Nachrichten

Mord, Reise, Krise

Auf Platz 6 in der »New York Times«: Eilat Foto: Getty images

Mord
Tausende waren in Schwarz gekleidet und legten Blumen an der Stelle nieder, an der vor einer Woche Aiia Masarwe ermordet worden war. Die israelische Austauschstudentin in Melbourne (Australien) war auf dem Heimweg, als sie neben einer Straßenbahn attackiert, vergewaltigt und umgebracht wurde. Nur wenige Tage später fasste man ihren mutmaßlichen Mörder, den aufstrebenden Rapper MC Codez alias Codey Herrmann. Aiias jüngere Schwester in Israel, mit der sie gerade via FaceTime sprach, hörte die grauenvolle Tat am Telefon mit an. Saaed Masarwe, der Vater der 21-Jährigen, reiste nach Australien und besuchte den Tatort. Er dankte den Australiern für die Anteilnahme und sagte unter Tränen: »Dies ist der letzte Ort, an der meine Tochter lebte. Ich möchte nur einmal noch mit ihr sein. Doch jemand anderes entschied, dass ich es nicht darf.«

Pakete
Die Israelis brechen Rekorde beim Online-Shopping. Nach Angaben der Post sind 2018 mehr als 65 Millionen Pakete aus dem Ausland angekommen. Im Jahr zuvor waren es noch 61 Millionen. Das Gesamtgewicht belief sich auf 14.100 Tonnen, eine Steigerung um 23 Prozent. In den Jahren zuvor sei es mehr »um «Qualität denn um Quantität» gegangen, gab die Post an. Doch heute bestellen die Israelis «viel und schwer». Die führenden Kategorien sind Kleidung, Schuhe, Haushaltsartikel und Elektroartikel. Auch Kosmetika und Vitamine werden gern geordert. Beliebteste Websites sind Ali Express, Ebay, Amazon, Next und Asos.

Japan
Japan wendet sich immer öfter an Israel, um Lösungen im Hightech-Bereich zu erhalten und mit innovativen Geschäftsprojekten zu kooperieren. Vergangene Woche bereiste der japanische Wirtschafts- und Handelsminister Hiroshige Seko Israel mit der bislang größten Delegation aus Tokio. Mit dabei waren Vertreter von Toshiba, Mitsubishi und Hitachi. Die Delegation besuchte auch Unternehmen aus dem Bereich Künstliche Intelligenz, Cybersicherheit und digitales Gesundheitswesen. Die binationale Plattform «Japan Israel Innovation Network» (JIIN), die im Mai 2017 gegründet wurde, will Geschäftsbeziehungen zwischen den beiden Nationen erleichtern.

Reise
2019 sollte man unbedingt nach Eilat. Das meint zumindest die «New York Times». Die Badestadt am Roten Meer ist auf Platz 6 der «52 Orte, die man 2019 besuchen muss», gelandet. Begründung: «Unter den schimmernden Wassern dieses Ressorts am Roten Meer liegt ein Korallenriff mit Hunderten Arten von Neonfischen, Haien und Rochen. Um hinzugelangen, müssen Touristen einen Charterflug von Tel Aviv nehmen oder mutig genug sein, den staubigen Weg durch die Negevwüste zu fahren. Doch mit dem neuen Ramon-Flughafen, der in der dramatischen Landschaft des Timna-Tals eröffnet wird, bekommt die Welt schließlich eine direkte Route mit Nonstop-Flügen ab München, Frankfurt, Prag, London und ganz Europa.»

Krise
Extreme Budgetkürzungen im Außenministerium am Jahresbeginn haben zu einem fast kompletten Stopp aller Auslandsreisen von israelischen Diplomaten geführt. Im Vergleich zum Vorjahr ist das Budget für 2019 um 90 Prozent gestrichen worden. Dadurch fallen nicht nur Reisen weg, sondern auch Konferenzen und Programme des Ministeriums. Das berichtete die Gratiszeitung «Israel Hayom». Grund für die Geldprobleme ist offenbar das Fehlen eines Außenministers. Nach dem Rücktritt von Avigdor Lieberman hat Premier Benjamin Netanjahu seinen Posten mit inne. «Der Neue wird erst nach den Wahlen im April bestimmt», wird ein Mitarbeiter des Ministeriums in der Zeitung zitiert. «Es ist schrecklich, wir können nicht einmal das Minimum tun. Die Angestellten arbeiten nicht mehr, sondern starren nur ihre Büroleuchten an.» Das Finanzministerium veröffentlichte im Anschluss an den Bericht eine Erklärung, die besagt, man wisse nichts von einer Krise.

Grenze
Der libanesische Geheimdienst hat nach eigenen Angaben einen Mann festgenommen, der über die Grenze von Israel in den Libanon geklettert sein soll. Zwei Tage zuvor hatten israelische Sicherheitskräfte ein Loch im Grenzzaun entdeckt und dies den dort stationierten UN-Soldaten (UNIFIL) gemeldet. Der libanesische Fernsehsender Al-Manar, der der schiitischen Hisbollah-Miliz nahesteht, erklärte, man habe einen jüdischen US-Bürger festgenommen. Israel untersucht den Vorfall. Da sich Israel und der Libanon offiziell im Kriegszustand befinden, ist es niemandem erlaubt, die Grenze zu überqueren.

In eigener Sache

»Jüdische Allgemeine« erhält Tacheles-Preis

Der Tacheles-Preis wird alle zwei Jahre an Personen oder Organisationen verliehen, die sich für die Sicherung einer jüdischen Zukunft in Deutschland einsetzen. Die Laudatio hält der neue WELT-Chefredakteur Helge Fuhst

 18.05.2026

Mittelmeer

Israel stoppt neue Gaza-Flotte

Ende April war die »Global Sumud Flotilla« bereits in internationalen Gewässern gestoppt worden. Die Aktivisten stachen daraufhin noch einmal von einem Hafen in der Türkei in See. Jetzt wurde die Flotte erneut von Israel abgefangen

 18.05.2026

Wirtschaft

Energiezentrum in Nahost

Die Gasfelder im östlichen Mittelmeer könnten für mehr Stabilität in der Region sorgen – gäbe es keine kriegsbedingten Ausfälle

von Sabine Brandes  18.05.2026

Nachrichten

Universitäten, Sanktionen, Spende

Kurzmeldungen aus Israel

von Sabine Brandes  18.05.2026

Diplomatie

Förderprogramm für Verlegung ausländischer Botschaften nach Jerusalem bereitgestellt

Kern des Programms ist ein Budgetrahmen, mit dem finanzielle Anreize für die Verlagerung von diplomatischen Vertretungen geschaffen werden sollen

 18.05.2026

Jerusalem/Marmaris

Israel will neue Gaza-Flottille abfangen

An Bord sollen sich auch der Palästinenser Saif Abu Keshek und der Brasilianer Thiago Avila befinden, die erst vor zweieinhalb Wochen aus Israel ausgewiesen worden waren

 18.05.2026

Jerusalem

Todesstrafengesetz für palästinensische Terroristen tritt in Kraft

Die neue Regelung betrifft Verfahren vor israelischen Militärgerichten gegen Palästinenser, die Israelis bei Terroranschlägen ermorden. Beim Obersten Gericht wurde Beschwerde gegen das Gesetz eingelegt

 18.05.2026

Nahost

Israel stellt sich auf Wiederaufnahme des Iran-Kriegs ein

Israel ist laut Netanjahu mit Blick auf die Region »auf jedes Szenario vorbereitet«. Ein Drohnenangriff auf ein Atomkraftwerk in den Emiraten schürt die Sorge vor einer neuen Eskalation

 17.05.2026

Internationaler Strafgerichtshof

Bericht: Geheime internationale Haftbefehle gegen Ben-Gvir und andere

»Haaretz« berichtet über mögliche neue Schritte gegen mehrere israelische Minister und Militärvertreter

von Sabine Brandes  17.05.2026