabhängigkeitstag – Armee zu neuer Offensive bereit

»Herausragende Soldaten lernen in normalen Jahren die Schlachten der Vergangenheit – aber ihr kämpft die Schlachten, die künftige Generationen studieren werden«, sagt der Präsident zu IDF-Angehörigen

 23.04.2026

Israel

Ein Kind nach dem Tod

Israelische Richter erlauben der Familie der getöteten Geisel Yotam Haim die Verwendung von dessen Sperma, um einen Enkel zu zeugen

von Sabine Brandes  23.04.2026

Krieg gegen Iran

Medienbericht: Trump will Mullahs nur wenige Tage Zeit geben

Als der US-Präsident am Dienstag einseitig eine Verlängerung der Waffenruhe mit dem Iran verkündete, nannte er keine neue Frist. Unbegrenzt verlängern, will er sie US-Medien zufolge aber nicht

 22.04.2026