Israel

Kurz gemeldet

Gold in seiner Gewichtsklasse: der israelische Judoka Tal Flicker Foto: dpa

Medaillen
Der israelische Judoka Tal Flicker hat in Abu Dhabi die Goldmedaille in seiner Gewichtsklasse gewonnen. Doch es ertönte weder die Nationalhymne, als der Sieger auf dem Treppchen stand, noch wurde die blau-weiße Fahne gehisst. Flicker erreichte sogar Ippon, den höchsten Punktestand, den ein Judoka erhalten kann. Die Organisatoren des Grand Slam in den Vereinigten Arabischen Emiraten hatten zuvor erklärt, dass während des Turniers keine nationalen Symbole Israels präsentiert werden dürfen. Flicker freut sich trotzdem. Trainer Oren Smadja sagte nach der Medaillenverleihung: »Wir sind sehr glücklich, hier zu sein – mit oder ohne Flagge. Für uns geht es darum, Athleten auf dieses Niveau zu bringen und zu zeigen, dass niemand den Staat Israel stoppen kann.« Gili Cohen gewann zudem die Bronzemedaille in der Gewichtsklasse unter 52 Kilogramm. Die internationale Judo-Vereinigung hatte die Vereinigten Arabischen Emirate zuvor aufgefordert, israelische Teilnehmer nicht zu diskriminieren.

Urteil
Die scheidende Präsidentin des Obersten Gerichtshofes, Miriam Naor, hat ihr letztes Urteil verkündet. Am Donnerstag entschied sie, dass Supermärkte in Tel Aviv auch weiterhin am Schabbat geöffnet sein dürfen. »Meine Entscheidung beinhaltet keine Wertungen. Auch geht es nicht um einen säkularen oder religiösen Blickwinkel. Stattdessen zeigt das Urteil die entsprechende Interpretation des Gesetzes.« Das Gericht hatte bereits im April verkündet, dass ein Umgehungsgesetz für Tel Aviv weiterhin gelten darf, durch welches 164 Läden ihre Pforten auch am jüdischen Ruhetag öffnen dürfen. Mit einer Petition hatte Innenminister Arie Deri versucht, das Urteil zu kippen, doch ohne Erfolg. Naor wird nach 38 Jahren auf der Richterbank in den Ruhestand gehen. Ihre Nachfolgerin wird Esther Hayut.

Diskussion
Das ministeriale Komitee für Gesetzgebung will am kommenden Sonntag über einen Vorschlag entscheiden. Die international und national umstrittene Einbringung soll jüdische Siedlungen auf palästinensischem Gebiet zu Jerusalem hinzufügen und damit de facto annektieren. Sie wurde von einer Gruppe von Parlamentariern des Likud, von Schas und Kulanu gemeinsam entworfen. Demzufolge sollen die Siedlungen Efrat, Beitar Illit, Maale Adumim und Givat Zeev sowie die arabischen Gegenden Kafr Aqab, Schuafat und Anata unter die Stadtverwaltung von Jerusalem fallen. Die Organisation »Peace Now« verkündete daraufhin: »Dies ist der skrupellose Schritt einer Regierung, die es sich zum Ziel gemacht hat, die Möglichkeit einer Zweistaatenlösung zu ruinieren.« Die US-Regierung indes zeigt sich nicht besorgt. In einer Erklärung aus dem Außenministerium hieß es am Donnerstag, dass es noch ein weiter Weg sei, bis diese Gesetzgebung von der Knesset bestätigt werde, und ließ durchblicken, dass man davon ausgehe, dass es wahrscheinlich ohnehin niemals dazu komme. Tatsächlich wird ein derartiges Gesetz seit dem vergangenen Jahr diskutiert, schaffte es jedoch nie über das erste Diskussionsstadium hinaus.

Ramle

Magische Bootsfahrt unter der Erde

In einer versteckten Zisterne unter der Stadt schippert man durch 1200 Jahre Geschichte

von Sabine Brandes  17.02.2026

Tom Shoval

»Es ist schwer, den Kreis zu schließen«

Im Rahmen der Berlinale wird die Doku »A Letter to David« gezeigt, dieses Mal als komplette Version. Ein Interview mit dem Regisseur

von Katrin Richter  17.02.2026

Jerusalem

Während des Krieges: Israels Militär setzte auf großes Juristenteam

Kommandeuren standen während der Kämpfe bis zu 130 Juristen zur Seite, um operative Entscheidungen rechtlich abzusichern

 17.02.2026

Jerusalem

Hamas soll binnen zwei Monaten entwaffnet werden – sonst neue Offensive in Gaza

Wann die Frist beginnen soll, ist noch unklar

 17.02.2026

Jerusalem

Israel plant Sondertribunal für Hamas-Terroristen vom 7. Oktober

Nach Angaben der Generalstaatsanwältin Gali Baharav-Miara soll die Militärstaatsanwaltschaft die Verfahren führen, nicht die zivile Staatsanwaltschaft

 17.02.2026

Gazastreifen

Krankenhaus in Khan Younis weist Vorwürfe von »Ärzte ohne Grenzen« zurück

Die Organisation berichtet von bewaffneten Männern im Nasser-Krankenhaus – die Klinik widerspricht

 16.02.2026 Aktualisiert

Bericht

Emojis sollen Startsignal für Hamas-Massaker gewesen sein

Geheime Emoji-Codes lösten tödliche Angriffe aus: Wie Hamas-Terroristen am Vorabend des 7. Oktober 2023 über simple Symbole zum Überfall auf Israel mobilisiert wurden

 16.02.2026

Entwicklung

Jerusalem soll erstmalig seit 1967 über grüne Linie wachsen

Die jüngsten Siedlungspläne der Regierungskoalition sorgen für Kritik im In- und Ausland

von Sabine Brandes  16.02.2026

Gaza

Israelische Armee: Hamas nutzte Nasser-Krankenhaus als Kommandozentrale

Die jüngsten Entwicklungen seien ein weiterer Beleg für die Notwendigkeit, die Hamas zu entwaffnen, betonen die Streitkräfte

 16.02.2026