Israel

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Schrill und bunt: die Pride Parade in Tel Aviv Foto: Flash 90

Umfrage
Zwischen den Juden in den USA und Israel gibt es laut einer Umfrage des American Jewish Committee (AJC) erhebliche Meinungsverschiedenheiten zur Israel-Politik von US-Präsident Donald Trump. Laut der Umfrage, die das AJC am Sonntag veröffentlichte, halten 77 Prozent der israelischen Juden den Umgang Trumps mit den Beziehungen zwischen den USA und Israel für gut, in den USA sind es dagegen nur 44 Prozent der Juden. Auch was die Verlegung der US-Botschaft von Tel Aviv nach Jerusalem angeht, differieren die Meinungen erheblich: 88 Prozent der israelischen Juden halten die Entscheidung für richtig, während es in den USA nur 46 Prozent der Juden sind. Die Umfrage zeigt zudem, dass amerikanische Juden die Gründung eines unabhängigen Palästinenserstaates eher unterstützen als ihre israelischen Glaubensgenossen: In den USA sind 59 Prozent aller Juden dafür, in Israel nur 44 Prozent.

Drachen

Sderot, eine Kleinstadt unmittelbar am Gazastreifen gelegen, lud jüngst zum Drachenfestival ein. Beim Basteln für Kinder sollte die fröhliche Tradition des Drachensteigen-Lassens betont werden. Am Ende schrieben die Mädchen und Jungs eine persönliche Botschaft »als therapeutische Aktivität« auf ihren Drachen und ließen ihn fliegen, berichtete die Stadtverwaltung. Bürgermeister Alon Davidi meinte dazu: »Als Gegensatz zu unseren Nachbarn in Gaza, die das wundervolle Hobby der Drachen in einen Akt des Terrorismus verdreht haben, führen die Kinder von Sderot die Papierflieger wieder ihrem eigentlichen Zweck zu: dass er hochfliegt und nicht herunterfällt. Ich rufe die Kinder von Gaza auf, mit den Drachen auf diese Weise zu spielen.«

Kandidat
Der ehemalige Generalstabschef Benny Gantz will offenbar der nächste Kandidat der Zionistischen Union für den Posten des Premierministers werden. Nach einem Bericht der Tageszeitung »Maariv« traf sich Gantz in jüngster Zeit mehrere Male mit dem Parteichef der Awoda, Avi Gabbay. Die Zionistische Union ist vor den vergangenen Parlamentswahlen als Verbindung zwischen der Arbeitspartei und der Hatnua von Zipi Livni hervorgegangen. Angeblich stünden die beiden Männer kurz vor einer Übereinkunft. Gabbay soll dabei ein Ministerposten für eine etwaige zukünftige Regierung in Aussicht gestellt werden. Angeblich hätte die Union bei den nächsten Wahlen mit Gantz an der Spitze größere Erfolgschancen. Umfragen zufolge würde Gantz 25 Sitze holen können, Gabbay allerdings lediglich 15 Sitze.

Parade
Sie wollten Geschichte schreiben – und sie taten es. Bei der 20. und größten Pride Parade aller Zeiten in Israel feierten am vergangenen Freitag mehr als eine Viertel Million Menschen unter den Regenbogenflaggen, gab die Stadtverwaltung Tel Aviv an. Viele Politiker in Israel beschworen die Toleranz an diesem Tag und lobten die ausgelassen und völlig friedlich Feiernden. Mit auf der Bühne war die Gewinnerin des Eurovision Song Contest, Netta Barzilai. In einem knallbunten Outfit dröhnte sie natürlich ihren Siegerhit »Toy« aus vollem Hals ins Mikro.

Wut
Der spirituelle Anführer der jüdischen Satmar-Sekte, Aaron Teitelbaum, hat seinem Unmut Luft gemacht. In Long Island, USA, sprach er vor Tausenden Anhängern. »Den Gerüchten zufolge habe ich gehört, dass die Leute erfreut über die israelischen Errungenschaften sind«, begann der Rabbiner und wetterte dann in Jiddisch weiter: »Wir müssen schreien: ›Gevalt, Gevalt‹. Wohin sind wir gekommen? Wir sind nicht Teil des Zionismus, sind nicht Teil ihrer Kriege, nicht Teil des Staates Israel.« Die Satmarer sind bekannt für ihre extreme antizionistische und Anti-Israel-Haltung. Die größte chassidische Gruppe der Welt erkennt den Staat Israel nicht an.

Untersuchung

Der Inlandsgeheimdienst Schin Bet ist zu dem Ergebnis gekommen, dass die Geschehnisse von Umm al-Hiran kein Terrorismus gewesen seien. Stattdessen handele es sich um eine Polizeiaktion, die schiefgegangen sei. Der Beduine Yacoub Mousa Abu Al-Qiaan war mit seinem Auto in eine Gruppe von Polizisten gefahren, wobei einer der Beamten getötet wurde. Die Untersuchung des Falls »schließt die Möglichkeit eines geplanten Terroranschlags komplett aus«, heißt es in dem Bericht. Der Polizist hatte offenbar auf Al-Qiaan geschossen, der dadurch die Kontrolle über sein Fahrzeug verloren hatte. Beide Männer starben. Die Todesfälle seien durch »ernsthaften Fehler des Polizisten zustande gekommen«, resümiert der Inlandsgeheimdienst Schin Bet.

Vereinte Nationen

Generalsekretär Guterres: UN-Sonderberichterstatter »völlig außer Kontrolle« in Bezug auf Israel

Der scheidende UN-Generalsekretär António Guterres hat die extreme Einseitigkeit einiger UN-Sonderberichterstatter bezüglich des jüdischen Staates eingeräumt. Eine allgemeine Voreingenommenheit der UNO gegenüber Israel sieht er aber nicht

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Rehovot

Israelische Forscher melden Erfolg bei Krebsforschung

Forscher des Weizmann Institute of Science entdeckten gemeinsam mit amerikanischen Wissenschaftlern einen bislang unterschätzten Mechanismus bei der Entstehung genetischer Mutationen

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7. Oktober

»Sie aßen Kuchen – als ob kein Skelett neben ihnen läge«

Die ehemalige israelische Geisel Evyatar David erzählt erstmals einem internationalen Sender vom Hunger, der Gefangenschaft in den Terrortunneln der Hamas und wie es ihm heute geht

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Südlibanon

Erst Drohnenangriffe, dann Gegenschläge

Nachdem die pro-iranische Terror-Miliz Hisbollah mit zwei Drohnen israelische Soldaten angegriffen hatte, reagierte die IDF mit Gegenangriffen

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Nahost

Israel: Leibwächter von Ex-Hamas-Chef Sinwar in Gaza getötet

Vor knapp zwei Jahren hatte die israelische Armee den Hamas-Chef Sinwar getötet, der als Drahtzieher des Massakers vom 7. Oktober 2023 galt. Nun soll auch sein Bodyguard ums Leben gekommen sein

 27.08.2026

Sicherheit

Streit um Gaza-Friedensplan spitzt sich zu

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von Sabine Brandes  27.08.2026

Diplomatie

CIA warnt Putin vor Angriffen auf Nato und drängt auf neue Iran-Politik

Geheimtreffen in Moskau: CIA-Chef Ratcliffe mahnt Russland wegen eines möglichen Angriffs auf die NATO und fordert im Iran-Krieg die Öffnung der Straße von Hormus

von Sabine Brandes  27.08.2026

Schweiz

Gewalt-Demo gegen Israel in Basel verboten

Die Polizei hält die geplante Anti-Israel-Demo, bei der die Organisatoren »Tod dem Zionismus« wünschen, für nicht bewilligungsfähig

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Kommentar

Die verlorene Mitte

Beim Betrachten des Wahlkampfs zu den Landtagswahlen im Herbst muss man feststellen: Judenhass ist in Deutschland längst kein Ausschlusskriterium mehr für die Parteien der sogenannten politischen Mitte

von Benjamin Graumann  27.08.2026