Israel

Mutmaßlicher Hacker an USA ausgeliefert

Dem mutmaßlichen Hacker soll Cyber-Kriminalität vorgeworfen sein Foto: Getty Images/ iStock

Israel hat einen russischen mutmaßlichen Hacker am Dienstag an die USA ausgeliefert. Das israelische Justizministerium teilte mit, dem Mann würden unter anderem »Betrug mit elektronischen Mitteln«, das Eindringen in Bankkonten, Identitätsdiebstahl sowie Geldwäsche vorgeworfen.

Laut Auslieferungsantrag habe er eine Webseite verwaltet, die illegal Zugangsdaten von mehr als 150.000 Kreditkarten zum Verkauf angeboten habe. Der Russe habe auch ein Forum für Cyber-Kriminelle eingerichtet. Opfern in den USA habe er laut Verdacht finanzielle Schäden in Höhe von umgerechnet 18 Millionen Euro zugefügt.

antrag Israels Höchstes Gericht hatte am Montag einen Antrag gegen die Auslieferung abgelehnt. Die russische Botschaft in Israel kritisierte die Entscheidung nach Angaben der »Times of Israel« als Verstoß gegen die Rechte des Russen und als nicht hilfreich für die Beziehungen zwischen Israel und Russland.

Israel hatte den mutmaßlichen Hacker 2015 auf Bitten der USA festgenommen. Der Fall hatte zuletzt auch für Aufmerksamkeit gesorgt, weil Medien berichtet hatten, Moskau habe ihn gegen eine junge Israelin austauschen wollen, die in Russland wegen Drogenvergehen zu siebeneinhalb Jahren Haft verurteilt worden war. Israel habe dies abgelehnt.

marihuana Die russischen Behörden hatten die Israelin den Berichten zufolge im April mit 9,6 Gramm Marihuana im Gepäck auf dem Moskauer Flughafen festgenommen. Sie habe sich auf der Durchreise von Indien nach Israel befunden. Die junge Frau besitzt demnach auch einen amerikanischen Pass.

Die Strafe wird in Israel als viel zu hart angesehen. Im vergangenen Monat hatte Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu nach Angaben seines Büros Russlands Präsidenten Wladimir Putin um die Begnadigung der jungen Frau gebeten.  dpa

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