Israel

Kurz gemeldet

Zum zweiten Mal innerhalb von zwei Wochen sind Zehntausende Menschen in Tel Aviv auf die Straße gegangen, um gegen Korruption in der Regierung zu demonstrieren. Foto: Flash 90

Raketen
In Zusammenhang mit den Unruhen nach der Anerkennung Jerusalems als Hauptstadt Israels durch den US-Präsidenten Donald Trump wurden in den vergangenen Tagen mehrere Raketen aus dem Gazastreifen auf israelisches Gebiet abgefeuert. Die Geschosse gingen in Sderot und umliegenden Ortschaften nieder, einige wurden vom Abwehrsystem »Eiserne Kuppel« abgefangen, andere landeten in der Nähe von Wohngebieten und in einem Kindergarten. Menschen wurden nicht verletzt. Die israelische Armee erklärte, dass sie die Hamas für die Eskalation verantwortlich macht, und flog anschließend zwei Luftangriffe. Nach Angaben des Pressesprechers wurden dabei Waffenproduktionsstätten, eine Militäranlage und ein Munitionslager getroffen. Die Hamas gab an, dass zwei Angehörige ihres militärischen Flügels dabei getötet und 25 Palästinenser verletzt worden seien.

Proteste
Zum zweiten Mal innerhalb von zwei Wochen sind Zehntausende Menschen in Tel Aviv auf die Straße gegangen, um gegen Korruption in der Regierung zu demonstrieren. Wieder trafen sie sich nach dem Ausgang des Schabbats auf dem Rothschild-Boulevard im Zentrum der Stadt. Die »Märsche der Schande« sollen wöchentlich stattfinden, »damit die Politiker endlich verstehen, dass wir ihnen auf die Finger schauen«, so die Organisatoren. Vor allem richtet sich der Protest gegen Regierungschef Benjamin Netanjahu und seine engsten Vertrauten. »Bibi, geh nach Hause!« oder »Weg mit den Korrupten« hieß es auf vielen Schildern. Ein Demonstrant meinte mit seinem Plakat: »Schweinisches Benehmen ist nicht koscher«. Als sich Vertreter der BDS-Bewegung dem Protest anschließen wollten, kam es kurzzeitig zu Auseinandersetzungen, denn Teilnehmer der ursprünglichen Demonstration wollten keinen Boykott gegen Israel unterstützen. Die Polizei musste einschreiten und die BDS-Anhänger davon abhalten, sich dem Demonstrationszug anzuschließen. Auch in Haifa zeigten sich Hunderte von Protestierenden auf einem zentralen Platz der Stadt, um ihrem Ärger Luft zu machen. Am Sonntag machte sich Premier Benjamin Netanjahu, gegen den in zwei Fällen wegen Korruption ermittelt wird, auf den Weg zu Gesprächen nach Frankreich und Brüssel.

Tunnel
Die israelische Armee gibt an, einen weiteren Tunnel entdeckt zu haben, der aus dem Gazastreifen bis unter israelisches Territorium reichte. Es ist der zweite der sogenannten Terrortunnel, die innerhalb der vergangenen sechs Wochen von der IDF zerstört wurden. Der unterirdische Gang führte bis unter die Felder des Kibbuz Nirim, der sich in der Nähe der Grenze befindet. Es sei eindeutig, dass er von der Hamas gebaut worden sei. »Der Tunnel, den wir heute unbrauchbar gemacht haben, war ein bedeutender«, erläuterte der Militärsprecher, »und mit einem höherem Standard errichtet, als wir ihn gewöhnlich dabei sehen.«

Visite
Regierungschef Benjamin Netanjahu befindet sich derzeit in Europa. Am Sonntag reiste der Premier zunächst nach Paris, wo er sich mit dem französischen Präsidenten Emmanuel Macron traf. Macron sagte, dass die amerikanische Anerkennung Jerusalems eine »Gefahr für den Frieden« sei. Am Montag reiste Netanjahu weiter nach Brüssel. Dort kam er zunächst mit EU-Außenministerin Federica Mogherini zusammen. Netanjahu äußerte sich positiv über die US-Initiative für ein Abkommen zwischen Israelis und Palästinensern und meinte, Israel solle dem Frieden eine Chance geben. Mogherini betonte daraufhin den Wunsch der EU, stärker in diesen Prozess involviert zu sein. Netanjahu warnte vor der Gefahr, dass sich der Iran militärisch in Syrien niederlassen könnte. Ungefähr zur gleichen Zeit erklärte der russische Präsident Wladimir Putin bei einem Besuch seiner Armee im syrischen Latakia, dass er ein großes Kontingent seiner Truppen aus Syrien abziehen werde.

Diplomatie

Vance: US-Nahostpolitik darf nicht Israel untergeordnet sein

Der US-Vizepräsident betont strategische Partnerschaft mit Israel, pocht aber auf eine Außenpolitik, die sich an den Interessen der USA orientiert

von Sabine Brandes  16.09.2026

Tel Aviv

Israelischer Diplomat glaubt an neuen Beitritt zu Abraham-Abkommen

Israels Botschafter in den Vereinigten Arabischen Emiraten erklärt, dass in den nächsten vier bis sechs Monaten ein weiteres Land seine Beziehungen zu Israel normalisieren könnte

 16.09.2026

"Two serious people sit on outdoor metal stairs in casual, tactical clothing, appearing tired or contemplative, with sunlight casting shadows behind them against a plain wall in a rugged environment."

Netflix

Wenn Fiktion auf Realität trifft

Die israelische Erfolgsserie »Fauda« meldet sich mit einer eindrucksvollen neuen Staffel zurück

von Sarah Cohen-Fantl  16.09.2026

Gaza

Israel tötet mehrere hochrangige Hamas-Kommandeure

Israel geht gegen ranghohe Terroristen vor, darunter auch ein Mitglied des Islamischen Dschihad, das an den Massakern vom 7. Oktober beteiligt war

 16.09.2026

Sicherheit

Warnung ignoriert?

Vor dem 7. Oktober soll Mohammed bin Zayed, der Emir von Abu Dhabi, Netanjahu informiert haben

von Sabine Brandes  15.09.2026

Israel

Wie Quentin Tarantino Israelis den Kinobesuch vermiest

Berichte über Quentin Tarantinos Kinobesuche gehen in Israel viral. Eine Frau hätte ihn beinahe angebrüllt

von Sophie Albers Ben Chamo  15.09.2026

Tel Aviv

IDF-Chef prüft rechtliche Schritte gegen Film »Naza«

Generalstabschef Eyal Zamir bezeichnet bisher bekannt gewordene Teile der Doku als »Ritualmordlegenden, bewusste Verzerrungen der Realität und falsche Anschuldigungen gegen IDF-Soldaten«

 15.09.2026

Eklat

Boykottaufrufe wegen Wonder Woman Gal Gadot

Ein Magazintitel mit der israelischen Schauspielerin sorgt in den sozialen Medien für heftige Reaktionen gegen die Modemarke Ralph Lauren

von Sabine Brandes  15.09.2026

Tel Aviv

Israelische Forscher entwickeln Bluttest zur Erkennung von Lungenkrebs

Nach Angaben der beteiligten Wissenschaftler könnte die Methode langfristig eine wesentlich günstigere Alternative zu aufwendigen genetischen Untersuchungen werden

 15.09.2026