Medienbericht

Mossad-Chef soll über weiteren Geisel-Deal verhandeln

Mossad-Direktor David Barnea Foto: copyright (c) Flash90 2023

Vertreter der israelischen Regierung haben einem Medienbericht zufolge dem Chef des israelischen Geheimdienstes Mossad »grünes Licht« für die Verhandlung über einen neuen Geisel-Deal gegeben. David Barnea könne an einem neuen Abkommen arbeiten, das die Freilassung weiterer im Gazastreifen festgehaltenen Menschen vorsieht, berichtete der Sender Channel 12.

Israelischen Medienberichten zufolge wird Barnea in den kommenden Tagen erneut nach Europa reisen, um dort wieder mit dem katarischen Ministerpräsidenten Mohammed bin Abdulrahman Al Thani über ein mögliches Abkommen mit der palästinensischen Terrororganisation Hamas zu sprechen.

Israelische Medien meldeten weiterhin, die Regierung erwäge die Freilassung von palästinensischen Häftlingen, denen die Ermordung von Israelis vorgeworfen wird, um einen Deal zustande zu bringen. Dies hatte die Regierung zuvor abgelehnt.

Höherer Preis

Die Hamas dürfte aber für die vielen im Gazastreifen verbleibenden Männer und vor allem die Militärangehörigen einen höheren Preis fordern als für die bislang freigelassenen Frauen und Kinder.

Ob ein neuer Geisel-Deal zustande kommt, ist indes völlig offen. Die Hamas will eigenen Angaben nach Verhandlungen erst nach einem Ende der Kampfhandlungen Israels führen. Sie hatte die letzte Waffenruhe gebrochen. Israel setzt dagegen auf »anhaltenden militärischen Druck«, um die Freilassung aller Geiseln zu erreichen.

Ende November hatten Israel und die Hamas unter Vermittlung Katars, Ägyptens und der USA erstmals eine Feuerpause vereinbart. In der Zeit ließ die Hamas 105 Geiseln frei und Israel im Gegenzug 240 palästinensische Häftlinge. Nach israelischen Schätzungen werden derzeit noch rund 110 Geiseln im Gazastreifen festgehalten. Die Hamas gibt zudem die Leichen von mehreren entführten Menschen nicht heraus, die getötet wurden. dpa

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