Skandal

Netanjahus unter Verdacht

Benjamin und Sara Netanjahu Ende Juni Foto: Flash 90

Der Fernsehkanal zwei verkündete am Wochenende, Generalstaatsanwalt Avichai Mandelblit habe die Entscheidung getroffen, die Ehefrau des israelischen Ministerpräsidenten, Sara Netanjahu, anzuklagen. Er wolle dies in den nächsten zehn Tagen öffentlich machen. Es ginge dabei um vier Fälle verschiedener krimineller Vergehen.

Sara Netanjahu war in der Vergangenheit mehrfach stundenlang von der Anti-Korruptionseinheit der Polizei verhört worden. Es geht unter anderem um die Veruntreuung öffentlicher Gelder und Dokumentenfälschung. Zum einen soll sie Gartenmöbel für die private Residenz und die Betreuungskosten für ihren Vater auf Kosten der Steuerzahler angegeben haben. Sie beteuerte jedoch stets ihre Unschuld.

Schadenersatz Allerdings ist es nicht das erste Mal, dass sich die ehemalige Kinderpsychologin vor Gericht verantworten muss. 2016 wurden dem einstigen Hausmeister der Residenz des Premiers, Meni Naftali, 170.000 Schekel Schadenersatz zugesprochen, weil er sich von den Netanjahus misshandelt gefühlt und daraufhin geklagt hatte. Doch sie will sich die Vorwürfe nicht gefallen lassen und ließ auf eigene Initiative einen privaten Lügendetektortest über sich ergehen. Das Tal-Institut erklärte, Netanjahu habe die Wahrheit gesagt.

Das erste Blatt, das mit »Sara Netanjahu besteht den Lügendetektortest« aufmachte, war die kostenlose Tageszeitung »Israel Hayom«, herausgegeben vom guten Freund der Netanjahus, dem Las-Vegas-Casino-Besitzer Sheldon Adelson. Ob die Schlagzeilen von »Israel Hayom« allerdings objektiv sind, daran zweifeln viele.

israel hayom Denn zur selben Zeit steht ihr Ehemann unter dem Verdacht, die Berichterstattung in der Zeitung massiv beeinflusst zu haben. Angeblich soll er wöchentlich – gern spätabends – mit Adelson telefoniert haben. Dessen Kontrahent, der Herausgeber der Zeitung Yedioth Ahronoth, Noni Mozes, sagte der Polizei, er habe »ausführliche Aufzeichnungen in Wort und Schrift, dass Netanjahu ›Israel Hayom‹ praktisch leite«.

Und auch die Affäre um den U-Boot-Deal mit Deutschland, in den enge Vertraute des Premiers verwickelt sind, zieht immer weitere Kreise. Am Sonntag wurde der ehemalige Büroleiter von Netanjahu, David Sharan, in diesem Zusammenhang festgenommen.

Berlin

Berliner Linke nennen Hamas-Massaker »Widerstand«

In einer Sitzung wurde die Forderung nach einer »vollen politischen und materiellen Unterstützung des palästinensischen Widerstands in all seinen Formen« erhoben. Und dies ist nur die Spitze des Eisbergs

 19.09.2026 Aktualisiert

Ranking

Das sind die 50 einflussreichsten Juden weltweit

von Michael Thaidigsmann  19.09.2026

Jerusalem

NGO Monitor: Umbenennungen sollen Sanktionen gegen Terror-Verbindungen umgehen

Betroffen sind vor allem Organisationen, denen Verbindungen zur Hamas oder zur PFLP vorgeworfen werden. Was bedeutet dies für die Wirksamkeit von Sanktionssystemen?

 18.09.2026

Social Media

Nach weltweiten viralen Song: Hasswelle gegen israelische Band Temper City

Der Song der israelischen Band wird zum Welthit – bis die Herkunft der Musiker bekannt wird. Dann beginnt im Netz der Boykott

von Sabine Brandes  18.09.2026

Luftfahrt

SAS streicht geplante Direktflüge zwischen Kopenhagen und Tel Aviv

Welche Begründung liefert die skandinawische Fluglinie für ihren Kurswechsel?

 18.09.2026

Terrorismus

Die Huthi bedrohen den Hafen von Eilat

Die Kontrolle über eine der wichtigsten Handelsrouten droht sich zu verschärfen – mit Folgen für Israels Seehandel, Versorgung und Lebenshaltungskosten

von Sabine Brandes  18.09.2026

Reaktion

»Wir dürfen nicht dulden, dass Ausländerkriminalität, Judenhass an der Tagesordnung sind«

Kanzler Merz sprach in Berlin über Migration und den grassierenden Judenhass im Land

 17.09.2026

Wuppertal

Brandanschlag auf Synagoge

Nach ersten Erkenntnissen handelte der polizeibekannte Mann mit afghanischer Staatsangehörigkeit allein

 18.09.2026 Aktualisiert

Gesellschaft

20.000 neue Olim – auch aus Deutschland

Die Jewish Agency verzeichnete im jüdischen Jahr 5786 Einwanderer aus 100 Ländern. Besonders viele kamen aus Russland, Frankreich und den USA

von Sabine Brandes  17.09.2026