Staatsbesuch

Mike Pence in Israel

US-Vizepräsident Mike Pence Foto: Flash 90

Nach mehreren Absagen ist er schließlich doch gekommen: Am Sonntagabend landete der amerikanische Vizepräsident Mike Pence gemeinsam mit seiner Frau Karen in Israel. Zuvor war Pence zu Gesprächen nach Jordanien und Ägypten gereist. Am Montag hielt er eine Rede im israelischen Parlament, der Knesset, und traf mit Regierungschef Benjamin Netanjahu sowie dem Präsidenten Reuven Rivlin zusammen.

Pence sagte in der Knesset, dass die US-Botschaft noch vor dem Ende des kommenden Jahres in Jerusalem eröffnet werden soll. Als er das israelische Parlament betrat, wurde er mit stehendem Applaus der Abgeordneten begrüßt.

Der Amerikaner rief Palästinenser und Israelis auf, zu Friedensverhandlungen zurückzukehren. Konkretes, wie die amerikanische Regierung dabei helfen wolle, dies zu erreichen, ließ er aber nicht verlauten. Stattdessen lieferte er Phrasen: »Wir wissen jetzt, dass die Israelis Frieden wollen, denn sie kennen den Preis zu gut«, und mahnte die palästinensische Führung, an den Verhandlungstisch zurückzukehren. »Denn Frieden kann nur durch Dialog kommen.« Er betonte auch, dass »die USA niemals die Sicherheit Israels aufgeben werden«, obwohl man sich bewusst sei, dass Frieden Kompromisse benötige. Pence wurde für seine Worte mit tosendem Applaus belohnt.

Protest In dem Moment jedoch, als er seine Rede begann, protestierten arabische Parlamentarier, die Pence als »unerwünschte Person in der Region« bezeichneten. Sie wurden daraufhin des Saales verwiesen. Der Fraktionsführer der Vereinten Arabischen Liste, Ayman Odeh, erläuterte, dass man nicht stillschweigend dasitzen werde, »wenn ein gefährlicher Rassist redet, dessen einziges Anliegen es ist, jegliche Möglichkeit für einen Frieden zu verhindern«. Ein Boykott der Rede sei eine demokratische Wahl und ein legitimes Mittel, um den Protest auszudrücken, fügte er hinzu.

Zuvor hatten Premier Netanjahu, Knessetsprecher Yuli Edelstein und Oppositionsführer Isaac Herzog (Arbeitspartei) gesprochen. Netanjahu bezeichnete in seiner Rede die Entscheidung Trumps, Jerusalem als Hauptstadt Israels anzuerkennen, als eine der »bedeutendsten Entscheidungen in der zionistischen Geschichte«.

hauptstadt Die Entscheidung von US-Präsident Donald Trump, Jerusalem als Hauptstadt Israels anzuerkennen, war von den Palästinensern mit Zorn und Ablehnung aufgenommen worden. Ein Dutzend palästinensische Demonstranten zeigten ihren Unmut über die Visite in Bethlehem. »Pence go home«, hatten sie auf Schilder geschrieben und ein Foto des Vize verbrannt.

In Kairo hatte Pence am Samstag mit dem ägyptischen Präsidenten Abdel-Fattah al-Sisi gesprochen. Während er betonte, dass die amerikanische Regierung den Friedensprozess zwischen Israelis und Palästinensern voranbringen wolle, sei sie ebenfalls dem Status quo der religiösen Stätten in Jerusalem verpflichtet. »Ich hoffe, dass meine Botschaft hier in Ägypten, in Jordanien und in Israel klarmachen wird, dass – während der amerikanische Präsident Jerusalem als Hauptstadt anerkannt hat – wir nun nach vorn schauen und diesen Jahrzehnte andauernden Konflikt beenden wollen«, sagte Pence

Abdullah II. Der jordanische König Abdullah II. äußerte sich während der Unterredung besorgt über die Jerusalem-Erklärung und machte deutlich, dass Ost-Jerusalem die Hauptstadt eines zukünftigen Palästinenserstaates sein müsse.

In Israel stehen auf dem 48-Stunden-Programm von Pence auch ein Besuch der Holocaust-Gedenkstätte Yad Vashem sowie der Kotel in Jerusalem und eine Kranzniederlegung für die gefallenen Soldaten. Ein Treffen mit der Oppositionsführung, wie für Staatsgäste üblich, lehnte der amerikanische Vizepräsident ab.

Teheran

Landesweite Angriffe auf Verkehrsinfrastruktur im Iran

Mehrere Autobahnen und Eisenbahnbrücken wurden angegriffen. Israels Premierminister Netanjahu bestätigt die Angriffe und sagt, dass die Ziele von den Revolutionsgarden genutzt würden

 07.04.2026 Aktualisiert

Teheran

Iran meldet Angriff auf Eisenbahnbrücke

Israels Militär droht mit Angriffen auf das iranische Schienennetz. Nur wenige Stunden später meldet der Iran die Bombardierung einer Eisenbahnbrücke

 07.04.2026

Haifa

Vier Opfer eines iranischen Angriffs als Mitglieder einer Familie identifiziert

Die Eheleute Wladimir Gershovitz und Lena Ostrovsky Gershovitz, deren Sohn Dimitri sowie dessen Frau Lucille-Jane sind am Sonntag bei einem Raketeneinschlag in Haifa getötet worden. Die Anteilnahme im Land ist groß

 07.04.2026

Israel

Zeit, Zionist zu sein!

Fünf Gründe, den jüdischen Staat zu lieben – mit all seinen Stärken und Schwächen

von Daniel Neumann  07.04.2026

Iran-Krieg

Medien: USA greifen Dutzende Ziele auf Ölinsel Charg an

Bereits Mitte März hat das US-Militär die Insel Charg im Persischen Golf bombardiert. Nun berichten US-Medien über neue Angriffe

 07.04.2026 Aktualisiert

Türkei

Schüsse vor Israels Konsulat in Istanbul – Ein Angreifer tot

Vor dem israelischen Konsulat in Istanbul sind Schüsse gefallen. Einer von drei Angreifern wird nach offiziellen Angaben getötet. Was steckt dahinter?

 07.04.2026 Aktualisiert

Teheran

Bericht: Synagoge in Teheran bei israelischem Angriff beschädigt

Ein Luftangriff hat laut iranischen Angaben eine Synagoge in Teheran schwer beschädigt. Was bisher bekannt ist

 07.04.2026

Jerusalem

Nach Rassismus-Skandal: Netanjahu entlässt seinen Kabinettschef

Zvi Agmon soll sephardische Abgeordnete rassistisch beleidigt haben. Seinen Posten als Kabinettschef muss er nun räumen

 07.04.2026

Iran-Krieg

Angriffe auf Schienennetz? Israel warnt Iraner

US-Präsident Donald Trump droht dem Iran mit Angriffen auf Infrastruktur, die auch zivil genutzt wird. Israel spricht jetzt eine Warnung direkt an die Bevölkerung aus

 07.04.2026