Verhandlungen

Netanjahu will mit Trump über zweite Phase der Waffenruhe sprechen

Ministerpräsident Benjamin Netanjahu Foto: Copyright (c) Flash90 2024

Benjamin Netanjahu will bei seinem Treffen mit US-Präsident Donald Trump über »entscheidende Themen« für Israel und die Nahost-Region sprechen. Dazu gehörten »ein Sieg über die Hamas, die Freilassung aller unserer Geiseln und die Auseinandersetzung mit der iranischen Terror-Achse und allen ihren Bestandteilen«, sagte Israels Regierungschef vor seiner Abreise in die USA. Die iranische Achse bedrohe Israel, den Nahen Osten und die ganze Welt.

Zu Irans Verbündeten zählen neben der Terrororganisation Hamas in Gaza die von Israel ebenfalls militärisch geschwächte Hisbollah im Libanon sowie die Huthi-Miliz im Jemen. 

Netanjahu betonte erneut, dass Trump ihn als ersten Regierungschef aus dem Ausland empfangen werde. Dies sei ein Beweis »für die Stärke des israelisch-amerikanischen Bündnisses« sowie für »die Stärke unserer persönlichen Freundschaft«. Trump ist als ein enger Verbündeter Netanjahus bekannt, der wegen Israels Kriegsführung in Gaza international stark in die Kritik geraten war. 

Diese Freundschaft und Zusammenarbeit mit Trump habe bereits Versöhnungsabkommen mit weiteren arabischen Staaten erzielt, sagte Netanjahu. »Die Entscheidungen, die wir in diesem Krieg getroffen haben, haben das Angesicht des Nahen Ostens verändert«, sagte der israelische Regierungschef. In enger Kooperation mit Trump »können wir es sogar weiter und besser entwerfen«. 

»Bemerkenswerte Ära des Friedens durch Stärke«

Er glaube, »dass wir die Sicherheit stärken, den Kreis des Friedens erweitern und eine bemerkenswerte Ära des Friedens durch Stärke erzielen können«. Nach Medienberichten streben Trump und Netanjahu ein Normalisierungsabkommen mit Saudi-Arabien an. 

Israel und die Hamas hatten sich im vergangenen Monat auf eine sechswöchige Waffenruhe geeinigt. Netanjahus Äußerungen über einen Sieg über die Hamas nähren die Sorge, eine zweite Phase der Vereinbarung könnte gar nicht erst umgesetzt werden. Rechtsorientierte Koalitionspartner drängen auf eine Wiederaufnahme des Kriegs.

Lesen Sie auch

Mehrere einflussreiche arabische Staaten haben den Vorschlag von Trump zurückgewiesen, Palästinenser aus dem Gazastreifen umzusiedeln. Trump hatte zuvor Ägypten und Jordanien ins Gespräch gebracht. Das könne vorübergehend oder langfristig sein, hatte er zuletzt gesagt. Er argumentierte damit, der Gazastreifen sei buchstäblich eine Abrissbrache. Sein US-Sonderbotschafter für den Nahen Osten, Steve Witkoff, bezeichnete den Gazastreifen wegen der Kriegsschäden als »unbewohnbar«. dpa/ja

Westjordanland

Schin-Bet-Chef streitet mit Rechtsradikalen

David Zini fordert von Ministerin Orit Strock eine klare Verurteilung jüdischer Siedlergewalt – und droht mit der Rückkehr zur Verwaltungshaft

von Sabine Brandes  06.10.2026

Jahrestag

Israel warnt vor Angriffen auf Juden am 7. Oktober

Am 7. Oktober jährt sich das Massaker von Hamas-Terroristen in Israel. Bei dem Überfall 2023 wurden rund 1.200 Menschen getötet. Israel warnt nun Israelis im Ausland und Juden weltweit vor Angriffen

 06.10.2026

Gedenken

»Berlin steht fest an Israels Seite«

Regierender Bürgermeister Kai Wegner besucht zum Jahrestag des 7. Oktobers den Geiselplatz in Tel Aviv und erhält die Medaille der Stadt

von Sabine Brandes  06.10.2026

Grausamer Plan

Der Professor, der Massenmörder werden wollte

Der Akademiker plante, Hunderte Araber zu töten und viele Unterstützer zu gewinnen. Die Bar-Ilan-Universität zeigt sich »zutiefst entsetzt«

von Sabine Brandes  06.10.2026

Gaza

Hamas: Sinwars »rechte Hand« überlebt israelischen Angriff

Bei einem israelischen Luftangriff in dem Palästinensergebiet sollen am Wochenende mehrere Menschen getötet worden sein. Israel zielte auf den ranghöchsten Hamas-Führer in dem Küstenstreifen ab – doch der hat wohl überlebt

 06.10.2026

Be’eri

»Ich musste ihre Geschichte erzählen«

Dafna Gerstner hat die Hamas-Massaker überlebt und wagt einen vorsichtigen Blick in die Zukunft

von Geneviève Hesse  06.10.2026

Geiseln

Überlebt

505 Tage war Omer Shem Tov in der Gewalt der Hamas in Gaza. Seine Schilderungen zeigen, wie leicht es sich all jene machen, die bei der Bewertung des Krieges die perfide Taktik der Terroristen ausblenden

von Sabine Brandes  06.10.2026

Interview

»Wir haben Angst, dass Shani und Carolin vergessen werden«

Sonja Bohl-Dencker und Ricarda Louk leben seit dem 7. Oktober mit einer unvorstellbaren Wunde – dem Tod ihrer Töchter, die von Hamas-Terroristen ermordet wurden

von Sophie Albers Ben Chamo  06.10.2026

7. Oktober

»Ich hatte keine Ahnung, wie sehr wir gehasst wurden«

Unsere Autorin ist an der Grenze zu Gaza aufgewachsen und lebt heute in Berlin. Hier beschreibt sie, wie das Hamas-Massaker ihr Leben verändert hat – und was es mit ihr macht, dass sie und ihr Land plötzlich weltweit als genozidal verleumdet werden

von Adi Kaslasy-Way  06.10.2026