Nachrichten

Liste, Plastik, Rave

Instagram-Geschäftsführer Adam Mosseri Foto: dpa

Nachrichten

Liste, Plastik, Rave

Meldungen aus Israel

von Sabine Brandes  10.09.2020 12:54 Uhr

Liste
Das multinationale US-Wirtschaftsmagazin »Fortune« hat vier Israelis, die »außerordentlich wichtige und einflussreiche junge Leute im Geschäftsleben« sind, in seiner Ausgabe porträtiert. Auf der Liste »40 under 40« sind insgesamt 200 Personen in fünf Kategorien aufgeführt: Finanzwelt, Technologie, Gesundheitswesen, Regierung und Politik sowie Medien und Entertainment. Die Israelis sind zum einen Nir Bar Dea als einer der zwei Chefs von Bridgewater Associates, dem größten Hedgefonds der Welt. Zudem genannt wird Yoni Assia, ebenfalls in der Kategorie Finanzen. Er gründete die App zum Aktienkauf, eToro. Adam Mosseri, der die israelische und US-Staatsangehörigkeit hat, ist Geschäftsführer des Onlinedienstes Instagram. Außerdem mit dabei ist Yonatan Adiri im Bereich Gesundheit. Adiri gründete »Healthy.io«, eine Smartphone-Applikation für Urintests zu Hause.

Abenteuer
Eine Reise durch Israel – sogar während der Pandemie: Möglich macht das die Organisation »Taglit – Birthright Israel«. Wegen der globalen Corona-Krise startet die weltweit größte Organisation für Bildungstourismus das erste interaktive Video seiner Art. Mit »Choose your own adventure« können Menschen in Echtzeit auswählen, welche Attraktionen sie in Israel virtuell besuchen möchten. Der sympathische Navee, ein lokaler israelischer Reiseführer, begleitet die Besucher in die Wüste nach Masada, in ein arabisches Bistro, ein Weingut oder zum Relaxen an den Strand des Mittelmeers. An jedem Ort stellt Navee dem Besucher Israelis vor, die eine tiefere und authentische Pers­pektive auf die Kultur bieten. Jede Tour dauert etwa zehn Minuten.

Plastik
Das Projekt, in Israel Plastikgeschirr aus Schulen und Kindergärten zu verbannen, ist derzeit durch das Coronavirus ausgebremst. Vor allem Eltern hatten im vergangenen Jahr gefordert, dass statt Einweg- überall Mehrweggeschirr angeboten wird. Demzufolge hatten viele Stadtverwaltungen, darunter Jerusalem, Aschkelon, Cholon und Tel Aviv, umgestellt. Hygienebedenken seien der Grund für den jetzigen Stopp der Initiative, heißt es aus den Verwaltungen. Elternverbände kritisieren dies jedoch und meinen, die Hygiene sei nicht das Problem, stattdessen würden die Verantwortlichen das Thema wieder »unter den Teppich kehren wollen«. In Israel landen jährlich mehr als 20 Millionen Plastik-
utensilien durch Schulen und Kindergärten auf den Müllkippen.

Kritik
Die Vorsitzende des Obersten Gerichtshofes, Richterin Esther Hayut, hat den Knessetsprecher Yariv Levin (Likud) gemaßregelt. Seine Aussagen seien »populistisch«, außerdem mangele es ihm »an Anstand«. Levin hatte gesagt, das Justizsystem in Israel versuche, seine Ansichten der Öffentlichkeit in undemokratischer Weise aufzuzwingen. »Kritik ist natürlich legitim«, reagierte die Richerin Hayut, »doch wenn es von einer führenden Regierungsstelle kommt, kann man erwarten, dass es klug, fair und nicht populistisch ist«. Die Kommentare des Knessetsprechers allerdings entsprächen diesen Erwartungen weder inhaltlich noch stilistisch.

Absage
Marathon-Läufe sind in Israel in den vergangenen Jahren immer beliebter geworden. Zehntausende drehten in den Städten regelmäßig ihre Runden. Immer dabei waren auch Athleten aus dem Ausland. In diesem Jahr allerdings wird niemand laufen. In Übereinstimmung mit dem Gesundheitsministerium hat die Stadtverwaltung Jerusalem entschieden, den »Winner Marathon« abzusagen. Der Lauf war wegen des Corona-Ausbruchs seit März wiederholt verschoben worden und hätte am 6. November stattfinden sollen. Nun aber soll es erst wieder im kommenden Jahr 2021 einen Marathon in Israels Hauptstadt geben. Registrieren kann man sich unter jerusalem-marathon.com.

Rave
Vier Organisatoren eines illegalen Raves befinden sich derzeit in Untersuchungshaft in Aschkelon. Bei der Veranstaltung im Pura-Naturreservat am vergangenen Freitag war der Soldat Ariel Yoav Tzafrir gestorben. Den Organisatoren wird vorgeworfen, den Tod durch Nachlässigkeit verursacht und außerdem den Rave ohne Lizenz organisiert zu haben. Er hatte am heißesten Tag in Israels Geschichte stattgefunden. Im Blut des Soldaten wurden Alkohol und Drogen nachgewiesen. Die Mediziner nehmen an, dass die Substanzen im Zusammenhang mit den extremen Temperaturen zum Tod des 19-Jährigen geführt haben.

Jerusalem

Ein Diplomat für die christliche Welt

George Deek soll als Sondergesandter Schadensbegrenzung betreiben und »die Beziehungen weltweit vertiefen«

von Sabine Brandes  23.04.2026

Untersuchungskommission

Hamas-Massaker: Unruhen im Gerichtssaal

Israel ist noch immer auf der Suche nach Antworten für die Versäumnisse vor dem 7. Oktober

von Sabine Brandes  23.04.2026

Jom Haazmaut

Trump erhält Israel-Preis für besondere Verdienste um das jüdische Volk

Nach Angaben des israelischen Bildungsministeriums erhält der amerikanische Präsident den Preis in der Kategorie »besondere Verdienste um das jüdische Volk«

 23.04.2026

In eigener Sache

»Jüdische Allgemeine« kooperiert mit katholischer »Tagespost«

Ein Zeichen gegen Antisemitismus: »Die Tagespost« legt ihren Abonnenten die »Jüdische Allgemeine« kostenlos bei. Hinter der Aktion steckt unter anderem ein rundes Jubiläum

von Hannah Krewer  23.04.2026

Jom Haazmaut

Herzog ehrt Soldaten am Unabhängigkeitstag – Armee zu neuer Offensive bereit

»Herausragende Soldaten lernen in normalen Jahren die Schlachten der Vergangenheit – aber ihr kämpft die Schlachten, die künftige Generationen studieren werden«, sagt der Präsident zu IDF-Angehörigen

 23.04.2026

Israel

Ein Kind nach dem Tod

Israelische Richter erlauben der Familie der getöteten Geisel Yotam Haim die Verwendung von dessen Sperma, um einen Enkel zu zeugen

von Sabine Brandes  23.04.2026

Krieg gegen Iran

Medienbericht: Trump will Mullahs nur wenige Tage Zeit geben

Als der US-Präsident am Dienstag einseitig eine Verlängerung der Waffenruhe mit dem Iran verkündete, nannte er keine neue Frist. Unbegrenzt verlängern, will er sie US-Medien zufolge aber nicht

 22.04.2026

Nachrichten

Wohnen, Defizit, Währung

Meldungen aus Israel

von Sabine Brandes  22.04.2026

Nahost

Voller Vorurteile

Es ist geradezu atemraubend, mit welcher Inbrunst das Opfer-Täter-Verhältnis hierzulande verkehrt wird, wenn es um Israels Reaktion auf islamistische Terrororganisationen geht

von Jacques Schuster  22.04.2026