Kurznachrichten

Liebe, Soldaten, Bücher

Sasha Troufanov und Sapir Cohen

Liebe
Die freigelassenen Geiseln Sasha Troufanov und Sapir Cohen haben sich verlobt. Auf einem Foto lächeln die beiden, während Sapir ihren Ring in die Kamera hält. Im Arm hält sie außerdem einen Strauß roter Rosen. Die beiden Israelis wurden am 7. Oktober 2023 zusammen mit Troufanovs Mutter und Großmutter aus dem Kibbuz Nir Oz als Geiseln entführt. Die drei Frauen wurden während eines Waffenstillstands im November 2023 freigelassen. Troufanov kam erst im Februar nach über 400 Tagen in der Gewalt des Palästinensischen Islamischen Dschihad nach Hause. Nach seiner Freilassung sagte Cohen, Troufanov habe ihr erzählt, er habe in der Gefangenschaft gebetet, dass sie einen anderen Mann findet, da er glaubte, nie mehr zurückzukehren.

Soldaten
Bei einer Explosion in einem Panzer im Norden Gazas sind am Montag drei israelische Soldaten getötet worden, ein Offizier wurde schwer verletzt. Das teilte die israelische Armee (IDF) mit. Der Vorfall ereignete sich in der Gegend von Dschabalia während anhaltender Gefechte mit der Terrororganisation Hamas. Die Namen der Toten sind Schoham Menachem, 21, aus dem Moshav Yardena, Schlomo Yakir Schrem, 20, aus Efrat und Yuliy Faktor, 19, aus Rishon LeZion. Alle drei waren Unteroffiziere. Der verletzte Offizier, dessen Name bisher nicht veröffentlicht wurde, befinde sich in kritischem Zustand. Nachdem ursprünglich angenommen worden war, dass der Panzer von Hamas-Terroristen mit einer Abwehrrakete beschossen wurde, gab die IDF am Mittwoch bekannt, dass die Ursache der Detonation offensichtlich eine Fehlfunktion der eigenen Munition war. Dabei sei es zu einer Granatenexplosion im Panzerturm gekommen. Weitere mögliche Ursachen werden derzeit geprüft. Nach Angaben der IDF steigt die Zahl der seit dem 7. Oktober 2023 getöteten Soldaten damit auf 893.

Bücher
Zwei sogenannte Orit-Bücher aus dem 15. Jahrhundert sind von der Universität Tel Aviv entdeckt werden. Als Orit wird die Tora des äthiopischen Judentums bezeichnet. Das Orit-Guardians-Programm der Abteilung für Bibelstudien fand insgesamt 17 heilige Bücher aus dem 15. bis 20. Jahrhundert, die von jüdischen äthiopischen Priestern (Kessim) nach Israel gebracht und aufbewahrt wurden. Das Orit-Masterprogramm wurde vor fünf Jahren mit dem Ziel ins Leben gerufen, das biblische Erbe der äthiopischen Juden zu studieren, zu bewahren und weiterzugeben. Der Workshop fand in Zusammenarbeit mit dem Ethiopian Jewry Heritage Center und der Nationalbibliothek Israels statt.

Gewalt
Am Freitag sind bei einem Angriff israelischer Siedler in der Stadt Sinjil im Westjordanland nördlich von Ramallah zwei Palästinenser getötet worden. Das teilte das palästinensische Gesundheitsministerium mit. Mindestens zehn Palästinenser seien verletzt worden. Eines der Opfer, der 21-jährige Sayfollah Musallet, ein US-Staatsbürger auf Familienbesuch, sei »zu Tode geprügelt« worden, sagen seine Angehörigen. Extremistische Siedler hätten Sanitäter daran gehindert, ihm zu Hilfe zu kommen, und er sei seinen Verletzungen erlegen, bevor er das Krankenhaus erreichte. Der 23-jährige Mohammed Razek Hussein al-Shalabi sei gestorben, nachdem auf ihn geschossen wurde. Die Armee gab an, mehrere Israelis und Palästinenser wegen des Verdachts der Beteiligung an den Gewalttaten festgenommen zu haben. Die Militärpolizei habe Ermittlungen eingeleitet. Musallet wurde in Florida geboren. Seine Familie forderte das US-Außenministerium auf, seinen Tod zu untersuchen. Mike Huckabee, US-Botschafter in Israel, verlangt »Rechenschaft für diese kriminelle und terroristische Tat«.

Technologie
Nvidia will im Norden Israels einen milliardenteuren Technologiecampus aufbauen, was Tausende von Arbeitsplätzen schaffen und die Aktivitäten des US-Chip-Giganten im Land deutlich ausweiten soll. Das Unternehmen sucht ein Grundstück mit Baurecht rund um Zichron Yaakov, nahe Haifa oder in der Jesreelebene, das einem 80.000 bis 180.000 Quadratmeter großen Campus Platz bietet und eine gute Straßenanbindung und an öffentliche Verkehrsmittel hat. Es sei eine sehr große Investition, so Dror Bin, Geschäftsführer der Israel Innovation Authority. »Die Entscheidung, in Israel zu investieren, ist ein Zeichen des Vertrauens in das israelische Hightech-Ökosystem.« Vergangene Woche erreichte Nvidia als erstes börsennotiertes Unternehmen in der Geschichte einen Marktwert von vier Billionen Dollar.

Jerusalem

Netanjahu weiterhin skeptisch gegenüber Iran-Deal

Ein Abkommen müsse weit über das Atomprogramm hinausgehen und auch Irans regionale Stellvertreterorganisationen einbeziehen, sagt der Ministerpräsident

 13.02.2026

Tel Aviv

Barak bedauert Kontakte zu Epstein und räumt problematische Formulierungen ein

Er habe im Rückblick »gründlicher urteilen« müssen und bedaure bereits das erste Treffen mit dem Investor im Jahr 2003, sagt der frühere Ministerpräsident

 13.02.2026

Öffentlicher Nahverkehr

Jetzt auch am Schabbat: Busverbindung von Tel Aviv zum Flughafen Ben Gurion

Die Linie 711, die bisher zwischen Tel Aviv und der Stadt Shoham unterwegs ist, wird künftig über den Flughafen geführt

 13.02.2026

Israel

Gesetz: Der 7. Oktober soll nicht »Massaker« heißen

Das Büro von Premierminister Netanjahu ließ das Wort für den Titel des Gedenktages streichen. Überlebende und Angehörige außer sich vor Wut

von Sabine Brandes  12.02.2026

Nahost

Israels digitale Front gegen Teheran

Hunderte Cyberattacken wurden in zwölf Monaten abgewehrt. Behörden sprechen von einer »ausgedehnten iranischen Kampagne«

von Sabine Brandes  12.02.2026

Westjordanland

Bericht: Autonomiebehörde zahlt weiterhin »Märtyrer-Renten«

Eigentlich hatte Mahmoud Abbas das Ende der international verurteilten »Pay for Slay«-Praxis verkündet. Laut einem Bericht von Palestinian Media Watch hat er gelogen

 12.02.2026

Gaza

Sicherheitsstillstand

Die Terrororganisation Hamas macht auch in der zweiten Phase des Waffenruhe-Abkommens klar, dass sie einer Entmilitarisierung nicht zustimmen wird

von Sabine Brandes  12.02.2026

Nachrichten

Botschafter, Kontrolle, Künstliche Intelligenz

Kurzmeldungen aus Israel

von Sabine Brandes  12.02.2026

Meinung

Wiesbaden: Wie man dem Antisemitismus und dem Islamismus eine Bühne bietet

Im Haus der Vereine durfte die Jugendgruppe »Salehin« auftreten. Offiziell ging es um eine »kulturelle religiöse Jugendveranstaltung«. Doch tatsächlich wurde dort Propaganda für das Mullah-Regime gemacht

von Daniel Neumann  12.02.2026