Wirtschaft

Nein zum Gasdeal

Gasplattform vor Israels Küste Foto: Flash 90

Das Urteil ist ein schwerer Schlag gegen die Ambitionen des Premiers. Regierungschef Benjamin Netanjahu hatte erst im vergangenen Dezember einen Gasdeal mit US-amerikanischen und israelischen Firmen unterzeichnet, um die Gasfelder vor der Küste zu erschließen. Doch jetzt macht der Oberste Gerichtshof Netanjahu einen fetten Strich durch die Rechnung. In seinem Urteil vom Sonntag erklärte er das Abkommen für illegal.

Offenbar hatte Netanjahu mit diesem Ausgang nicht gerechnet. Zu einer der Anhörungen des Gerichtshofes war er sogar höchstpersönlich erschienen und hatte die Richter zu überzeugen versucht, die Klage fallen zu lassen. Angeblich habe er sogar erklärt: »Sie kennen mich. Wenn ich etwas will, dann bekomme ich es auch.« Nun aber soll der Ministerpräsident nicht kriegen, was er gern hätte.

Proteste Doch nicht nur dem Gericht, auch der Mehrheit der Israelis war der Deal übel aufgestoßen. Ihrer Meinung nach würden so zwar Milliarden in die Koffer der Regierung fließen, aber nicht unbedingt zum Wohle der Bevölkerung. Trotz massiver Proteste und Demonstrationen von Tausenden zog Netanjahu seinen Plan durch. Verschiedene Organisationen und Oppositionsparteien, darunter Meretz und Awoda, hatten daraufhin den Obersten Gerichtshof angerufen.

Alles drehte sich um die sogenannte »Stabilitätsklausel«. Diese besagt, dass es in den nächsten zehn Jahren keinen Einspruch gegen den Deal geben darf. Zukünftige Steueränderungen, Kartellrecht oder Exportquoten wollte man so umgehen. Vier der fünf Richter sahen die Klausel als illegal und damit den Vertrag als nichtig an.

Klausel Ihr Argument: »Die Klausel wurde im Gegensatz zu den generellen Prinzipien des Gesetzes formuliert. Die Regierung kann nicht entscheiden, dass nicht gehandelt werden darf.« Das treffe vor allem zu, wenn eine Regierung versuche, die Entscheidungen der nächsten Regierung zu beschränken. Allerdings gaben die Richter den Verhandlungspartnern ein Jahr Zeit, um das Abkommen zu ändern.

Netanjahu holte mit einer Erklärung zum Gegenschlag aus: »Das Urteil des Obersten Gerichtshofes schädigt die Entwicklung des Naturgassektors erheblich. Israel wird als Land angesehen, in dem die übertriebene gerichtliche Einmischung es schwer macht, Geschäfte zu tätigen.«

Tel Aviv/Lod

Ben Gurion Airport: Nur jeder dritte Flug startet pünktlich

Die auf dem Flughafen geparkten Tanker der US-Luftwaffe sind nur einer von mehreren Gründen für ständige Verspätungen

 31.07.2026

Libanon

Reaktion auf Drohnenangriff: Israel sprengt Hisbollah-Tunnelsystem

Auslöser für die nun erfolgte Zerstörung sei ein Drohnenangriff der Hisbollah am Mittwoch gewesen, erklären Ministerpräsident Netanjahu und Verteidigungsminister Katz

 31.07.2026

Großbritannien

Hackney will Städtepartnerschaft mit Haifa beenden

Ratsherr Simche Steinberger wirft der Ratsmehrheit vor, die sechs jüdischen Ratsmitglieder überhaupt nicht konsultiert zu haben

 31.07.2026

Tel Aviv

»Und dann musste ich mein eigenes Grab schaufeln«

Über zwei Jahre lang war Evyatar David in Gewalt der Hamas. Jetzt berichtet er davon, wie er – ausgezehrt und geschwächt – sein eigenes Grab ausheben musste

 31.07.2026

Meinung

Bringt Israel die Vereinten Nationen zu Fall?

Die obsessive Fixierung der UN auf den jüdischen Staat steht im Widerspruch zu ihren ursprünglichen Werten. Diese Heuchelei wird der Staatengemeinschaft irgendwann noch zum Verhängnis werden

von Daniel Neumann  30.07.2026

Kairo

Verhandler sollen Fortschritte bei Hamas-Entwaffnung gemacht haben

Die Hamas signalisiert Bereitschaft, ihre Waffen unter Aufsicht der palästinensischen Übergangsverwaltung zu stellen. Im Gegenzug fordert sie einen Abzug der israelischen Truppen aus dem Gazastreifen

 30.07.2026

Berlin

Antisemitismus ohne Scham

Der Vorsitzende der jüdischen Gemeinde Kahal Adass Jisroel in Berlin-Mitte wurde nach eigenen Angaben auf der Straße mit dem Tode bedroht

von André Anchuelo  30.07.2026 Aktualisiert

Investition

Finanzierung für Stadtbahn im Norden steht

Von Haifa nach Nazareth mit der Bahn? Ab 2029 soll dies möglich sein. Das Projekt kostet viel Geld

 30.07.2026

Gaza

Zukunft ungewiss

Seit Monaten stagniert Trumps Gaza-Plan. Können ein israelisches Pilotprojekt in Rafah und das versprochene Ende der Hamas-Regierung daran etwas ändern? Eine Analyse

von Joshua Schultheis  30.07.2026