Israel

Neue Messerattacken

Forensiker nehmen Spuren am Tatort in Netanja. Foto: Flash90

Bei einem Terroranschlag eines Palästinensers wurde ein israelischer Grenzpolizist am Mittwochabend lebensgefährlich verletzt. Der 20-jährige Beamte stand an einer Straßenkreuzung mit anderen Israelis, als das Fahrzeug in die Gruppe raste.

Der Terroranschlag ereignete sich in der Nähe von Hebron. Als Täter gaben die Sicherheitskräfte einen 23-Jährigen aus Hebron an. Er wurde von Soldaten unmittelbar nach dem Anschlag erschossen. Der schwer verletzte Polizist kämpft im Jerusalemer Krankenhaus um sein Leben. Immer wieder finden in dieser Gegend Angriffe extremistischer Palästinenser vor allem auf Soldaten statt.

Der UN-Vertreter der Palästinensischen Autonomiebehörde, Riyad Mansour, bezichtigt derweil die israelische Regierung, den toten Attentätern Organe zu entnehmen, bevor sie an ihre Familien zurückgeschickt werden. Das bezeichnete der israelische Botschafter der Vereinten Nationen, Danny Danon, als infame Lüge. Das zeige das eindeutige antisemitische Gesicht des Palästinensers, so Danon.

Rischon Lezion Bereits am Montagabend hatte es in zwei israelischen Städten erneut Messerattacken von Palästinensern gegeben, bei denen insgesamt vier Zivilisten verletzt wurden, drei von ihnen schwer.

In der Kleinstadt Rischon LeZion stach ein 19-Jähriger aus Hebron willkürlich auf Passanten ein. Unter den Opfern befindet sich eine 80-jährige Frau, die über die Straße ging, als sie attackiert wurde. Der Angreifer verletzte sie schwer. Anschließend suchte er sich neue Opfer und stürmte in ein Geschäft. Dabei verletzte er zwei Männer mit seiner Waffe, einen von ihnen schwer. Der Terrorist wurde von den Sicherheitskräften festgenommen.

Kurze Zeit darauf stach ein Palästinenser auf einen 77-jährigen Mann in der nördlich von Tel Aviv gelegenen Stadt Netanja ein. Dieser wurde schwer am Rücken verletzt, blieb bei Bewusstsein und berichtete den Rettungskräften später: »Ich stand an einer Straße und spürte auf einmal einen Stich im Rücken. Da wusste ich, dass ich attackiert werde.«

tatort Der Täter floh zunächst vom Tatort, wurde jedoch von der Polizei aufgegriffen. Als er mit dem Messer auf die Beamten zu rannte, schossen diese ihm in die Beine. Nachdem er verletzt auf dem Boden lag, versammelten sich Passanten um ihn, und ein anderer Mann begann, ihn zu schlagen und zu treten.

Sofort zerrten die Polizisten den Angreifer von dem Verletzten weg und nahmen ihn fest. Dann begannen andere Umstehende, den Festgenommenen zu attackieren. »Es war ein absurdes Theater, das sich da auf der Straße abspielte«, berichtete einer der Polizisten später im Fernsehen. Nach den wochenlang anhaltenden Anschlägen liegen mittlerweile die Nerven bei vielen Israelis blank.

Reisen

(Fast) freie Startbahn für den Sommer

Mehr als 200.000 Flugtickets hätten storniert werden müssen, weil am Flughafen Ben Gurion noch immer amerikanische Militärflieger parken. Jetzt gibt es eine Einigung

von Sabine Brandes  29.06.2026

Nahost

Israel greift Ziele in Südsyrien an

Die Armee hat nach eigenen Angaben »mehrere bewaffnete Terroristen« getötet

 29.06.2026

Südlibanon

Israelische Armee zerstört massiven Hisbollah-Tunnel

Der 25 Meter tiefe und 200 Meter lange Tunnel soll nur 10 Kilometer von der israelischen Grenze entfernt gewesen sein

 29.06.2026

Kommentar

»Eigentlich habe ich noch nie mit einem Juden gesprochen«

Als Antisemitismusbeauftragter jüdisch zu sein ist kein Manko. Im Gegenteil: Es braucht an deutschen Universitäten mehr jüdische Beauftragte

von Guy Katz  28.06.2026

Interview

»Es braucht eine umfassende Kampagne«

Der israelische Diplomat Akiva Tor beklagt, dass das angeschlagene Image seines Landes die nationale Sicherheit des jüdischen Staates gefährdet

von Sabine Brandes  27.06.2026

Nahost

Amerikas Rückzug

Die USA lassen Israel fallen und versuchen plötzlich, den Iran zu bestechen. Eine gefährliche Situation für den Judenstaat – aber auch eine Chance, sich neu zu erfinden

von Rafael Seligmann  27.06.2026

Diplomatie

Israel und Libanon einigen sich auf Rahmenabkonmen

Israel und Libanons Regierung schließen eine Vereinbarung, um den jahrzehntelangen Kriegszustand zu beenden. Doch frühere Abkommen zeigen: Eine Umsetzung ist keineswegs sicher

 27.06.2026

Jerusalem

50. Jahrestag: Israel gibt Geheimdokumente zu Entebbe frei

Am 27. Juni 1976 entführten Terroristen eine Air-France-Maschine nach Uganda. Fünf Jahrzehnte später stellt das israelische Staatsarchiv die Regierungsdokumente zur militärischen Befreiung bereit

von Hans Dahne  26.06.2026

Washington D.C.

Gespräche zwischen Israel und Libanon verlängert

Die USA drängen die beiden Staaten darauf, die Verhandlungen nicht ohne Ergebnis zu beenden. Deshalb sollen die Delegationen heute erneut zusammenkommen.

 26.06.2026