Konzert

Musikalisches Heimspiel

Ein schöneres Geschenk hätte es für Martin Meir Widerker wohl nicht geben können. Zu seinem 80. Geburtstag bekam der Stuttgarter gleich tausendfach Glückwünsche überreicht. Und zwar an einem ganz besonderen Ort: Am Montag wurden die Lieder des Komponisten in Tel Avivs größter Konzerthalle, dem Heichal Hatarbut, aufgeführt. Und Widerker war mit seiner gesamten Familie persönlich anwesend.

Es war das erste Mal, dass Widerkers Musik in einem derart großen Rahmen in Israel zu hören war. Entsprechend stolz und aufgeregt war er vor Beginn des Chasanut-Konzertes, bei dem neben Kantor Avremi Rott auch der weltberühmte Yitzchak Meir Helfgot auftrat. »Die Menschen strömen in Massen in die Halle«, freute sich Widerker, als er vor dem Eingang die ankommenden Gäste beobachtete. Mehrere kannte der Komponist persönlich, begrüßte, umarmte und empfing zahllose Masal-tow-Rufe.

Der Heichal Hatarbut war komplett ausverkauft. Das Publikum reichte von traditionell-religiösen Musikliebhabern über Charedim bis hin zu säkularen Israelis. In der ersten Reihe gab sich Tel Avivs Oberrabbiner Israel Meir Lau die Ehre.

kammerorchester
Die Gesänge der Kantoren David Koussevitzky und Josef Rosenblatt wechselten sich mit den Schabbatliedern von Widerker ab. Darunter waren Stücke wie »Schalom Aleichem«, »Jom se L‘Israel« oder »Menucha ve Simcha«. Begleitet wurden die Kantoren vom Kammerorchester Netanjahu, einem Männerchor aus 80 Kantoren und einem Knabenchor. Yankale Rotner dirigierte.

Chasan Helfgot entlockte den Zuhörern mit seiner außergewöhnlichen Stimme wahre Beifallsstürme, viele zückten ihre Smartphones und filmten die imposanten Darbietungen. Höhepunkt des Konzertes war das Duett »Avinu B’Schamaim« der beiden Kantoren zusammen mit einem Solisten des Kinderchors, das das Publikum mit tosendem Applaus bedachte. Im zweiten Teil des Abends stimmte der gesamte Saal »Happy Birthday« für den Gast aus Deutschland an. »Es war ein grandioses Gefühl«, sagt Widerker.

geige Martin Meir Widerker, der in Tel Aviv geboren wurde, hat seine Liebe zur Musik bereits als Kind entdeckt, als er lernte, Geige zu spielen. Zur Komposition kam er später im Leben, doch dafür umso leidenschaftlicher.

Mittlerweile hat er drei Alben mit Schabbatliedern veröffentlicht, die dem Stil und der Tradition der verschiedenen chassidischen Strömungen wie Satmar, Bobover und Wischnitzer folgen. Viele Fachleute hätten ihm im Anschluss bescheinigt, dass es ein Konzert dieser Art mit so vielen Zuhörern in Israel noch nie zuvor gegeben habe. Sein Fazit: »Ich bin wirklich glücklich darüber.«

Jerusalem

Mann, der Nonne angriff, muss in Psychiatrie

Christen in Jerusalem werden immer wieder angefeindet. Nach einem Angriff auf eine Nonne im April kam ein Gericht nun aber zu dem Schluss, dass es sich nicht um eine religiös motivierte Tat handelte

 26.08.2026

Westjordanland

Knesset-Abgeordneter zerstört palästinensisches »Märtyrer«-Denkmal

Zvi Sukkot fuhr unter Armeeschutz nach Madama. Die IDF wirft dem Abgeordneten vor, sie getäuscht zu haben

 26.08.2026 Aktualisiert

Wissenschaft

Zwei israelische Unis unter den besten der Welt

Das Weizmann Institute of Science in Rehovot und die Hebräische Universität Jerusalem schafften es in die Top 100

 26.08.2026

Kommentar

Unpolitisch war gestern

Der ESC unterliegt künftig neuen Regeln für Krisenstaaten, Israel kann nach wie vor am Wettbewerb teilnehmen. Noch ist das keine Lex Israel. Aber der Eindruck entsteht

von Nicole Dreyfus  26.08.2026

Rehovot

Israelische Forscher melden Erfolg bei Krebsforschung

Forscher des Weizmann Institute of Science entdeckten gemeinsam mit amerikanischen Wissenschaftlern einen bislang unterschätzten Mechanismus bei der Entstehung genetischer Mutationen

 26.08.2026

Jerusalem

Netanjahu warnt vor Stimmenverlusten im rechten Lager

»Bei dieser Wahl zählt jede Stimme. Verschwenden Sie Ihre Stimme nicht an kleine Parteien«, sagt der Ministerpräsident. Den Grund für diese Warnung liefern die jüngsten Umfragen und die Geschichte

 26.08.2026

Nir Oz

Herzog: Sorgen der Bewohner an der Gaza-Grenze dürfen nicht unterschätzt werden

»Der Staat Israel ist hier, beobachtet, ist wachsam und verteidigt«, sagt der Präsident in einem der Kibbuzim, die am 7. Oktober 2023 attackiert wurden

 26.08.2026

Kommentar

Die verlorene Mitte

Beim Betrachten des Wahlkampfs zu den Landtagswahlen im Herbst muss man feststellen: Judenhass ist in Deutschland längst kein Ausschlusskriterium mehr für die Parteien der sogenannten politischen Mitte

von Benjamin Graumann  26.08.2026

Krieg

Trump droht Iran mit Zerstörung von Minenbooten und -schiffen

Immer wieder droht der US-Präsident mit der Zerstörung des Irans. Einen Tag nach Äußerungen zu neuen Sanktionen gegen das Land holt Trump wieder aus

 25.08.2026