Terror

Massive Angriffe und zahlreiche Geiselnahmen

Raketeneinschlag in Aschkelon: Den ganzen Tag über flogen am Samstag Geschosse auf Israel. Foto: Copyright (c) Flash 90 2023

Es ist eine niemals zuvor da gewesene Attacke gegen Israel: Mindestens 300 Israelis sollen am Samstag von der Hamas ermordet worden sein. Die Terrorgruppe verschleppte Israelis in den Gazastreifen, neben Soldaten auch Zivilisten. Den ganzen Tag über flogen Raketen auf den jüdischen Staat – insgesamt mehr als 3000. Mehr als 1500 Menschen seien verletzt worden, geben die Rettungsdienste an.

Die Hamas hatte am frühen Morgen den Grenzzaun zwischen der Enklave und Israel mit einem Bulldozer eingerissen. Außerdem waren zur selben Zeit extremistische Palästinenser mit Booten und motorisierten Fluggeräten über das Meer sowie aus der Luft gekommen und griffen Israel an. Hunderte von bewaffneten Terroristen seien anschließend in verschiedene israelische Ortschaften und Militärbasen um den Streifen eingedrungen.

geiseln Israel bestätigte am Samstagabend, dass die Hamas bei ihrem massiven Angriff auf den Süden des Landes Israelis als Geiseln in den Gazastreifen brachte. Verschiedene Ortschaften, darunter Sderot, Aschkelon und Tel Aviv, meldeten direkte Einschläge von Raketen. Der Sprecher der israelischen Armee, Daniel Hagari, bestätigte, dass Menschen in den Gazastreifen gekidnappt worden seien.  Er fügte hinzu, dass auch israelische Soldaten getötet wurden, ließ jedoch offen, wie viele.

Derzeit gebe es im Süden Israels immer noch 22 Orte, an denen gekämpft wird, darunter Geiselnahmen in Be’eri und Ofakim.  Er fügte hinzu, dass israelische Truppen alle Städte an der Grenze zum Gazastreifen erreicht hätten und daran arbeiteten, jede einzelne auf Terroristen zu durchsuchen.

Premierminister Benjamin Netanjahu äußerte sich am Nachmittag: »Israel befindet sich seit dem Morgen im Kriegszustand. Unser oberstes Ziel ist es, die Gegenden von den feindlichen Truppen zu befreien. Das zweite Ziel ist es, dem Feind einen immensen Preis abzuverlangen. Zudem sichern wir alle anderen Grenzen ab. Damit niemand denselben Fehler begehen und sich dem Krieg gegen uns anschließen wird.«

einheit Netanjahu rief alle Israelis auf, Einheit zu zeigen für das wichtigste  Ziel, diesen Krieg zu gewinnen. Verteidigungsminister Yoav Gallant erklärte, die »Hamas hat einen massiven Fehler begangen«. Oppositionsführer Yair Lapid äußerte sich ebenfalls, nachdem er sich mit Netanjahu getroffen hatte. »Ich sagte ihm, dass ich in dieser schwierigen Zeit bereit bin, alle Differenzen beiseite zu legen, um mit ihm eine professionelle Notfall-Regierung zu bilden. Damit wir die umfangreiche Mission, die vor uns liegt, bewältigen können.  Mit der momentanen dysfunktionalen Zusammensetzung des Kabinetts ist es nicht möglich, einen Krieg zu gewinnen.«

Die Hamas veröffentlichte mehrere Videos, die zeigen, wie die Terroristen bewaffnet durch israelische Ortschaften ziehen, auf Panzern tanzen und Israelis verschleppen.

Währenddessen spielten sich vielerorts in Israel grauenvolle Szenen ab. Menschen in Gemeinden im Süden verschanzten sich in ihren Häusern in Todesangst, von den Terroristen gefunden und ermordet zu werden. Viele sandten Botschaften über die Medien und bettelten, von der Armee gerettet zu werden. Der Bürgermeister der Stadt Sderot, Alon Davidi, sagte, »viele Menschen können sich noch gar nicht vorstellen, was hier geschieht. Körper liegen auf den Straßen unserer Stadt«.

kibbuz Joni, ein zweifacher Familienvater aus der Nähe von Tel Aviv, berichtete in israelischen Medien, dass seine Frau mit den zwei Kindern, drei und fünf Jahre alt, zu Besuch bei einem Onkel in einem Kibbuz am Gazastreifen gewesen sei. Hamas-Kämpfer seien in das Haus eingedrungen und hätten zunächst den Onkel mitgenommen. Die Frau und die zwei Kinder hätten sie zurückgelassen.

Später jedoch habe Joni den Kontakt zu seiner Frau verloren und mit Entsetzen festgestellt, dass das Signal des Mobiltelefons seiner Frau aus Khan Yunis im Gazastreifen kam. Außerdem habe er seine Familie in einem Video der Hamas erkannt. Der verzweifelte Vater versuche alles, um seine Familie zu lokalisieren und mit den Sicherheitsbehörden Kontakt aufzunehmen. »Doch das ist sehr schwierig, denn die  Kommunikationsnetze sind nicht stabil.«

Die Luftwaffe flog mittlerweile mehrere Vergeltungsangriffe gegen die Hamas im Gazastreifen. Auch der Strom in dem Gebiet sei von Israel abgeschaltet worden. Doch die Raketen gegen Israel fliegen weiter.

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