Diplomatie

»Frieden muss im Nahen Osten kein Fremdwort sein«

Bundesaußenminister Heiko Maas beim heutigen Treffen in Kairo Foto: imago images/photothek

Wenige Tage vor dem Machtwechsel in den USA hat Deutschland gemeinsam mit Frankreich, Ägypten und Jordanien für eine Wiederbelebung des Friedensprozesses zwischen Israel und den Palästinensern geworben.

Die Normalisierung der Beziehungen zwischen Israel und vier Ländern im Nahen Osten und Nordafrika habe bewiesen, »dass Frieden in dieser Region kein Fremdwort mehr sein muss«, sagte Bundesaußenminister Heiko Maas am Montag bei einem Treffen mit den Außenministern der anderen drei Länder in der ägyptischen Hauptstadt Kairo. Die Vierer-Gruppe verständigte sich auf Vorschläge für »vertrauensbildende Maßnahmen« zwischen den Konfliktparteien.

Externer Inhalt

An dieser Stelle finden Sie einen externen Inhalt, der den Artikel anreichert. Wir benötigen Ihre Zustimmung, bevor Sie Inhalte von Sozialen Netzwerken ansehen und mit diesen interagieren können.

Mit dem Betätigen der Schaltfläche erklären Sie sich damit einverstanden, dass Ihnen Inhalte aus Sozialen Netzwerken angezeigt werden. Damit können personenbezogene Daten an Drittanbieter übermittelt werden. Dazu ist ggf. die Speicherung von Cookies auf Ihrem Gerät nötig. Mehr Informationen finden Sie hier.

Überschattet wurde das Treffen durch die Ankündigung Israels, weitere 800 Wohnungen im Westjordanland zu bauen. Von Deutschland wird der Siedlungsbau stets scharf kritisiert. Es wird erwartet, dass auch der künftige US-Präsident Joe Biden ihm anders als sein Vorgänger Donald Trump kritisch begegnen wird.

Biden wird am 20. Januar vereidigt. Die USA spielen seit Jahrzehnten die zentrale Rolle bei den Bemühungen, zu einer Friedenslösung im Nahen Osten zu kommen. Trump hatte zuletzt für neue Hoffnung in dem festgefahrenen Konflikt gesorgt, indem er die Aufnahme diplomatischer Beziehungen Israels mit den Vereinigten Arabischen Emiraten, Bahrain und Israel vermittelte. Jetzt wird mit Spannung darauf gewartet, wie Biden sich verhält.

Maas versuchte, die Erwartungen zu dämpfen. Er gehe nicht davon aus, dass der Nahost-Konflikt auf der Prioritätenliste Bidens ganz oben stehen wird. Das hänge auch mit der bevorstehenden Wahl in Israel am 23. März zusammen. Auch in den Palästinensischen Gebieten könnte demnächst gewählt werden. Deswegen sei erst in der zweiten Jahreshälfte mit Fortschritten zu rechnen, sagte Maas. Die Zeit bis dahin müsse aber für vertrauensbildende Maßnahmen genutzt werden.

Externer Inhalt

An dieser Stelle finden Sie einen externen Inhalt, der den Artikel anreichert. Wir benötigen Ihre Zustimmung, bevor Sie Inhalte von Sozialen Netzwerken ansehen und mit diesen interagieren können.

Mit dem Betätigen der Schaltfläche erklären Sie sich damit einverstanden, dass Ihnen Inhalte aus Sozialen Netzwerken angezeigt werden. Damit können personenbezogene Daten an Drittanbieter übermittelt werden. Dazu ist ggf. die Speicherung von Cookies auf Ihrem Gerät nötig. Mehr Informationen finden Sie hier.

Die Vierer-Gruppe war im vergangenen Februar am Rande der Münchner Sicherheitskonferenz gegründet worden, um Bewegung in den Friedensprozess zu bringen. Ägypten und Jordanien haben schon länger Beziehungen zu Israel und gelten als Vermittler im Nahost-Konflikt. Ägypten war 1979 das erste arabische Land, das einen Friedensvertrag mit Israel unterzeichnete, Jordanien folgte 1994. In dem Königreich leben mehr als zwei Millionen palästinensische Flüchtlinge. Zudem haben viele Jordanier palästinensische Wurzeln.

Über mögliche neue Bewegung im Nahost-Konflikt wird seit Wochen spekuliert. Anfang Dezember hatten israelische Medien über einen möglichen Besuch von Netanjahu bei Ägyptens Präsident Abdel Fattah al-Sisi berichtet. Offizielle bestätigt wurden Pläne für ein solches Treffen allerdings nicht.

Es wäre der erste offizielle Besuch dieser Art seit 2011, als Netanjahu den damaligen ägyptischen Präsidenten Husni Mubarak besuchte. 2018 gab es zudem Berichte über einen geheimen Besuch Netanjahus in der ägyptischen Hauptstadt.

Grenzübergang Taba/Eilat zwischen Ägypten und Israel

Mysteriöser Fall

Drei Israelis in Ägypten verschollen

Die jungen beduinischen Männer seien zum Urlaub ins Nachbarland gereist und dort angeblich aus Gründen der »inneren Sicherheit« festgenommen worden

von Sabine Brandes  29.09.2026

Die Chefs der Oppositionsparteien

Tel Aviv

Israels Opposition schließt Pakt

Eisenkot, Bennett, Lapid, Lieberman und Golan wollen während des Wahlkampfs auf gegenseitige Angriffe verzichten und planen eine »zionistische staatsmännische Regierung«

von Sabine Brandes  29.09.2026

Jerusalem

Gallant spricht über Details der Pager-Operation gegen Hisbollah

Offenbar schöpfte ein Mitglied der libanesischen Terrororganisation Verdacht. Israel sah sich zum Handeln gezwungen

 29.09.2026

Bloomington/Paris

Studie: Keine Grundlage für Apartheid- und Genozidvorwurf gegen Israel

Gunther Jikeli von der Indiana University Bloomington und Philippe Karpe vom französischen Forschungsinstitut CIRAD untersuchten immer wieder erhobene Vorwürfe gegen Israel

 29.09.2026

Jerusalem

Netanjahu reiste offenbar wegen Berichten über Hamas-Warnung nach Abu Dhabi

Hat der israelische Ministerpräsident den Präsidenten der VAE, Scheich Mohammed bin Sajid Al Nahjan, gebeten, Medienberichte zurückzuweisen, wonach dieser seinen Jerusalemer Gesprächspartner vor dem 7. Oktober warnte?

 29.09.2026

Terrorismus

»Wenn sie einen Raum betrat, ging die Sonne auf«

Ricarda Louks Tochter Shani und Sonja Bohl-Denckers Tochter Carolin wurden vor drei Jahren von der islamistischen Hamas ermordet. Ihre Mütter schildern, wie sie mit dem Verlust zurechtkommen - und was sie sich wünschen

von Nina Schmedding  29.09.2026

Niederlande

»Der 7. Oktober, das bin ich«: Student der Uni Maastricht will an Terrorangriff teilgenommen haben

Ein 22-jähriger Palästinenser, der in den Niederlanden studiert, erweckt in einem Instagram-Video den Eindruck, er habe an der Terrorattacke der Hamas auf Israel teilgenommen. Jetzt griff die Hochschule durch

 28.09.2026

Jerusalem/Den Haag

Israel entzieht Niederländern Diplomaten-Pass

Die Niederlande verbieten den Import von Waren aus Siedlungen im Westjordanland. Nun zieht Israel Konsequenzen

 28.09.2026

Tel Aviv

Israel: Entführer von Noa Argamani getötet

Saher Nidal Saqr und andere an den Geiselnahmen beteiligte Terroristen seien bei einem Luftangriff im zentralen Gazastreifen tödlich getroffen worden, teilte die israelische Armee mit

 28.09.2026