Iran-Deal

Netanjahu warnt vor Abkommen

Benjamin Netanjahu hatte sich Anfang August mit einer Gruppe Republikaner getroffen. Foto: Flash90

Die Republikaner sind am Donnerstag im US-Senat mit einer Resolution gegen das Atomabkommen mit dem Iran gescheitert. In einer Verfahrensabstimmung erreichten sie nicht die nötige Mehrheit von 60 der 100 Senatoren.

42 demokratische Senatoren blockierten mit ihren Stimmen die Resolution und unterstützen damit den Iran-Deal. Ein für heute erwartetes Votum im Repräsentantenhaus zum Atomabkommen wäre somit nur noch symbolisch.

Das ist ein Sieg für Präsident Barack Obama, der sich in seiner Amtszeit diesen vermeintlich großen diplomatischen Erfolg auf die Fahnen schreiben möchte. Das Abkommen, auf das sich die fünf UN-Vetomächte und Deutschland im Juli mit der iranischen Regierung einigten, soll Teheran am Bau einer Atombombe hindern. Der Iran verpflichtet sich dazu, der Internationalen Atomenergie-Agentur Zugang zu den iranischen Atomanlagen zu gewähren. Im Gegenzug will der Westen die Wirtschaftssanktionen aufheben.

Hisbollah Israels Premierminister Benjamin Netanjahu hatte in den vergangenen Monaten unermüdlich vor einem Abkommen mit dem Iran gewarnt. Er befürchtet, dass es dem Iran den Zugang zur Atombombe nicht erschweren, sondern vielmehr erleichtern werde. Außerdem warnte er, dass das Mullah-Regime durch den Wegfall der Sanktionen über enorme zusätzliche Geldmittel für die Unterstützung von Terrororganisationen wie der Hisbollah verfügen würde.

Auch das American Israel Public Affairs Committee (AIPAC) warnte kurz nach der Abstimmung im Senat: »Dies ist ein gefährlicher Augenblick für Amerika und unsere Verbündeten.« Die Republican Jewish Coalition, der Zusammenschluss jüdischer Republikaner, beschrieb das Abstimmungsergebnis als »engstirnige und parteipolitische« Unterstützung für den Iran-Deal, während die linke jüdische Lobbygruppe J-Street das Ergebnis begrüßte.

Chamenei Wie um die israelischen und inneramerikanischen Befürchtungen zu bestätigen, hatte der iranische Religionsführer Ajatollah Ali Chamenei kurz vor der Abstimmung im US-Kongress in der Imam-Khomeini-Moschee in Teheran gesagt, Israel werde in einem Vierteljahrhundert nicht mehr existieren. Manche verstehen das als Anspielung darauf, dass einige der vereinbarten Maßnahmen im Atomabkommen nach genau 25 Jahren ablaufen.

Netanjahu sagte nach der Rede Chameneis, sie lasse keinen Raum für Illusionen. Der Ajatollah habe deutlich gesagt, dass die USA der »große Satan« seien und dass der Iran Israel zerstören wolle. Auch bei seinem Treffen mit dem britischen Premierminister David Cameron am Donnerstag unterstrich Netanjahu seine Kritik an der iranischen Führung. Für die gewalttätigen Auseinandersetzungen zwischen Sunniten und Schiiten im Nahen Osten machte er in London in erster Linie den Iran verantwortlich.

Abbas Gleichzeitig betonte er gegenüber Cameron seine Bereitschaft, mit der Palästinensischen Autonomiebehörde erneut in Friedensverhandlungen zu treten: »Ich möchte hier in der Downing Street Nr. 10 erneut bekräftigen, dass ich bereit bin, direkte Verhandlungen mit den Palästinensern wiederaufzunehmen, mit keinerlei Vorbedingungen, und das sofort.«

Vorbedingungen stellt allerdings Palästinenserpräsident Mahmud Abbas. Er beharrt darauf, dass die Waffenstillstandslinie von 1967 die Grundlage jeglicher Verhandlungen über eine zukünftige Grenze zwischen Israel und einem Palästinenserstaat sein müsse. Diplomatischen Rückenwind erhält Abbas durch die jüngste Entscheidung der UN-Vollversammlung, dass die palästinensische Flagge vor dem Sitz der Vereinten Nationen in New York gehisst werden darf. 119 Länder stimmten dafür, acht, darunter Israel und die USA, dagegen. Deutschland gehörte zu den 45 Staaten, die sich enthielten. Die UN-Entscheidung fiel am selben Tag wie das Senatsvotum zum Iran-Deal.

Israel

Angriff auf Hamas-Terrorist bestätigt

Der Mann namens »Abu Obeida« sei in einem gemeinsamen Einsatz der Armee und des Inlandsgeheimdienstes Schin Bet angegriffen worden

 31.08.2025 Aktualisiert

Solidarität

Israels Präsident ehrt Springer-Chef Döpfner

Isaac Herzog: »Döpfner handelt aus tiefer Verpflichtung gegenüber den Werten von Freiheit und Demokratie«

 31.08.2025

Geiseln

Idan ist endlich zu Hause

Die Leiche von Idan Shtivi, den die Hamas vom Nova-Festival entführte, wurde von der IDF in Gaza gefunden und zurückgeführt

von Sabine Brandes  31.08.2025

Tel Aviv

Geisel-Familien fordern Deal

Bei einer Demonstration appellieren Angehörige der Geiseln an den amerikanischen Präsidenten: »Trump, make history«

 31.08.2025

Archäologie

Austausch am Karmel

Ein 140.000 Jahre altes Kinderskelett, das bei Haifa gefunden wurde, ist der früheste Beweis für die Kreuzung zwischen Homo sapiens und Neandertaler – und eine wissenschaftliche Sensation

von Sabine Brandes  31.08.2025

Einspruch

Wenn Urlaub zum Risiko wird

Sabine Brandes ist schockiert, dass Israelis im Ausland ständig Angst vor Beleidigungen und Angriffen haben müssen

von Sabine Brandes  31.08.2025

Gaza

Armee: Ranghoher IS-Terrorist im Gazastreifen getötet

Die israelische Armee meldet die Tötung eines führenden IS-Vertreters im Gazastreifen. Er und seine Terrormiliz sollen sich aktiv an Kämpfen gegen israelische Truppen beteiligt haben

 29.08.2025

Gaza

Leichen von Ilan Weiss und weiterer Geisel geborgen

Die sterblichen Überreste des Verteidigers vom Kibbuz Be’eri sind nach einer riskanten Operation wieder in Israel

 29.08.2025

Armee

Skandal um den General

Der für das Westjordanland zuständige Avi Bluth wird beschuldigt, Kollektivstrafen anzukündigen. Die Armee und Regierungsvertreter verteidigen ihn

von Sabine Brandes  29.08.2025