Covid-19

»Licht am Ende des Tunnels«

Der ersten Testperson wird der israelische Impfstoff verabreicht. Foto: Flash 90

In Israel haben Versuche an Menschen mit einem im Land entwickelten Impfstoff für das Covid-19-Virus begonnen. Am Sonntag erhielten zwei Männer in sogenannten Vor-Tests die Spritze mit dem Wirkstoff. Die Versuche des staatlichen Instituts für biologische Forschung werden in drei Phasen durchgeführt und wahrscheinlich rund ein Jahr dauern. Erst danach wird die Öffentlichkeit geimpft werden können.

FREIWILLIGE Die Wissenschaftler am Institut gaben an, sie hätten um die 25.000 Dosen des experimentellen Wirkstoffs hergestellt. Phase eins soll drei Monate dauern und in drei Schritten ablaufen. Zuerst werden 80 Freiwillige im Alter von 18 bis 55 Jahren geimpft. Diese werden dann drei Wochen auf Nebenwirkungen und Antikörper beobachtet.

Im Dezember sollen 960 weitere Freiwillige eine Spritze erhalten. Hier sollen vor allem die genauen Dosen, die Sicherheit und Effektivität betrachtet werden.

Im April oder Mai ist geplant, dass 3000 Menschen den Impfstoff erhalten. Wenn diese Testrunde abgeschlossen ist, kann der Impfstoff für die Bevölkerung zugelassen werden.

KRANKENHÄUSER Die Tests finden in den Krankenhäusern Hadassah in Jerusalem und Sheba in Ramat Gan statt. Jede Versuchsperson wird entweder den Impfstoff oder ein Placebo erhalten. Nach einigen Stunden Beobachtung im Krankenhaus werden sie nach Hause geschickt.

»Sie entwickelten Antikörper, die das reale Virus neutralisieren.«

Israelisches Institut für biologische Forschung

Den Versuchen mit Menschen waren Tierversuche vorausgegangen, die bereits am 1. Februar begonnen hatten. Damals hatte Premierminister Benjamin Netanjahu das Institut beauftragt, einen Impfstoff zu entwickeln. »Sie sind nicht nur nicht krank geworden und hatten keine Symptome der Krankheit«, so das Institut, »sie entwickelten Antikörper, die das reale Virus neutralisieren«.

PHARMA-KONZERNE Kurz vor dem Beginn der Versuche an Menschen hatte Netanjahu erklärt, dass er zusätzlich zum einheimisch produzierten Impfstoff gleichzeitig in Gesprächen mit anderen Ländern und internationalen Pharmaziekonzernen sei.

»Auf die eine oder andere Art werden wir ausreichend Impfdosen für alle Bürger Israels haben, und wir werden uns von diesem Virus befreien«, so Netanjahu. »Ich glaube nicht, dass es sofort geschehen wird, doch ich sehe Licht am Ende des Tunnels.«

Die beiden ersten Testpersonen sind der 26-jährige Segev Harel aus einem Kibbutz im Norden und Aner Ottolenghi aus einem Kibbutz im Süden des Landes. »Ich fühle mich gut«, sagte Ottolenghi im Anschluss an die Impfung, »nur ein bisschen aufgeregt vielleicht«.

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