Israel

Kurz gemeldet

Schnee auf dem Hermon-Berg (Golanhöhen) am 1. Januar 2018 Foto: Flash 90

Winter
Der Winter hat in Israel Einzug gehalten. Zwar mit gehöriger Verspätung, doch dafür umso heftiger. Blitz, Donner, Stürme und stundenlange starke Regengüsse peitschten am ersten Tag des neuen Jahres vom Norden bis zum Zentrum des Landes und sogar durch Teile der Negevwüste. Auf dem Berg Hermon in den Golanhöhen fiel Schnee, auf der Spitze blieben rund 15 Zentimeter liegen. Das meteorologische Institut Meteo-Tech maß 30 Millimeter Niederschlag in einigen nördlichen Gemeinden innerhalb einer Stunde. Das Resultat der Wolkenbrüche waren Überflutungen auf vielen Straßen. In einigen Vierteln der Großstädte Haifa und Tel Aviv hieß es am Montag »Land unter«. Mehrere Fahrer mussten von Rettungskräften aus ihren Autos befreit werden. Die Temperaturen lagen sogar in Tel Aviv kaum über zehn Grad. In der Wüste drohten Überschwemmungen, sogenannte »Flash Floods«. Das Winterwetter soll noch mindestens bis zum Wochenende andauern.

Jerusalem-Gesetz
In der Nacht zum Dienstag stimmte die Knesset über ein Gesetz ab, das die Teilung Jerusalems erschweren würde. Im Falle eines Friedensabkommens mit den Palästinensern bedürfte es nach der Änderung eine Zweidrittelmehrheit, um einen Teil der Stadt abzugeben. Das Gesetz wurde in der zweiten und dritten Lesung mit 64 zu 51 Stimmen angenommen. Die rechtsgerichtete israelische Regierung beharrt darauf, dass Jerusalem niemals geteilt werden dürfe, die Palästinenser indes beanspruchen den Ostteil der Stadt für sich.

Anklage
Gegen die 16-jährige Palästinenserin Ahed Tamimi wird Anklage erhoben. Die Teenagerin hatte vor zwei Wochen israelische Soldaten in ihrem Dorf im Westjordanland provoziert und ins Gesicht geschlagen –offensichtlich, um sie aus der Fassung zu bringen. Ihre Mutter Nariman Tamimi filmte das Geschehen und postete es anschließend in sozialen Netzwerken im Internet. Die Soldaten hatten in keiner Weise auf die Schläge reagiert und sich zurückgehalten. Anschließend wurde das Mädchen festgenommen. Jetzt entschied das Militärgericht, dass Tamimi gemeinsam mit ihrer Mutter und Cousine Nour angeklagt wird. Der 16-Jährigen wird Aufwiegelung, Gewalt gegen sowie Gefährdung von Soldaten und Ähnliches in insgesamt zwölf Fällen vorgeworfen. Schon vor dem aktuellen Fall hatte die Teenagerin an Demonstrationen teilgenommen und war angeblich mehrfach gegen Soldaten gewalttätig geworden. Für viele Palästinenser ihrer Generation ist das Mädchen mit den langen blonden Locken zu einer Art Heldin geworden, die sich der israelischen Besatzung entgegenstellt. Ihre Bilder werden im Internet massenhaft geteilt. Aher Tahimi ist die Tochter des palästinensischen Fatah-Aktivisten Bassem Tamimi.

Zahlen
Zu Beginn des Jahres 2018 hat das Zentrale Statistikbüro neue Zahlen herausgegeben. Am 31. Dezember umfasste die israelische Bevölkerung 8,793 Millionen Menschen. 6,55 Millionen oder 74,6 Prozent von ihnen sind jüdisch, 1,83 Millionen (20,9 Prozent) muslimisch. Die verbleibenden 4,5 Prozent sind entweder Christen oder zählen sich zu keiner Religion zugehörig. 2017 ist die Anzahl der Bürger Israels um 1,9 Prozent gewachsen. 82 Prozent dieses Anstiegs geht auf Geburten zurück, der Rest auf Immigration. Rund 27.000 Menschen sind im vergangenen Jahr aus verschiedenen Ländern nach Israel eingewandert. Der Großteil mit 27 Prozent stammte aus Russland, gefolgt von der Ukraine mit 25,5, Frankreich mit 13 sowie den USA mit knapp zehn Prozent.

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