Jerusalem/Dschenin

Molotowcocktails und Zusammenstöße

Die Knessetabgeordenten Itamar Ben Gvir und Ahmad Tibi während der Zusammenstöße am Sonntag in Scheich Jarrah Foto: copyright (c) Flash90 2022

Bei Unruhen in einem Dorf im Westjordanland hat die israelische Armee einem Bericht zufolge einen Palästinenser getötet. Die »Jerusalem Post« berichtete in der Nacht zu Montag, Hunderte Randalierer seien am Sonntagabend mit den israelischen Sicherheitskräften zusammengestoßen, als diese in einem Dorf nordwestlich der Palästinenserstadt Dschenin eingedrungen und ein Haus eines Terroristen zerstört hätten.

MOLOTOWCOCKTAILS Auf die Soldaten seien Steine und Molotowcocktails geworfen worden. Diese hätten daraufhin das Feuer eröffnet. Bei den Zusammenstößen sei ein Mensch getötet worden, mindestens 18 Palästinenser seien verletzt worden, drei von ihnen lebensgefährlich.

Im Dezember waren bei einem Anschlag im nördlichen Westjordanland ein Israeli getötet und zwei weitere verletzt worden. Die Zeitung berichtete unter Berufung auf die israelische Armee, diese habe das Haus eines der Terroristen abgerissen, der den Israeli getötet habe.

Zuvor kam es in Ost-Jerusalem zu Zusammenstößen zwischen rechtsgerichteten israelischen Aktivisten und Palästinensern. Wie die »Times of Israel« am Montag berichtete, erlitt der Knesset-Abgeordnete Itamar Ben-Gvir während eines Zusammenstoßes mit Polizisten am Sonntag einen Ohnmachtsanfall und wurde ins Krankenhaus gebracht.

Zuvor hatte er gesagt, er akzeptiere den Polizeieinsatz nicht. Aus einer vom TV-Sender Kanal 12 zitierten Polizeiquelle wiederum hieß, Ben-Givor habe »substanziell« zur Eskalation der Gewalt beigetragen. Der Auseinandersetzung war am Freitag ein Brandanschlag auf ein von Juden bewohntes Haus im Viertel Sheich Jarrah vorausgegangen.

Die Terrororganisation Hamas warnte unterdessen vor einer »schwerwiegenden« Reaktion, sollte Israel seine »Angriffe« in Ost-Jerusalem nicht unterlassen. Im Mai 2021 hatte die Hamas eine ähnliche Auseinandersetzung in Sheich Jarrah als Vorwand genommen, um Israel massiv mit Raketen anzugreifen.

Israel hatte im Sechstagekrieg 1967 unter anderem das Westjordanland und Ost-Jerusalem erobert. dpa/ja

Jom Haazmaut

Trump erhält Israel-Preis für besondere Verdienste um das jüdische Volk

Nach Angaben des israelischen Bildungsministeriums erhält der amerikanische Präsident den Preis in der Kategorie »besondere Verdienste um das jüdische Volk«

 23.04.2026

In eigener Sache

»Jüdische Allgemeine« kooperiert mit katholischer »Tagespost«

Ein Zeichen gegen Antisemitismus: »Die Tagespost« legt ihren Abonnenten die »Jüdische Allgemeine« kostenlos bei. Hinter der Aktion steckt unter anderem ein rundes Jubiläum

von Hannah Krewer  23.04.2026

Jom Haazmaut

Herzog ehrt Soldaten am Unabhängigkeitstag – Armee zu neuer Offensive bereit

»Herausragende Soldaten lernen in normalen Jahren die Schlachten der Vergangenheit – aber ihr kämpft die Schlachten, die künftige Generationen studieren werden«, sagt der Präsident zu IDF-Angehörigen

 23.04.2026

Israel

Ein Kind nach dem Tod

Israelische Richter erlauben der Familie der getöteten Geisel Yotam Haim die Verwendung von dessen Sperma, um einen Enkel zu zeugen

von Sabine Brandes  23.04.2026

Krieg gegen Iran

Medienbericht: Trump will Mullahs nur wenige Tage Zeit geben

Als der US-Präsident am Dienstag einseitig eine Verlängerung der Waffenruhe mit dem Iran verkündete, nannte er keine neue Frist. Unbegrenzt verlängern, will er sie US-Medien zufolge aber nicht

 22.04.2026

Nachrichten

Wohnen, Defizit, Währung

Meldungen aus Israel

von Sabine Brandes  22.04.2026

Nahost

Voller Vorurteile

Es ist geradezu atemraubend, mit welcher Inbrunst das Opfer-Täter-Verhältnis hierzulande verkehrt wird, wenn es um Israels Reaktion auf islamistische Terrororganisationen geht

von Jacques Schuster  22.04.2026

Kommentar

Was hat der Konflikt mit dem Iran Israel gebracht?

Eine ernüchternde Bilanz von Roman Haller

 22.04.2026

Meinung

Die Isaac Accords – Kooperation statt Symbolik

Im Gegensatz zu den Abraham Accords geht es bei dem Vertrag zwischen Argentinien und Israel nicht um eine Normalisierung der Beziehungen, sondern um eine Vertiefung. Gerade darin liegt seine politische Logik

von Carsten Ovens  22.04.2026