Israel

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Jerusalem: Tänzer stehen kopf. Foto: Flash 90

Papiere
In einem Ermittlungsverfahren wird derzeit untersucht, wie geheime israelische Militärdokumente im Westjordanland verschwinden konnten. Sie waren aus dem Fahrzeug des designierten Militärattachés für den Premierminister, Avi Bluth, gestohlen worden. Bluth hatte sein Auto geparkt, als er zu einer Tour mit Offizieren unterwegs war. Seine Waffe und gesicherte Kommunikationsgeräte nahm er mit, die Papiere ließ er offensichtlich liegen. Es handele sich dabei um Dokumente mit einer geringen Sicherheitsstufe, heißt es. Der Diebstahl geschah einen Tag vor dem Bewerbungsgespräch mit Netanjahu. Die Ermittler wollen herausfinden, ob Bluth Sicherheitsbestimmungen verletzt hat. Wie das Gespräch verlief, ist nicht bekannt.

Übertragung
Sommer, Sonne, Fußball. Die Israelis freuen sich, dass sie bei dieser Weltmeisterschaft beim Public Viewing am Strand, in Bars und Kneipen zuschauen dürfen. Denn der öffentlich-rechtliche Sender Kan überträgt die WM 2018. Doch leider läuft dabei nicht alles glatt. Tausende von Fußballfans beschwerten sich jetzt, dass die Übertragung der Spiele »inakzeptabel und teilweise nicht anzuschauen« sei. Die Kameras seien viel zu weit vom Spielfeld entfernt, dadurch die Spieler nur schwer zu identifizieren, und der Ball sei oft gar nicht zu sehen. Kan protestierte daraufhin offiziell in einem Schreiben an die FIFA. Allerdings gab Kan an, dass es die Rechte gekauft habe, um in der neuen Technologie 4K zu übertragen. Und die führt zu einem weiteren Aufnahmewinkel. Aufgrund der Beschwerden zeigt der Sender die Spiele auf einigen seiner Sender jetzt wieder in der bisherigen HD-Technologie, die näher vom Spielfeld sendet.

Skulptur
Wie aus dem Nichts tauchten sie plötzlich mitten in Jerusalem auf: kunterbunte menschliche Skulpturen. 15 örtliche Tänzer dehnten, drehten und verbogen ihre Körper im Rahmen des jährlichen Israel-Festivals an verschiedenen Orten der Stadt. Sie steckten unter Parkbänken, klebten an Mauervorsprüngen oder belagerten Bushaltestellen. Bei dem Fest kooperieren israelische mit internationalen Künstlern. Die Darstellung »Bodies in Urban Space« basiert auf einer Choreografie des Österreichers Willi Doerner und will menschliche Kompositionen vor dem Hintergrund von städtischer Architektur darstellen. Passanten sollen zur Reaktion und Reflexion über das Leben in der Stadt aufgefordert werden. Doerner stellt seine bunten Figuren bereits seit zehn Jahren in der ganzen Welt vor.

Flaschen
Auch SodaStream liebt Fußball. Passend zur WM gibt der israelische Sprudelmaschinen-Hersteller Flaschen mit den Abbildungen von Nationaltrikots heraus. Die umweltfreundlichen Behältnisse sind eine einmalige Sonderedition, um das einen Monat andauernde Sportfest gebührend zu feiern. Die in Israel beliebtesten Mannschaften Argentinien, Spanien und Brasilien werden dafür in einer Packung mit drei Flaschen für rund 60 Euro angeboten.

Gewerkschaft
Der Gewerkschaftsverband Histadrut nimmt ab sofort arbeitende afrikanische Immigranten in seine Reihen auf, auch wenn sie sich illegal im Land aufhalten. Zunächst hatte die Mehrheit der Histadrut-Mitglieder sich gegen die Aufnahme ausgesprochen. Doch eine Petition der Chadasch-Fraktion innerhalb der Gewerkschaft setzte die Änderung schließlich durch. Derzeit seien nach Angaben der Gewerkschaft rund 36.000 Arbeiter aus Eritrea und dem Sudan berechtigt, Mitglieder zu werden. Die Histadrut ist die größte Arbeitervertretung des Landes.

Milliarde
Premierminister Benjamin Netanjahu lobt das deutsche Parlament, weil es einem Eine-Milliarde-Euro-Deal zugestimmt hat, um israelische Drohnen zu leasen. »Dies ist ein großartiger Beitrag zur israelischen Sicherheitsindustrie und Wirtschaft. Dieses gigantische Abkommen ist ein Ausdruck der strategischen Partnerschaft zwischen Deutschland und Israel und bezeugt das Potenzial israelischer Firmen, an andere Länder zu liefern.« In Deutschland gilt der Deal als umstritten, weil die Drohnen des Typs »Heron«, die zwar unbewaffnet geliefert werden, auch mit Waffen ausgerüstet werden können. Der Haushaltsausschuss des Bundestags hatte nach jahrelangem Streit grünes Licht für die unbemannten Flugobjekte gegeben.

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