Ukraine-Krieg

Nichtjüdische Flüchtlinge dürfen bleiben

Ukrainer auf der Flucht nach Israel (Bild vom 6. März aus Warschau) Foto: copyright (c) Flash90 2022

Die israelische Regierung hat sich am Dienstagabend darauf geeinigt, Ukrainern, die keinen Anspruch auf Einwanderung haben, zu erlauben, als Flüchtlinge im Land zu bleiben, während Russland in ihr Land einmarschiert. Das kündigte Innenministerin Ayelet Shaked (Jamina) am Dienstag an.

OLIM CHADASCHIM 20.000 Ukrainer seien bereits vor Ausbruch der Feindseligkeiten in Israel gewesen, weitere 5000 würden ab Beginn der Invasion aufgenommen, sagte sie. Hinzu kämen Zehntausende im Rahmen der jüdischen Einwanderung. Israel bereitet sich darauf vor, dass sogar Hunderttausend Olim Chadaschim durch den Konflikt ankommen könnten – sowohl aus der Ukraine als auch aus Russland: »Der Anblick des Krieges in der Ukraine und das Leid seiner Bürger erschüttern die Seele und erlauben uns nicht, gleichgültig zu bleiben.«

Die Flüchtlinge verpflichten sich, das Land zu verlassen, wenn es die Situation in der Ukraine zulässt.

Shaked sagte weiter, das Ministerium habe beschlossen, die umstrittene Anforderung für Flüchtlinge aufzuheben, bei der Einreise in das Land 10.000 Schekel (umgerechnet etwa 2700 Euro) zu hinterlegen, um ihre Abreise sicherzustellen. Stattdessen werden Flüchtlinge, die im Rahmen der humanitären Quote in Israel ankommen, nur aufgefordert, ein Dokument zu unterzeichnen, in dem sie sich verpflichten, das Land zu verlassen, sobald die Situation in der Ukraine dies zulässt.

Shaked sagte, dass nach den neuen Regeln jeder ukrainische Staatsbürger, der nach Israel einreist, eine befristete Aufenthaltserlaubnis für drei Monate erhält. Sie fügte hinzu, wenn sich die Situation in der Ukraine nicht verbessere, könnten sie sich um eine lokale Arbeit bewerben.

EINREISE Kein Ukrainer, der sich illegal im Land aufhält, werde abgeschoben, versprach Shaked. Nach Angaben in israelischen Medien seien mittlerweile seit Ausbruch des Krieges mehr als 3000 nichtjüdische Ukrainer in Israel angekommen, etwa 150 Menschen sei die Einreise verweigert worden. Die Gründe dafür sind nicht bekannt.

Israelische Staatsbürger können einen Antrag beim Innenministerium stellen, um ukrainische Flüchtlinge aufzunehmen. »Unsere Bürger dürfen stolz auf die Anstrengungen Israels sein, dem ukrainischen Volk humanitäre Hilfe zu leisten«, schloss Shaked.

Unterdessen bereitet sich das Bildungsministerium darauf vor, in der nächsten Zeit rund 2000 ukrainische Mädchen und Jungen in das Schulsystem aufzunehmen. Bildungsministerin Yifat Shasha-Biton hatte Pläne zur Integration der Schüler und ihrer Eltern angeordnet, teilte das Ministerium mit.

Jerusalem

Könnte eine Nicht-Israelin Miss Israel werden?

Melanie Shiraz, die Miss Israel von 2025, erhebt schwere Vorwürfe gegen die Organisatoren des Schönheitswettbewerbs. Dessen Glaubwürdigkeit steht ihr zufolge auf dem Spiel

 04.06.2026

POWER LIST – Germany’s Top 50

Hape Kerkeling bekommt Sonderpreis für Zivilcourage

Auch die Ärztin und Bestsellerautorin Yael Adler, Bildungsministerin Karin Prien (CDU) sowie JA-Chefredakteur Philipp Peyman Engel wurden ausgezeichnet

von Imanuel Marcus  04.06.2026

Jerusalem

Netanjahu spielt Trumps Beschimpfungen herunter

Seine Beziehung zum amerikanischen Präsidenten sei weiterhin stabil, sagt Israels Ministerpräsident

 04.06.2026

Libanon

Ist die Bromance zwischen Bibi und Trump am Ende?

Wie Washington die Konflikte im Nahen Osten ordnen will und Israel dabei zunehmend in eine Zuschauerrolle drängt

von Sabine Brandes  04.06.2026

Alon Schvut

Charedim greifen Haus des Vizepräsidenten des Obersten Gerichts an

Dutzende Randalierer beschädigten Fenster, Fahrzeuge und weitere Teile des Grundstücks. Hintergrund ist der Protest gegen die Einziehung ultraorthodoxer Männer zum Militärdienst

 04.06.2026

Terroropfer

Sterbliche Überreste in Kfar Aza entdeckt: Familie eines Hamas-Opfers hofft auf Gewissheit

Angehörige des am 7. Oktober 2023 ermordeten Nirel Zini finden menschliche Knochen. Gehören sie zu ihm?

 04.06.2026

Washington D.C.

Israel und Libanon verständigen sich auf Waffenruhe – Umsetzung hängt von Hisbollah ab

Die Vereinbarung steht unter der Bedingung, dass die vom Iran unterstützte libanesische Terrororganisation ihre Angriffe vollständig einstellt

 04.06.2026

Diplomatie

Lebendiges Netzwerk

30.000 Euro für die deutsch-israelische Zusammenarbeit: Botschafter Ron Prosor zeichnet vier wegweisende Initiativen aus

 03.06.2026

Flugverkehr

Maschine von Israir die Landung verweigert – angeblich aus politischen Gründen

Die Maschine der israelischen Airline musste nach Kroatien ausweichen. Jerusalem wirft den slowenischen Behörden politische Diskriminierung vor.

von Sabine Brandes  03.06.2026 Aktualisiert