Nahost

Militärdeals mit Marokko

Israels Verteidigungsminister Benny Gantz Foto: Flash 90

Der israelische Verteidigungsminister Benny Gantz ist in Marokko gelandet. Es sei ein bedeutender Besuch mit einem historischen Touch sagte er vor seinem Abflug vom Ben-Gurion-Flughafen. Es ist der erste offizielle Besuch eines israelischen Verteidigungsministers in dem nordafrikanischen Königreich.

ERKLÄRUNG Die Visite formalisiere das Abkommen zur Normalisierung der beiden Staaten, das vor etwas mehr als einem Jahr unterzeichnet worden war. Zwar gebe es bereits einige Kooperationen zwischen verschiedenen Einrichtungen, doch der Besuch von Gantz sei die öffentliche Erklärung der Partnerschaft zwischen den Staaten.

»Wir werden Abkommen unterzeichnen, die die Verbindungen unserer beiden Länder stärken. Es ist sehr wichtig, dass diese Reise ein Erfolg wird«, so der Verteidigungsminister. Es handle sich dabei auch um militärische Vereinbarungen.

In der Hauptstadt Rabat wurde Gantz von marokkanischen Armeeoffizieren in Empfang genommen. Gantz sprach von einer »wichtigen Entwicklung«. Die Beziehungen zwischen Israel und Marokko müssten weiter vertieft werden, sagte er. Ziel sei laut israelischem Verteidigungsministerium eine enge Kooperation unter anderem in den Bereichen Geheimdienst, Industrie und militärischer Ausbildung.

Rabat ist offenbar an dem israelischen Verteidigungssystem »Eiserne Kuppel« interessiert.

Der nordafrikanische war der vierte muslimische Staat, der sich Israel politisch annäherte. Im August 2020 hatten die Vereinigten Arabischen Emirate und das Königreich Bahrain Frieden mit dem jüdischen Staat geschlossen. Später setzte Marokko das sogenannte Abraham Abkommen. Im Gegenzug für den Aussöhnungsdeal hatte das Weiße Haus die Souveränität Marokkos über Westsahara anerkannt. Mit dem Sudan gibt es eine Verständigung, dass man die Verbindung normalisieren wolle.

US-Außenminister Antony Blinken war am Montag mit seinem marokkanischen Amtskollegen Bourita in Washington zusammengekommen. Beide unterstrichen dabei die Bedeutung, die israelisch-marokkanischen Verbindungen zu stärken.  

WESTSAHARA Vor einigen Wochen wurde bereits berichtet, dass Rabat an dem israelischen Raketenabwehrsystem »Eiserne Kuppel« interessiert sei. Marokko ist in einen Konflikt mit seinem Nachbarn Algerien über das umstrittene Gebiet Westsahara verwickelt. Es könnte sein, dass das Interesse bei diesem Besuch bereits in die Tat umgesetzt wird.

Marokko und Israel hatten bereits in den Frühen 90er-Jahren diplomatische Beziehungen entwickelt. Doch nach Ausbruch der zweiten Intifada der Palästinenser im Jahr 2000 brach Marokko jeglichen Kontakt ab.

Eurovision Song Contest

Mehr als 1000 Prominente verteidigen Israels ESC-Teilnahme

Helen Mirren, Amy Schumer und Co: Internationale Persönlichkeiten unterzeichnen einen offenen Brief

von Sabine Brandes  19.04.2026

Nahost

»Der Iran ist sehr geschwächt«

Wie Experten die Entwicklung und Folgen des Krieges derzeit einschätzen

von Sabine Brandes  19.04.2026

Iran

Iran macht Öffnung der Straße von Hormus rückgängig

Keine 24 Stunden nach der Zusage des Iran, die Straße von Hormus zu öffnen, wurde sie wieder zurückgenommen.

 19.04.2026

TV-Tipp

Der Elvis der Violine

Ivri Gitlis ist ein Phantom. Er bespielte mit seiner Geige die großen Bühnen und musizierte mit den Stars der Musikbranche. Seinen Namen kennen heute aber nur die wenigsten. Eine Arte-Doku begibt sich auf Spurensuche

von Manfred Riepe  18.04.2026

Kommentar

Hätte er doch einfach geschwiegen

Michael Schulte ist der erfolgreichste deutsche Teilnehmer des ESC der letzten Jahre. Und Schulte ist ein geschichtsbewusster Künstler. Umso befremdlicher sind seine Einlassungen zu Israel

von Daniel Killy  18.04.2026

Israel

Zeit, Zionist zu sein!

Wir Juden sollten uns nicht verstecken. Wir sollten offen, laut und stolz sein - auch und insbesondere auf den jüdischen Staat

von Daniel Neumann  17.04.2026

Medien

Ex-»Welt«-Chefredakteur Burgard bei Springer künftig für Nahost zuständig

Burgard folgt auf Constantin Schreiber, der ab dem 1. Mai von Deutschland aus arbeitet

 17.04.2026

Herzliya

Studie: Mit diesen Methoden mehr Erfolg auf Dating-Apps

Eine wichtige Erkenntnis der Untersuchung: Es kommt weniger darauf an, was man über sich preisgibt, als wie man es tut

 17.04.2026

Umfrage

Waffenruhen mit Iran und Hisbollah: Israelis pessimistisch

Weniger als 40 Prozent sagen, sie hätten die erfolgten Militäreinsätze unterstützt, wenn ihnen die Entwicklungen im Voraus bekannt gewesen wären

 17.04.2026