Nahost

Mullahs: Machtwechsel wird »Widerstand« gegen Israel nicht stoppen

Der iranische Führer Ali Khamenei Foto: picture alliance / ZUMAPRESS.com

Nahost

Mullahs: Machtwechsel wird »Widerstand« gegen Israel nicht stoppen

Der Sturz von Assad war für die »Widerstandsfront« gegen Israel ein herber Rückschlag. Teheran versucht, diese Niederlage herunterzuspielen

 09.12.2024 10:12 Uhr

Das Mullah-Regime im Iran behauptet, dass der Sturz des syrischen Machthabers Baschar al-Assad den Kampf gegen Israel nicht stoppen werde. »Der Machtwechsel in Syrien könnte den weiteren Kurs der Widerstandsfront gegen das zionistische Regime (Israel) kurzfristig beeinträchtigen, aber definitiv nicht aufhalten«, sagte Außenminister Abbas Araghtschi.

In einem Interview mit dem Staatssender Irib erklärte der iranische Chefdiplomat, der »Widerstand« gegen Israel sei »eine ideologische Mission und kein klassischer Krieg« und werde daher weitergehen.

Er räumte jedoch ein, dass Assad und die syrische Regierung ein strategisch wichtiger Alliierter in der »Widerstandsfront« gegen Israel gewesen sind. Teheran hatte laut Araghtschi in Syrien zwar mit einem langfristigen Bürgerkrieg, nicht aber mit einem solch rasanten Umsturz gerechnet.

Lesen Sie auch

Staatlicher Verbündeter

Seit Jahren überzieht der Iran den Nahen Osten mit Terror. Die Hamas, die Hisbollah, die Huthi und andere von Teheran finanzierte Terrororganisationen gehen gegen Israel und dessen Partner vor. Der bisher schlimmste Terrorakt gegen den einzigen jüdischen Staat passierte am 7. Oktober 2023, als palästinensische Terroristen 1200 Israelis in Massakern ermordeten, darunter sogar Babys, und 251 nach Gaza verschleppten, von denen sich 97 noch immer in Geiselhaft befinden. Hinzu kamen Vergewaltigungen und Folter.

Die Regierung von Assad war der einzige staatliche Verbündete innerhalb der von Iran angeführten Widerstandsfront. Außerdem diente Syrien als Versorgungsroute für die Hisbollah im Südlibanon. Der Machtwechsel in Damaskus hat laut Beobachtern in Teheran die iranische anti-Israel Doktrin erheblich geschwächt.

Araghtschi selbst war bis Samstag noch auf diplomatischer Mission unterwegs. Er wollte die arabischen Nachbarländer davon überzeugen, weiter an Assads Regierung festzuhalten, um die »Terroristen« der Islamisten-Allianz Haiat Tahrir al-Scham (HTS) zu bekämpfen. Seine Bemühungen erwiesen sich jedoch als nutzlos. In den sozialen Medien wurde er von hiesigen Kritikern deswegen auch als »Abbas Sisyphus« tituliert. dpa/ja

Tagung

Europäische Rabbiner diskutieren interreligiösen Dialog in Jerusalem

Wie viel Religion braucht der Frieden? Diese Frage stand im Zentrum einer Podiumsveranstaltung der Europäischen Rabbinerkonferenz bei deren Tagung in Jerusalem

 28.01.2026

Jerusalem

Isaac Herzog reist nach Australien

Der israelische Präsident trifft Vertreter der jüdischen Gemeinschaft, Hinterbliebenen und Überlebenden des Anschlags am Bondi Beach und Premierminister Anthony Albanese

 28.01.2026

Jerusalem

Netanjahu macht Joe Bidens Waffenpolitik für Tod israelischer Soldaten verantwortlich

»Helden sind gefallen, weil sie nicht die Munition hatten, die sie gebraucht hätten«, sagt der Ministerpräsident. Frühere US-Regierungsbeamte weisen den Vorwurf zurück

 28.01.2026

Nachrichten

Eurovision, Syrien, Ehrung

Kurzmeldungen aus Israel

von Sabine Brandes  27.01.2026

Nachkriegsordnung

Hamas will 10.000 eigene Polizisten im Gazastreifen

Die Terroristen begründeten ihre Forderung unter anderem damit, dass sich entlassene Polizisten so nicht zu Terrorgruppen zusammenschließen würden

 27.01.2026

Jerusalem

Rekord: Über 1000 Nieren-Spender auf einem Foto

Der Organisation Matnat Chaim zufolge ist Israel führend bei Lebend-Spenden. Das wird mit diesem Foto besonders deutlich

 27.01.2026

Nahost

Grenzübergang Rafah soll diese Woche geöffnet werden

Zunächst wird offenbar nur der zivile Personenverkehr passieren dürfen – zum ersten Mal seit mehr als zwei Jahren

 27.01.2026

Tel Aviv

»Die Leute weinten, wir umarmten uns«

Der Kommandeur der israelischen Such- und Rettungseinheit der Armee, Oberstleutnant V., spricht im Sender »Kan« über die Bergung der sterblichen Überreste der letzten Gaza-Geisel Ran Gvili

 27.01.2026

Sydney

Australien verweigert jüdischem Islamgegner die Einreise

Australien hat in der vergangenen Woche seine Gesetze gegen Hassverbrechen verschärft. Ein jüdischer Influencer, der ein »Islamverbot« fordert, darf das Land nicht betreten

 27.01.2026