Jerusalem

Netanjahu: »Alle Feinde Israels wollen, dass ich verliere«

Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu Foto: Copyright (c) Flash 90 2026

Der israelische Ministerpräsident Benjamin Netanjahu hat vor möglichen Versuchen Irans und seiner Verbündeten gewarnt, Einfluss auf die bevorstehende Wahl in Israel zu nehmen. In einem Interview mit der »Jerusalem Post« sagte er, der Militärgeheimdienst und der Mossad hätten entsprechende Hinweise. Sollte Teheran tatsächlich versuchen, den Wahlkampf zu beeinflussen, werde es die Konsequenzen zu spüren bekommen.

»Wenn sie das tun, wäre das ein großer Fehler, denn wir werden mit einer Kraft und Macht reagieren, die sie sich nicht einmal vorstellen können«, sagte Netanjahu. Er hält es für möglich, dass Iran und verbündete Organisationen Anschläge verüben könnten, um Zweifel an Israels Sicherheitslage zu schüren und die militärischen Erfolge des Landes infrage zu stellen.

Der Regierungschef stellte die Wahl zugleich in einen größeren sicherheitspolitischen Zusammenhang. Seit dem Hamas-Massaker vom 7. Oktober 2023 habe Israel einen grundlegenden Wandel durchlaufen. Das Land sei heute die mit Abstand stärkste Macht im Nahen Osten, erklärte Netanjahu. Im Kampf gegen Iran und dessen Verbündete sei bereits »90 Prozent der Arbeit« erledigt. Die verbleibende Aufgabe bestehe darin, zu verhindern, dass die Islamische Republik ihre militärischen Fähigkeiten erneut aufbaut.

Abbas und Mamdani

Netanjahu machte deutlich, dass er die bevorstehende Wahl nicht allein als innenpolitische Entscheidung betrachtet. Er nannte mehrere Akteure, die ihm seiner Ansicht nach eine Niederlage wünschen. Dazu zählte er die Führung Irans, die Terrororganisationen Hamas und Hisbollah, den türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan, New Yorks Bürgermeister Zohran Mamdani sowie den Präsidenten der Palästinensischen Autonomiebehörde, Mahmud Abbas.

»Alle Feinde Israels wollen, dass ich verliere«, sagte Netanjahu. Mit dieser Aussage stellte er seine politische Zukunft in einen direkten Zusammenhang mit der Sicherheitslage des Landes.

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Als größte Gefahr bezeichnete er weiterhin das iranische Atomprogramm. Israelische Militäroperationen hätten eine unmittelbare Bedrohung eingedämmt, die grundsätzliche Gefahr sei damit jedoch nicht beseitigt. Vor rund einem Jahr habe Iran kurz davor gestanden, mehrere Atombomben entwickeln zu können, behauptete Netanjahu.

20.000 ballistische Raketen

»Ohne unser Eingreifen mit der ›Operation Rising Lion‹ und danach mit der ›Operation Roaring Lion‹ hätten sie Atombomben, um uns zu zerstören«, sagte er. Solange das gegenwärtige Regime in Teheran an der Macht bleibe, werde es versuchen, sowohl seine nuklearen Fähigkeiten als auch sein Programm für ballistische Raketen wieder auszubauen.

Netanjahu zufolge hatte Iran das Ziel, ein Arsenal von 20.000 ballistischen Raketen anzulegen. Eine solche Größenordnung wäre aus seiner Sicht eine existenzielle Bedrohung für Israel. Nach seiner Einschätzung verfügt die Islamische Republik weiterhin über mehr als 1000 Raketen. Die israelischen Sicherheitsbehörden gehen dem Interview zufolge von rund 1600 aus.

Auch eine mögliche weitere Militäroperation gegen Iran war Thema des Gesprächs. Auf die Frage, ob er und US-Präsident Donald Trump sich über mögliche Ziele einer neuen Operation einig seien, erklärte Netanjahu ausweichend, er gehe von einem gemeinsamen Verständnis der strategischen Lage aus. »Präsident Trump erkennt, was ich erkenne«, sagte er.

Welche konkreten Ziele bei einem möglichen neuen Angriff ins Visier genommen werden könnten, erläuterte der Ministerpräsident nicht. Er betonte jedoch erneut, dass Iran seine militärischen Fähigkeiten wiederherstellen werde, solange das bestehende Regime fortbestehe. im

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