Israel

Kurz gemeldet

Demonstration gegen die Abschiebung afrikanischer Asylsuchender in Tel Aviv Foto: Flash 90

Petition
Zehntausende afrikanische Asylsuchende sollen abgeschoben werden. Die rechtsgerichtete Regierung und insbesondere Innenminister Arie Deri haben die Voraussetzungen für ein Bleiben der Menschen aus Eritrea, dem Sudan und Ruanda in Israel in den vergangenen Monaten extrem erschwert. Aktivisten beklagen, dass vielen von ihnen in unsicheren Drittländern oder ihrer Heimat Folter und Tod drohen. Jetzt ruft die Organisation »Zizim Community Action« Piloten auf, die Abschiebung der Flüchtlinge zu verweigern. Die NGO veröffentlichte eine Petition im Internet und bittet, Briefe an die israelische Luftfahrt- sowie Pilotenvereinigung zu senden, in denen erklärt wird, welche Gefahren den Abgeschobenen drohen, und in denen die Piloten aufgefordert werden, diese Flüge nicht durchzuführen.

Suche
Bereits die dritte Nacht in Folge sucht die israelische Armee nach den Mördern von Raziel Shevach, der am Dienstag im Palästinensergebiet durch Schüsse auf sein Auto getötet wurde. Bislang wurde kein Verdächtiger gefunden. Der Einsatz umfasse Geheimdienstaktionen, Durchsuchungen von Ortschaften und Häusern sowie Straßensperren, sagte ein Sprecher der IDF. Währenddessen sind im Westjordanland und im Gazastreifen an der Grenze zu Israel gewalttätige Unruhen ausgebrochen. Dutzende Demonstranten warfen Steine auf Soldaten. Nach Angaben des palästinensischen Gesundheitsministeriums seien dabei zwei palästinensische Jugendliche – ein 16-jähriger Junge im Gazastreifen und ein 17-Jähriger im Westjordanland – von scharfer Munition der Soldaten tödlich verletzt worden. Drei weitere Teenager aus dem Gazastreifen sollen schwer verwundet worden sein. Die Armee gab an, dass sie von den Berichten zu den Toten und Verletzten Kenntnis erhalten habe, und erklärte, dass sie ermittelt. Shevach, ein sechsfacher Familienvater, wurde am Mittwoch in der jüdischen Siedlung Havat Gilad beerdigt.

Ermittlungen
Der Staatsanwalt Shai Nitzan sagte am Donnerstag, er hoffe, die Polizei werde ihre Empfehlungen zu den beiden Korruptionsermittlungen gegen Premier Benjamin Netanjahu innerhalb einiger Wochen aussprechen. Er betonte, dass es keinerlei Verzögerungen diesbezüglich gebe. »Jeder absurde Vorwurf, dass wir die Ermittlungen absichtlich in die Länge ziehen, ist falsch. Wenn jemand meint, dass es eine einfache Sache ist, eine Untersuchung gegen einen Ministerpräsidenten durchzuführen, der irrt.« Die Opposition und Tausende Demonstranten beschuldigen regelmäßig vor allem Generalstaatsanwalt Avichai Mandelblit, die Ermittlungen verschleppen und Netanjahu schützen zu wollen.

Israelische Zeitungen

Wahlergebnisse

»Sieg der Extreme«

Nach dem AfD-Erfolg in Mecklenburg-Vorpommern wächst in Israel die Aufmerksamkeit für Deutschlands politische Verschiebung

von Sabine Brandes  22.09.2026

Debatte

Wehret den Anfängen gilt rechts und links

Ein Offener Brief an Bischof Christian Stäblein vom Evangelischen Arbeitskreis der CDU Berlin/Brandenburg

von Cornelia Seibeld  22.09.2026

Reaktionen

Besorgnis in Israel nach Berlin-Wahl

Der Wahlsieg der Linken sorgt vor allem mit Blick auf Antisemitismus und das jüdische Leben in der deutschen Hauptstadt für Aufmerksamkeit in israelischen Medien

von Sabine Brandes  22.09.2026

Umfrage

Mehrheit sieht keine Chance für friedliche Zwei-Staaten-Lösung

Eine friedliche Koexistenz ist für eine Mehrheit der Israelis und eine noch größere Mehrheit der Palästinenser im Westjordanland und in Ostjerusalem derzeit nicht vorstellbar

 22.09.2026

Alei Zahav

Terroranschlag im Westjordanland: Vater rettet seinem Sohn das Leben und stirbt

»Papa, ich möchte dir für 16 gemeinsame Jahre danken. Danke, dass du mir zugerufen hast, als der Terrorist kam«, sagte der 16-Jährige Yoav bei der Beerdigung seines Vaters

 22.09.2026

Meinung

Berlin bekommt, was es verdient!

Ein Kommentar von Chefredakteur Philipp Peyman Engel zum Erdrutschsieg der Linkspartei in der Hauptstadt

von Philipp Peyman Engel  20.09.2026

Jerusalem

Ein toter Israeli bei Terroranschlag im Westjordanland

Kurz vor Beginn von Jom Kippur kommt es zu zwei Terroranschlägen im von Israel besetzten Westjordanland. Ein israelischer Zivilist und einer der angreifenden Palästinenser werden getötet

 20.09.2026

Jerusalem

Präsident Herzog begnadigt verurteilten Ex-Soldaten Elor Asaria

Israels Präsident lässt einen Strafregistereintrag des ehemaligen Soldaten löschen, der 2016 einen am Boden liegenden, palästinensischen Attentäter tötete. Die israelische Armee war laut Berichten dagegen

 20.09.2026

Kommentar

Wo ist mein Berlin, in dem es keinen Hass auf Juden mehr geben sollte?

Unsere Gastautorin Dorothea Schupelius warnt vor der unheiligen Allianz der Linkspartei mit radikalen Muslimen - und vermisst das Berlin, in dem sie aufgewachsen ist

von Dorothea Schupelius  20.09.2026