Jerusalem

Reise mit Hindernissen

Vor der Rom-Reise mussten die Netanjahus mit dem Helikopter zum Flughafen gebracht werden. Foto: Flash90

Ministerpräsident Benjamin Netanjahu reist heute nach Berlin: Diese Erklärung aus dem Büro des Premiers wurde am Mittwochfrüh veröffentlicht. Zuvor hatte es in Jerusalem geheißen, dass der Abflug für Donnerstag, den 16. März geplant sei.

Geplant ist unter anderem ein Treffen mit Bundeskanzler Olaf Scholz. »Dies wird ihr erstes Treffen in ihren derzeitigen Positionen sein und bringt sowohl die besonderen Beziehungen zwischen Israel und Deutschland als auch ihre Zusammenarbeit in einer Reihe von Themen zum Ausdruck«, hieß es in der Ankündigung.

ATOMWAFFEN Es werde erwartet, dass die beiden Regierungschefs verschiedene diplomatische und sicherheitspolitische Fragen erörtern, insbesondere den Iran und die Entwicklungen in der Region. »Ministerpräsident Netanjahu wird die Notwendigkeit betonen, den Iran daran zu hindern, Atomwaffen zu erwerben.«

Der Besuch in Berlin beginnt mit einer Gedenkfeier für die Opfer des Holocaust am zum Bahnhof Grunewald gehörenden Mahnmal Gleis 17, an der der israelische Premier und der Bundeskanzler teilnehmen werden. Netanjahu soll auch mit Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier zusammentreffen.

»Das Recht auf Protest ist ein Eckpfeiler eines demokratischen Landes, und deshalb ermöglichen wir es jedem Bürger, sein Grundrecht auf Protest auszuüben.«

Polizeichef zentralbezirk, avi biton

Kurz zuvor hatte die israelische Polizei Protestorganisatoren erlaubt, vor dem Abflug des Regierungschefs im Bereich des Ben-Gurion-Flughafens zu demonstrieren.

Der Chef des Zentralbezirks der Polizei, Avi Biton, sagte, die Polizei sehe das Recht auf Protest als »einen Eckpfeiler eines demokratischen Landes an«. Deshalb werde es jedem Bürger ermöglicht, sein Grundrecht auf Protest auszuüben.

PROTESTBEWEGUNG Die Initiatoren der Protestbewegung gegen die Justizrevision der Regierung kündigten einen aus tausenden Fahrzeugen bestehenden Protestkorso an, der am Mittwoch ab 12.30 Uhr auf die Zufahrtsstraßen zum Flughafen fahren werde, um den Abflug von Netanjahu und seiner Frau Sara in die deutsche Hauptstadt zu verzögern.

Die Polizei forderte die Demonstranten auf, die umliegenden Straßen offen zu halten, um die Ankunft von Rettungskräften im Bedarfsfall nicht zu behindern.

»Während seine Regierung versucht, Israel in eine Diktatur zu verwandeln, entscheidet sich Netanjahu, wie viele Tyrannen auf der ganzen Welt, für Distanzierung und Vergnügungsausflüge mit seiner Familie rund um die Welt – auf Kosten der Bürger«, so die Organisatoren. Man werde nicht zulassen, dass »er den Traum von Generationen und die zionistische Vision zerstört«.

HELIKOPTER Bereits am vergangenen Donnerstag hatten Demonstranten versucht, Netanjahus Abreise zum Staatsbesuch in Rom zu verzögern. Er war schließlich nach einem Ablenkungsmanöver mit einem Polizeihubschrauber zum Flughafen gebracht worden und konnte so die Demonstrationen umgehen.

Israelis, die in Berlin leben, kündigten an, ihren Unmut gegen Netanjahu und die Regierungspolitik seiner rechts-religiösen Koalition in Jerusalem kundtun zu wollen. Während des Besuches werden entsprechende Demonstrationen erwartet.

Humanitäre Hilfe

Israel weist Berichte über Versorgungsengpässe in Gaza zurück

Einem neuen Bericht zufolge sind seit der Waffenstillstandsvereinbarung vom Oktober 2025 1800 Millionen Tonnen an Lebensmitteln nach Gaza gelangt. Israel sagt, das sei mehr als vor dem Krieg

 09.07.2026

Argentinien

Der jüdische Teil von Messi

Während im Internet Gerüchte über Lionel Messis Herkunft und Sympathien rumoren, erzählt der Sohn eines verstorbenen argentinischen Fußballfans eine besonders schöne Geschichte

von Sophie Albers Ben Chamo  09.07.2026

Dublin

Irland beschließt Einfuhrstopp für Waren aus israelischen Siedlungen

Nach acht Jahren Debatte hat das irische Unterhaus ein Importverbot für Produkte aus israelischen Siedlungen im Westjordanland gebilligt

 09.07.2026

Umfrage

Erstmals vorn: Eisenkot überholt Netanjahu

Würde jetzt gewählt, käme Eisenkots Partei Jaschar demnach auf 23 Mandate. Wo liegen der Likud und die anderen Parteien?

 09.07.2026

Jerusalem

Israel bereitet sich auf mögliche neue Eskalation mit Iran vor

Die Armee erhöht ihre Alarmbereitschaft

 09.07.2026

Sport

Teamgeist und Trikottausch

Nach der kriegsbedingten Verschiebung wird die 22. Makkabiade in Jerusalem zum Fest jüdischen Zusammenhalts. Mehr als 8000 Sportler aus aller Welt gehen in Israel an den Start

von Sabine Brandes  08.07.2026

Nachrichten

Pillen, Wahlen, Gaza

Kurzmeldungen aus Israel

von Sabine Brandes  08.07.2026

Nahost

Reaktion auf Beschuss von Schiffen: USA greifen Ziele im Iran an und verschärfen Sanktionen

Die Luftschläge richten sich auch gegen die iranischen Revolutionsgarden

 08.07.2026 Aktualisiert

Sicherheit

Der NATO-Gipfel darf nicht zum Kniefall vor dem national-islamistischen Autokraten Erdoğan werden

Ein Kommentar von Ali Ertan Toprak

von Ali Ertan Toprak  08.07.2026