Israel

Nachrichten

Namenloses Nashorn mit Mutter Tanda Foto: imago/Xinhua

Baby
Es ist der Liebling der Zoomitarbeiter und -besucher. Das weiße Nashorn-Baby, das Mitte August im Safari-Zoo von Ramat Gan geboren wurde, durfte jetzt zum ersten Mal aus seinem Stall ins große Gehege, um seine Artgenossen kennenzulernen. Noch hat es keinen Namen, doch alle haben das Nashorn-Mädchen bereits ins Herz geschlossen. Bei seiner Geburt brachte es schon runde 50 Kilogramm auf die Waage und blieb die ersten Tage nah bei seiner Mutter Tanda. Israel beherbergt mit 300 Tieren die größte Zahl der vom Aussterben bedrohten Art im Rahmen des europäischen Programms für gefährdete Tierarten. Noch immer werden die Tiere in freier Wildbahn wegen ihrer Hörner von Wilderern getötet.

Video
Wenn Israel ein Dorf mit 100 Einwohnern wäre, dann gäbe es 50 Frauen und 50 Männer, 21 Araber, 74 Juden und fünf Leute anderer ethnischer Abstammung. Zwei der Dörfler hießen Cohen, einer Levy und einer Peretz, Misrachi oder Biton. 74 von ihnen lebten in einer urbanen Ansiedlung, 60 würden mit dem Auto zur Arbeit fahren und so weiter. Und viele wären mit ihrem Leben zufrieden – ganze 89. »Alles steckt in den Zahlen«, meint das zentrale Statistikbüro Israels, das das Video zur aktuellen Einwohnerstatistik aufbereitet hat – anschaulich und alles andere als trocken. Zu sehen ist es auf YouTube unter dem Titel »If Israel were a village of 100 persons ...«.

Dirigent
Der israelische Musiker Noam Sheriff ist im Alter von 83 Jahren nach einem Herzinfarkt in einem Krankenhaus in Netanja gestorben. Scheriff galt als einer der berühmtesten und einflussreichsten Komponisten und Dirigenten des Landes. 1935 in Ramat Gan geboren, studierte er an der Hebräischen Universität Jerusalem Philosophie und Literatur und später in Berlin und Salzburg Musik. Von seiner erfolgreichen Karriere zeugen unter anderem die Leitungen des israelischen Kammerorchesters sowie der Symphonieorchester Rischon LeZion und Haifa. Außerdem lehrte er an der Buchmann-Mehta-Musikschule. 2011 wurde der Künstler mit dem Israel-Preis ausgezeichnet.

Gefängnis
Die Archäologen freuen sich. Denn nach jahrelangem Streit vor Gerichten und bürokratischen Verzögerungen ist es nun beschlossene Sache: Das alte Gefängnis von Megiddo wird verlegt. Das Gebäude liegt in unmittelbarer Nähe zu den antiken Ausgrabungen mit demselben Namen, die jährlich von Zigtausenden von Touristen aus dem In- und Ausland besucht werden. Im Jahr 2005 hatten Archäologen vor geplanten Erweiterungsbauarbeiten an dem bestehenden Gebäudekomplex eine christliche Gebetshalle aus dem dritten Jahrhundert gefunden. Doch weil sich an dieser Stelle ein Hochsicherheitsgefängnis befindet, arbeiteten die Experten nicht weiter. Bis jetzt. 2021 soll das Gebäude abgerissen werden und die Ausgrabungen weitergehen. Der Legende zufolge soll an diesem Ort die apokalyptische biblische Schlacht zwischen Gut und Böse stattfinden.

Totes Meer
Das Tote Meer stirbt weiter. Einen bis 1,20 Meter pro Jahr sinkt der Wasserspiegel dieses einzigartigen Binnensees. Das Austrocknen ist vor allem dem mangelnden Zufluss von Frischwasser durch den Jordan-Fluss zuzuschreiben. Doch der Abbau von Salz und Mineralien verschlimmert die Lage weiter. Bislang haben die Dead Sea Works, der größte Abbauer, dies ungehindert tun können. Früher war das Unternehmen staatlich, heute gehört es zu Israel Chemicals, das bis 2030 die Abbaurechte hat. Doch jetzt will die Regierung einschreiten und den Vertrag schon 2022 aufkündigen. Israel Chemicals hat sich noch nicht zu Wort gemeldet, doch das Umweltministerium meint: »Dies ist eine einmalige Gelegenheit, neue Standards für die Firmen und die Umwelt zu schaffen.«

Alija
1000 dürfen kommen. Die Regierung hat einem Plan zugestimmt, weitere Falaschmura aus Äthiopien zur Alija zuzulassen. Es soll sich dabei hauptsächlich um Familienangehörige von bereits in Israel lebenden Äthiopiern handeln. »Dies ist keine leichte Entscheidung«, meinte Premier Benjamin Netanjahu. »Doch ich bin dazu bereit.« Interessenverbände kritisierten den Schritt, denn 2015 war beschlossen worden, alle noch verbleibenden Falaschmura nach Israel einreisen zu lassen. Bislang sind aber lediglich etwa 1300 immigriert. Der äthiopischstämmige Likud-Abgeordnete Abraham Neguise zeigte sich enttäuscht: »Wir beenden diesen Kampf nicht, bis jeder Einzelne von ihnen mit seiner Familie zusammengeführt worden ist.«

Glosse

Wir stehen zum Existenzrecht Pakistans!

Absurder als im rot-rot-grünen Berlin wird’s nicht mehr

von Philip Fabian  13.10.2026

Replik

Einspruch, euer Ehren!

Der Friedenspreis des Deutschen Buchhandels ging in diesem Jahr an Philippe Sands. Ausgerechnet ein Mann, dessen Autorität auf juristischer Präzision und universellen Maßstäben gründet, nimmt es mit dem Völkerrecht erstaunlich ungenau

von Leeor Engländer  13.10.2026

Medien

Israel verweigert »taz«-Korrespondentin Arbeitsvisum

Diaspora-Ministerium: »Antiisraelische Akteure und diejenigen, die Israel verleumden, sollten keinen Fuß in das Land setzen«

 13.10.2026

Israel

Ein Toter und 24 Verletzte bei Explosion von Blindgänger

Ein mutmaßlicher Blindgänger explodiert in Nordisrael. Es gibt ein Todesopfer und zahlreiche Verletzte. Berichten zufolge waren Schüler und ein Lehrer in der Gegend gewandert

 12.10.2026

Katharina von Schnurbein

»Ich habe das Gefühl, den richtigen Weg gegangen zu sein«

Die EU-Antisemitismusbeauftragte Katharina von Schnurbein wechselt von Brüssel nach Berlin. Sie folgt dort Felix Klein nach. Ein Porträt

von Michael Thaidigsmann  12.10.2026

Korruption

Bestechungsring in der Vorstadt

Umschläge voller Bargeld, Luxusuhren und teure Autos: Der Bürgermeister von Kfar Saba und seine Frau sollen Geschäftsleuten gegen Zahlungen lukrative Aufträge verschafft haben. 17 Verdächtige wurden festgenommen

von Sabine Brandes  12.10.2026

Gesellschaft

Herzog: Gewalt übersteigt Kapazitäten der Polizei

Israels Präsident nennt die Kriminalität in arabischen Gemeinden eine Katastrophe. Die Aufklärungsquote bei Tötungsdelikten liegt bei nur zwölf Prozent

von Sabine Brandes  12.10.2026

Avi Gil (in Uniform), links von Benjamin Netanjahu

Explosives Interview

»Die Geiseln hätten früher zurückkehren können«

Der ehemalige Militärsekretär des Premiers, Avi Gil, erhebt schwere Vorwürfe: Warnungen vor dem 7. Oktober seien ignoriert, Abkommen aus politischen Gründen verhindert und Protokolle manipuliert worden. Netanjahu weist die Anschuldigungen zurück

von Sabine Brandes  11.10.2026

Nahost

IDF: Terrorinfrastruktur in Gaza zerstört

Israelische Armee und Sicherheitsbehörden haben nach eigenen Angaben im Gazastreifen Waffenlager, eine Raketenabschussrampe und eine Kommandozentrale zerstört. Verteidigungsminister Katz droht dem neuen Hamas-Chef

 11.10.2026