Israel

Kurz gemeldet

Rettungskräfte vor Ort nach dem Anschlag am Jaffa-Tor Foto: Flash 90

Anschläge
Zwei Israelis sind in den letzten Tagen bei verschiedenen Anschlägen von Palästinensern getötet worden, mehrere wurden verletzt. Und auch die neue Woche in Israel begann mit schlechten Nachrichten: Am Morgen wurde ein junger Soldat bei einem Messerangriff in Jerusalem verletzt, ein weiterer Terroranschlag in der Nähe der Siedlung Maale Schomron im Westjordanland ist vereitelt worden. Beide Täter wurden festgenommen.

Am Mittwoch hatte sich der tödliche Anschlag ereignet. Vor dem Jaffa-Tor zur Jerusalemer Altstadt stürzten sich plötzlich zwei junge Palästinenser mit Messern auf Passanten. Sie verletzten Reuven Birmajer (46) so schwer, dass er kurz darauf im Krankenhaus verstarb. Der Rabbiner ist Vater von sieben Kindern. Ein weiterer israelischer Mann, der zu Hilfe eilte, fiel ebenfalls der Gewalt zum Opfer. Ofer Ben-Ari wurde aus Versehen von einer Polizistin erschossen, die versuchte, die Terroristen zu treffen. Der 46-Jährige hinterlässt seine Frau und zwei Töchter. Eine von ihnen sagte bei der Beerdigung: »Mein Vater war ein Held und einer, der immer fröhlich war«. Die beiden Angreifer wurden von der Polizei erschossen, ein weiterer Mann durch Stichwunden schwer verletzt.

Am Samstag darauf rammte ein 56 Jahre alter Palästinenser in der Nähe der Stadt Nablus im Westjordanland seinen Wagen in eine Gruppe von Soldaten. Einer von ihnen wurde dabei mittelschwer verletzt. Am selben Tag bedrohte ein anderer Mann im Zentrum von Jerusalem mehrere Menschen mit einem Messer. Er wurde schließlich ebenfalls erschossen. Die Familie des Palästinensers erklärte in Anschluss, dass er mental instabil gewesen sei.

Besuch
Der Sonderbotschafter Russlands für Syrien hat Israel in der vergangenen Woche einen geheimen Besuch abgestattet, wie erst am Sonntag bekannt wurde. In den Gesprächen zwischen Alexander Lavrentiev und Vertretern der israelischen Regierung soll es um mögliche diplomatische Vereinbarungen gehen, die den syrischen Bürgerkrieg beenden könnten. Offizielle Angaben des Außenministeriums gibt es jedoch nicht. Der Sicherheitsrat der Vereinten Nationen hatte in der vergangenen Woche eine Resolution erlassen, die Verhandlungen zwischen dem syrischen Präsidenten Baschar al-Assad und verschiedenen Rebellenfraktionen unterstützt. Obwohl sich Jerusalem nicht dagegen ausgesprochen hat, geht die Sorge um, dass eine Vereinbarung zu Syrien die Hisbollah und den Iran stärken könnten.

Drohung
Der Anführer der sadistischen Terrormiliz ISIS, Abu Bakr al-Baghdadi, hat eine Tonaufnahme veröffentlicht, in der er Israel direkt bedroht. »Die Juden haben gedacht, dass wir Palästina vergessen und dass sie uns abgelenkt haben. Keineswegs, Juden! Wir haben Palästina nicht für einen Moment vergessen. Mit Allahs Hilfe werden wir es auch nicht vergessen. Denn die Pioniere der Dschihadisten-Kämpfer werden euch an dem Tag umzingeln, den ihr für weit entfernt haltet. Aber wir wissen, er ist nah. Und wir kommen euch jeden Tag näher. Palästina wird nicht mehr euer Land oder Zuhause sein, es wird euer Friedhof werden.« Es ist die erste veröffentlichte Tonaufnahme des meistgesuchten Mannes der Welt seit sieben Monaten.

Luftfahrt

Wer kontrolliert die Flüge nach Israel?

Nach dem vereitelten Anschlag auf einen Flydubai-Flug gerät das israelische Sicherheitssystem für ausländische Airlines unter Druck

von Sabine Brandes  08.10.2026

Hintergrund

Terror über den Wolken

Wie Pilot und Passagiere im Flug von Dubai nach Tel Aviv eine Katastrophe verhinderten

von Sabine Brandes  08.10.2026

Diplomatische Beziehungen

Britisches Konsulat in Jerusalem bleibt als Mission bestehen

Israel reagiert auf britische Sanktionen gegen israelische Siedlungspolitik, mehrere Diplomaten verlassen das Land. Gänzlich geschlossen wird das britische Konsulat in Ost-Jerusalem aber doch nicht

 08.10.2026

Meinung

Wenn Journalisten Terroristen sind – 170 Namen und eine unbequeme Wahrheit

Unser Autor reflektiert über die grundsätzliche Frage, was »Journalismus« in einem Gebiet bedeutet, das seit Jahren von einer totalitären Terrororganisation beherrscht wird

von Daniel Neumann  08.10.2026

7. Oktober

»Erinnern heißt auch, nach der Wahrheit zu suchen«

Bei der großen Gedenkveranstaltung im Hayarkon-Park standen die Opfer im Mittelpunkt – und die Forderung nach einer unabhängigen Untersuchungskommission

von Sabine Brandes  08.10.2026

Mentale Gesundheit

Die Einsamkeit wiegt am Schwersten

Fast eine Million Israelis suchten seit Kriegsbeginn Hilfe bei der psychischen Notfall-Hotline Eran

von Sabine Brandes  07.10.2026

Porträt

Nach der Musik das Essen

Der Norden war von Terror und Krieg besonders geschunden. Aber auch Absagen aus dem Ausland beendeten Shachar Bers Karriere als Drummer. Mit einer eigenen Aufstrich-Marke wagt er den Neuanfang

von Sabine Brandes  07.10.2026

Nachrichten

Massage, Kibbuz, Opposition

Kurzmeldungen aus Israel

von Sabine Brandes  07.10.2026

Kommentar

Wenn Chuzpe Leben rettet

Die bemerkenswerte Abwesenheit von Scham, Vorsicht und Selbstzweifel ist eine israelische Eigenart. Im Fall des Flydubai-Fluges half sie, eine Katastrophe zu verhindern

von Sabine Brandes  07.10.2026