Israel

Kurz gemeldet

Ruth Bader Ginsburg Foto: dpa

Preis
Ruth Bader Ginsburg wird ausgezeichnet. Die ehemalige Richterin am Obersten Gerichtshof der USA ist in Israel gelandet, um den Genesis-Preis für ihr Lebenswerk entgegenzunehmen. Der Preis wurde vor einigen Jahren von einer Gruppe russisch-jüdischer Geschäftsleute eingerichtet, um Juden auszuzeichnen, die in ihren Bereichen außergewöhnliche Leistungen erbracht und weltweite Bekanntheit erlangt haben. Zuvor war die amerikanisch-israelische Schauspielerin Natalie Portman als Preisträgerin benannt worden. Die jedoch wollte zur Verleihung aufgrund der israelischen Politik während der jüngsten Gaza-Proteste nicht in den jüdischen Staat reisen. Bader Ginsburg wird der Preis am Mittwochabend in einer privaten Zeremonie von ihrem israelischen Kollegen, dem einstigen Richter am Obersten Gerichtshof Aharon Barak, in der Tel Aviver Universität verliehen.

Strafe
Er ist mit einer extrem milden Strafe davongekommen. Der Israeli David Muial ist vom Bezirksgericht in Beer Sheva zu acht Monaten auf Bewährung, 100 Tagen Sozialdienst und einer läppischen Geldstrafe von 2000 Schekel verurteilt worden. Das Geld, etwa 475 Euro, soll der Familie des Opfers zugutekommen. Muial war 2015 an der Tötung von Haftom Zarhum beteiligt gewesen. Der Richter schrieb in seiner Begründung, dass Muial »einen Hilflosen misshandelte«. Der afrikanische Asylbewerber befand sich im Zentralen Busbahnhof, als dort ein Terroranschlag verübt wurde, der einen Menschen tötete und elf verletzte. Soldaten schossen auf Zarhum in der Annahme, dass es sich bei ihm um einen der Terroristen handelte. Er war jedoch lediglich unbeteiligter Passant. Als er nach den Schussverletzungen am Boden lag, kam Muial und warf eine eiserne Bank auf ihn. Andere traten ihn wiederholt gegen den Kopf. Zarhum starb kurze Zeit darauf im Krankenhaus.

Beben
Ein kleineres Erdbeben hat am frühen Mittwochmorgen die Gegend um Haifa erschüttert. Es erreichte die Stärke 4,1 auf der Richterskala. Es folgten weitere schwächere Beben. Das geophysikalische Institut Israels gab an, dass das Epizentrum vier Kilometer tief im nördlichen See Genezareth lag. Berichte von Verletzten oder Schäden an Gebäuden gab es nicht. Immer wieder warnen Experten, dass die Lage Israels an der aktiven syrisch-afrikanischen Spalte in nicht allzu ferner Zukunft zu einem größeren Erdbeben führen könnte.

Lied
Neue Sorgen um die Eurovision. Jetzt droht eines der größten Musikunternehmen, Universal Music Studios, die Songschreiber von »Toy« zu verklagen. Sie behaupten, der Siegertitel von Netta Barzilai sei teilweise geklaut. Die Komponisten Doron Medalie und Stav Beger erhielten bereits Post von einem Anwalt des Musikriesen aus den USA. Angeblich ähnelten Rhythmus und Harmonie dem Hit »Seven Nation Army« der White Stripes aus dem Jahr 2003. Sollte das Gericht den Klägern zustimmen, könnte es im Endeffekt sogar dazu führen, dass Israel den ESC 2019 nicht ausrichten darf. Denn die Beiträge müssen neue und eigenständige Lieder sein. Medalie bestätigte die anstehende Klage und sagte, er werde in den nächsten Tagen in die USA reisen, um den Streit beizulegen.

Replik

Einspruch, euer Ehren!

Der Friedenspreis des Deutschen Buchhandels ging in diesem Jahr an Philippe Sands. In seiner Dankesrede relativiert der renommierte Völkerrechtler juristische Kategorien, erhebt schwerwiegende Vorwürfe gegen Israel und beklagt die Unterdrückung gefeierter »Israelkritiker«. Ausgerechnet ein Mann, dessen Autorität auf juristischer Präzision und universellen Maßstäben gründet, nimmt es mit alledem erstaunlich ungenau

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