Israel

Kurz gemeldet

Sara Netanjahu im Juni 2017 beim Besuch von Krebspatienten und deren Eltern in einem Protestzelt in Jerusalem Foto: Flash 90

Siedlungen
Die Abstimmung über den umstrittenen Gesetzesvorschlag zur De-Facto-Annexion mehrerer jüdischer Siedlungen auf palästinensischem Gebiet rund um Jerusalem ist verschoben worden. Eigentlich hätte das Gesetzgebungskomitee der Knesset am Sonntag in einer ersten Diskussion über die Einbringung des Gesetzes abstimmen sollen. Der Likud-Abgeordnete David Bitan sagte im israelischen Armeeradio, der Aufschub beruhe auf Druck der Vereinigten Staaten. »Es gibt eine Verzögerung, weil die Amerikaner meinen, es handle sich dabei um eine Annexion«, so der enge Verbündete von Regierungschef Benjamin Netanjahu. Die Tageszeitung »Haaretz« schrieb, Netanjahu habe kurzerhand erklärt, es bedürfe zuvor einer Abstimmung mit den USA. Der Vorschlag soll verschiedene Siedlungen zu einer Art Zweigstellen der Stadtverwaltung in Jerusalem erklären, die Gebiete jedoch nicht offiziell annektieren. Welche Auswirkungen das haben könnte, ist bislang noch unklar.

Sara Netanjahu
Eine ehemalige Angestellte der Residenz des Premierministers hat Sara Netanjahu , die Frau des israelischen Regierungschefs, angezeigt. Es habe unzumutbare Arbeitsbedingungen und anschließende Bedrohungen gegeben, hieß es. Die 24-jährige ultraorthodoxe Frau war als Reinigungskraft angestellt. Sie erklärte in einer zehnstündigen Befragung durch die Polizei, dass sie »unter inhumanen Bedingungen in einem feindseligen Umfeld hatte arbeiten müssen und anschließend sogar von Leuten bedroht wurde, die an ihrer Tür und der ihrer Eltern geklingelt hätten«. Sara Netanjahu habe sie »andauernd erniedrigt und sogar versucht, sie zu schlagen«, heißt es in der Klageschrift, die anschließend beim Arbeitsgericht in Jerusalem eingereicht wurde. Die Frau verlangt eine finanzielle Entschädigung. Der Anwalt der Familie Netanjahu bezeichnete die Aussagen als absurd und lediglich als einen weiteren Versuch, die Netanjahus zu schädigen.

»Sturm der Liebe«
Es auf eine Forbes-Liste zu schaffen, ist für die meisten eine große Ehre, über die es sich zu freuen gilt. Doch offenbar sehen das nicht alle so. Als die libanesische Hauptstadt Beirut jetzt auf besagter Liste in der Kategorie »Must Visit Destinations« aufgenommen wurde, reagierten einige Libanesen mit Ärger. Offizielle der Stadtverwaltung verlangten sogar, Beirut wieder zu streichen. Der Grund: Tel Aviv steht auf derselben Liste. Um die nachbarschaftlichen Beziehungen steht es offenbar nicht sonderlich gut. Doch anstatt eingeschnappt zu sein, reagierten die Israelis in den sozialen Netzwerken mit einem digitalen »Sturm der Liebe«. Der Hashtag #TelAvivLovesBeirut war geboren.

Israel

Luftfahrtbehörde: US-Militärflugzeuge blockieren Betrieb in Tel Aviv

US-Militärflugzeuge sorgen laut Israels Luftfahrtbehörde für Engpässe am internationalen Flughafen Ben Gurion bei Tel Aviv. Welche Folgen das für Reisende und Flugpreise haben könnte

 11.05.2026

Brüssel

EU beschließt Sanktionen gegen Israel

Die Europäische Union hat eine politische Einigung für Strafmaßnahmen gegen israelische Siedler erzielt

von Michael Thaidigsmann  11.05.2026 Aktualisiert

Hamas-Massaker

Ex-Geisel Rom Braslavski: »Schämt Euch«!

Nachdem Premier Netanjahu seine Schuld erneut relativiert, macht der junge Mann in der Knesset seinem Unmut Luft

von Sabine Brandes  11.05.2026

Jerusalem

Generalstabschef warnt Knesset vor akuter Personalnot in der Armee

Aufgrund des Krieg an mehreren Fronten stoße die operative Belastung der Armee an Grenzen, sagt Eyal Zamir. Die IDF brauchen ihm zufolge sofort mehr Soldaten

 11.05.2026

Jerusalem

Netanjahu: Krieg gegen Iran »nicht vorbei«

Im »60 Minutes«-Interview spricht der Ministerpräsident auch über den Konflikt mit der Hisbollah, die amerikanische Militärhilfe für sein Land und den verlorenen Propagandakrieg

 11.05.2026

Naher Osten

Medienbericht: Israel soll geheimen Stützpunkt im Irak gebaut haben

Von dem Außenposten in einem irakischen Wüstengebiet soll Israel seine Angriffe auf den Iran koordiniert haben, berichtet das »Wall Street Journal«

 10.05.2026

Medien

Kristin Helberg, der Hass auf Israel und der urdeutsche Wunsch nach Entlastung

Ein Kommentar von Jan Fleischhauer

von Jan Fleischhauer  10.05.2026

Kommentar

Wenn »schwarz auf weiß« nicht mehr genügt

Eine funktionierende Demokratie braucht freie Medien – aber vor allem glaubwürdige

von Roman Haller  10.05.2026

»Gaza-Flottille«

Israel schiebt zwei Gaza-Aktivisten ab

Der Spanier Saif Abu Keschek und der Brasilianer Thiago Ávil wurden nach der Blockade der Gaza-Flotte nach Israel gebracht – jetzt folgt ihre Abschiebung

 10.05.2026