Berlin

Nach Absage der FU: Pogrom-Ausstellung findet an drei Orten statt

Auch das am 7. Oktober erfolgte Pogrom im Kibbuz Be’eri ist Teil der Ausstellung. Foto: copyright (c) Flash90 2024

Eine Ausstellung über fünf Pogrome der Zeitgeschichte sollte in Berlin und an anderen Orten in Europa sowie im Nahen Osten gezeigt werden – 80 Jahre nach der Befreiung von Auschwitz. Das britische National Holocaust Museum konzipierte dafür »The Vicious Circle«.

Die Freie Universität (FU) in Berlin wollte die Wanderausstellung zunächst zeigen, machte dann aber einen Rückzieher. Wie der »Tagesspiegel« berichtet, wird »Der Teufelskreis« dennoch in Berlin zu sehen sein.

Die Novemberpogrome in Berlin im Jahr 1938 sind ebenso Teil der Schau wie Pogrome in Bagdad 1941, in Kielce (Polen) 1946, in Aden 1947 und im Kibbuz Be’eri am 7. Oktober 2023.

Lesen Sie auch

Schutz der Exponate

Der Kommentar der FU nach der Absage: Gegenüber dem »Tagesspiegel« erklärte die Bildungsinstitution, man störe sich nicht an den Inhalten. Das Foyer der Uni sei aber »möglicherweise nicht die richtige Plattform«.

Später wurde noch das Argument der Kosten für den Schutz der Exponate angegeben sowie der Hinweis, die Nebeneinanderstellung von »Pogromen in verschiedenen Kontexten« könne als Relativierung der Schoa verstanden werden. Auch befürchtete die Uni »emotionale Reaktionen«.

Berliner Abgeordnetenhaus und Rathaus Neukölln

Nun ist klar: »The Vicious Circle« kommt dennoch nach Berlin. Der zunächst irritierte Veranstalter kann aufatmen. Am 25. Februar wird die Ausstellung im Abgeordnetenhaus eröffnet, wo sie dann am 26. und 28.2. sowie am 3. und 4.3. zu sehen ist, um später ins Haus der Wannseekonferenz (noch kein Termin) und ins Rathaus Neukölln (28.4. bis 23.5.) umzuziehen.

Kommende Woche wird die Ausstellung zunächst in London gezeigt. Später stehen auch Tallinn und Brüssel auf dem Programm. An allen Ausstellungsorten soll nach Angaben des Holocaust Museums klar werden, dass der Hass auf Juden eine über 2000-jährige Geschichte aufweist, die nicht 1945 endete. im

Missbrauch

Razzia gegen Kinderehen

Die Polizei ermittelt gegen eine strengreligiöse sektenähnliche Gruppe wegen illegaler Hochzeiten von Minderjährigen

von Sabine Brandes  03.09.2026

Jerusalem

Die Gewalt hat am Schabbat gesiegt

Wegen ultraorthodoxer Randalierer: Das Café Besimta der Bewegung »Juden für Jesus« öffnet samstags nicht mehr

von Sabine Brandes  03.09.2026

Gesellschaft

Rafael schlägt David

Die beliebtesten Kindernamen der Erstklässler in den unterschiedlichen Bevölkerungsgruppen von Jerusalem

von Sabine Brandes  03.09.2026

Debatte

Öffentlich-Rechtliche Medien: Macht euren Job, aber macht ihn besser!

Ein Appell von Esther Schapira

von Esther Schapira  03.09.2026

Jerusalem

Netanjahu sagt, Sicherheitschefs hätten ihn am 7. Oktober absichtlich nicht geweckt

Neu ist vor allem die Behauptung, die Sicherheitsführung habe ihn nicht lediglich aus einer Fehleinschätzung heraus nicht informiert, sondern sich bewusst dagegen entschieden

 03.09.2026

Rehovot

Israelische Forscher melden Erfolg bei Krebsforschung

Forscher des Weizmann Institute of Science entdeckten gemeinsam mit amerikanischen Wissenschaftlern einen bislang unterschätzten Mechanismus bei der Entstehung genetischer Mutationen

 03.09.2026

Umfrage

Umfrage: Netanjahu-Lager holt auf, beide Blöcke bei 53 Mandaten

Noch vor einer Woche hatte dieselbe Umfrage ein deutlich anderes Bild ergeben. Damals lag die Opposition mit 57 Sitzen vorn

 03.09.2026

Jerusalem

Katz: Israel ist bereit, die freiwillige Ausreise aus Gaza zu ermöglichen

Die Hintergründe

 03.09.2026

Tel Aviv

Nur jeder sechste Israeli fährt mit Bus oder Bahn zur Arbeit, andauernde Staus als Folge

Trotz Milliardeninvestitionen in den öffentlichen Nahverkehr wird dieser weniger genutzt als erhofft

 03.09.2026