Israel

Nachrichten

Letzte Woche war es noch trocken. Foto: Flash 90

Regen
Die Sonne schien, und es regnete kaum. Den fünften Winter in Folge gab es zu wenig Nass für die Natur. Von September bis November fielen lediglich 45 Prozent des gewöhnlichen Niederschlags. Um für Unterstützung von oben zu beten, versammelten sich am Donnerstag vergangener Woche Tausende gläubiger Juden an der Kotel in Jerusalem. Landwirtschaftsminister Uri Ariel hatte gemeinsam mit den beiden Oberrabbinern und anderen prominenten Rabbis dazu aufgerufen. Einige Experten nannten es die schlimmste Dürre in vier Jahrzehnten. Während mehrere Politiker Ariel kritisierten und betonten, als Mitglied einer säkularen Regierungskoalition solle er von »Voodoo-Zauber« Abstand nehmen und stattdessen lieber aktiv etwas gegen die Erderwärmung unternehmen, meinte der lapidar, es könne schließlich nicht schaden, um Hilfe zu bitten. Und siehe da: Inzwischen regnete es.

Geschosse
Drei Raketen sind am Freitagmorgen vom Gazastreifen aus auf israelisches Territorium abgeschossen worden. Die Armee gab an, dass in den an das Palästinensergebiet angrenzenden Gemeinden Shaar Hanegev und Sdot Negev sowie den Kibbuzim Alumim und Nachal Oz die Sirenen schrillten. Das Abwehrsystem »Iron Dome« fing zwei der Geschosse ab. Die dritte Granate schlug in einem Gebäude von Shaar Hanegev ein und richtete Sachschaden an. Nach Angaben der Sicherheitskräfte wurde niemand verletzt.

Gesetz
Die Knesset hat kurz vor dem Schabbat das sogenannte Empfehlungsgesetz angenommen. Nach zwei Tage andauernden Debatten und scharfer Kritik der Opposition wurde die umstrittene Einbringung vergangene Wocheals neues Gesetz formuliert. In der zweiten und dritten Lesung stimmten 59 Parlamentarier dafür und 54 dagegen. Mithilfe dieser Gesetzgebung soll ein amtierender Regierungschef vor Strafverfolgung geschützt werden. Der Polizei soll es unter anderem verboten werden, Empfehlungen für eine Anklage an den Staatsanwalt sowie Informationen und Untersuchungsergebnisse an die Medien weiterzugeben. Nach andauernden Protesten in der Bevölkerung ruderte die Regierung jedoch teilweise zurück und fügte einen Artikel hinzu, dass das Gesetz für den amtierenden Ministerpräsidenten Benjamin Netanjahu nicht gelten werde. Die Partei Jesch Atid von Yair Lapid sowie eine Nichtregierungsorganisation reichten noch am selben Tag Petitionen beim Obersten Gericht ein, die das Gesetz revidieren sollen.

Auszeichnung
Zum neunten Mal in Folge ist die Rettungsorganisation ZAKA zur israelischen »Supermarke« im Bereich öffentlicher Sektor und Organisationen gekürt worden. ZAKA holte nach dem Geheimdienst Mossad den zweiten Platz. Für die Auszeichnung wurden Israelis befragt, mit welchen »Marken« sie herausragenden Service und eine emotionale Beziehung verbinden. Ebenfalls »Supermarken« in der Sparte sind die Luftwaffe, die Hilfsorganisation Yad Sarah, der Rettungsdienst Magen David Adom, die Armee, der Rüstungsbetrieb Rafael und der Inlandsgeheimdienst Shin Bet. »Es ehrt uns, dass wir so einen sicheren Platz im Herzen der israelischen Bevölkerung haben«, sagte der ZAKA-Vorsitzende Yehuda Meshi-Zahav im Anschluss. Es zeige, wie sehr die Arbeit, die alle Teile der israelischen Gesellschaft zusammenbringe – religiös und säkular, jung und alt, jüdisch und arabisch –, geschätzt werde.

Austritt
Israel will 2018 nicht mehr Mitglied der UNESCO sein. Regierungschef Benjamin Netanjahu hatte diese Entscheidung vor einigen Tagen angekündigt. Grund sei die Anti-Israel-Einstellung der Kulturabteilung der Vereinten Nationen. Doch der Austritt gestaltet sich schwieriger als gedacht – und zwar wegen der Feiertage. Der israelische Gesandte Carmel Shama-Hacohen hatte noch am Donnerstag vergangener Woche versucht, im UNESCO-Büro in Paris persönlich etwas zu erreichen. Er brachte neben den ausgefüllten Formularen sogar eine Schachtel Pralinen für die Sicherheitsbeamten mit, doch es sei niemand bereit gewesen, die Papiere entgegenzunehmen, so Shama-Hacohen. Das Büro sei bis zum 2. Januar geschlossen. Trotzdem ist er sicher, dass Israels Austritt stattfinden wird.

Be'eri

Nach dem 7. Oktober

Daniel Neumann hat den Kibbuz Be’eri besucht und fragt sich, wie es nach all dem Hass und Horror weitergehen kann. Er weiß, wenn überhaupt, dann nur in Israel

von Daniel Neumann  31.12.2025

Terror

Warum?

Die nichtjüdische Deutsche Carolin Bohl wurde am 7. Oktober 2023 von der Hamas brutal ermordet. Hier nimmt ihre Mutter Abschied von der geliebten Tochter

von Sonja Bohl-Dencker  31.12.2025

Gaza

Bericht: USA und Israel setzen Hamas Frist für Waffenabgabe

Die USA und Israel haben sich auf eine Frist für die Entwaffnung der Hamas geeinigt. Diese ist Voraussetzung für Frieden in Gaza

 31.12.2025

USA

Die Eltern der letzten Geisel treffen Trump

Die Eltern von Ran Gvili kämpfen dafür, dass die zweite Phase von Trumps Gaza-Plan erst beginnt, wenn ihr Sohn wieder zu Hause ist

 31.12.2025

Deutschland

Bildungszentrum von Yad Vashem soll Leerstelle füllen

Das in Deutschland geplante Bildungszentrum der Gedenkstätte Yad Vashem soll ein größeres Bild in den Dialog der Erinnerungskultur bringen

 31.12.2025

Hintergrund

Das steckt hinter »Katargate«

Die Affäre um vermeintliche Zahlungen von Doha an Netanjahu-Berater und Medien-Leaks zieht immer weitere Bahnen

von Sabine Brandes  30.12.2025

Afrika

Somalier protestieren gegen Israel

Sprechchöre, geschlossene Unis, kämpferische Reden: In Somalia entlädt sich Wut über Israels Anerkennung von Somaliland. Die Proteste ziehen sich quer durch die Gesellschaft.

 30.12.2025

Einspruch

Solidarität mit Somaliland

Sabine Brandes findet Israels Anerkennung der Demokratie am Horn von Afrika nicht nur verblüffend, sondern erfrischend

von Sabine Brandes  30.12.2025

Jerusalem/Fremont

Benjamin Netanjahu spricht mit Elon Musk über KI-Zukunft Israels

Im Mittelpunkt stand die strategische Ausrichtung Israels im Bereich künstlicher Intelligenz. Netanjahu will das Land technologisch an die Weltspitze führen

 30.12.2025