Sukkot

Loungen in der Hütte

Manche hämmern und sägen und feilen noch, andere haben es sich schon in den Hütten bequem gemacht. Am Mittwochabend beginnt mit dem Sonnenuntergang die Festwoche in Israel. Sukkot gehört zu den Pilgerfesten und symbolisiert gleichzeitig das jüdische Erntedankfest. Den Erew Chag verbringen die meisten israelischen Familien beim Abendessen in ihrer Laubhütte, die sie im Garten, auf dem Balkon oder auf dem Bürgersteig vor dem Haus aufgebaut haben.

Auch die meisten Restaurants und Cafés, manchmal sogar die kleinste Hummus- und Falafelbude, laden ihre Gäste dieser Tage in eine bunt geschmückte Sukka. Oft sind sie aus Fertigbausätzen aufgebaut oder aus einigen Latten zusammengezimmert. Viele Israelis aber entwickeln sich zu regelrechten Künstlern, wenn es um den Sukka-Bau geht.

dekoration »Wir sind noch bis zur letzten Minute fleißig und bauen die Sukka erst am Mittwochmorgen auf, lacht Eran Ben-Ami, als er am späten Dienstagabend mit seinem Sohn im Schlepptau durch einen Baumarkt in Tel Aviv flitzt, um die letzten Utensilien für den Budenbau zu besorgen. «Wir Männer schleppen das Holz, das Dekorieren übernehmen meine Frau und unsere kleinen Kinder zu Hause. Die basteln jetzt wie am Fließband. Und dann freuen wir uns darauf, eine Woche lang in unserer hübschen Hütte im Garten zu loungen.»

In Jerusalem ist am Dienstagmittag schon an den meisten Orten das S’chach ausverkauft. Mit den Palmblättern wird traditionell das Dach der Sukka gedeckt, damit man am Abend die Sterne am Himmel leuchten sehen kann, wie die Vorfahren, die nach dem Exodus aus Ägypten 40 Jahre lang durch die Wüste zogen und in temporären Behausungen lebten.

palmzweige Zehava Berkowitz hat noch genügend Palmzweige abbekommen. Die ultraorthodoxe Frau spaziert mit ihren Kindern durch das Einkaufszentrum Mamilla in Jerusalem und erledigt die letzten Einkäufe vor dem Feiertag. «Wir haben schon direkt nach dem Jom Kippur angefangen, die Sukka aufzubauen, wie es vorgeschrieben ist», erzählt sie. Am Erew Chag und an jedem weiteren Tag der Woche würde sie mit der gesamten zehnköpfigen Familie und den Eltern darin feierlich speisen.

Ihr Mann sei gerade unterwegs auf dem Arba-Minim-Markt, um die Pflanzen für Sukkot zu erstehen, mit denen traditionell die Laubhütte geschmückt wird. Sie bestehen aus einem noch nicht geöffneten Palmzweig (Lulav), einigen Weiden- (Arava) und Myrtenzweigen (Hadassim). Die dicke schrumpelige Zitrusfrucht Etrog vervollständigt den Strauß der vier Arten. Erst der Etrog mache die Sukka perfekt, meint Zehava Berkowitz. «Und mein Mann weiß genau, wie er den schönsten erkennt.»

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