Israel

Kurz gemeldet

Blick auf die Siedlung Ofra im Westjordanland Foto: Flash 90

Räumung
Die israelische Grenzpolizei hat am Dienstagmorgen mit der Räumung von neun Häusern in der jüdischen Siedlung Ofra im Westjordanland begonnen. Hunderte von jüngeren rechtsgerichteten Demonstranten verschanzten sich in der Siedlung, kletterten auf Dächer und riefen die Truppen auf, den Befehl zu verweigern. Zuvor hatte das Oberste Gericht Israels am Montag einen Antrag von Siedlern abgelehnt, die Häuser versiegeln zu lassen, anstatt sie zu zerstören. Die umstrittenen neun Häuser waren auf palästinensischem Privatland errichtet worden. Die Website ynet meldete, die meisten Bewohner der neun Wohneinheiten hätten ihre Häuser bereits verlassen und erklärt, sie wollten weder Brechstangen einsetzen noch sich verbarrikadieren. Laut Medienberichten kam es aber zu kleineren Zusammenstößen zwischen jungen Demonstranten und Grenzpolizisten. Ofra ist eine der ersten Siedlungen, die nach dem Sechstagekrieg im Westjordanland errichtet wurden. Die Eroberung des Westjordanlandes, Ost-Jerusalems, der Golanhöhen und des Gazastreifens durch Israel jährt sich im Juni 1967 zum 50. Mal.

Rakete

Eine Rakete aus dem Gazastreifen ist in der Nacht zum Montag in Israel eingeschlagen. Das Geschoss landete auf einem offenen Feld in der Region Schaar Hanegev in der Nähe des Palästinensergebietes. Wie die Armee angab, wurde niemand verletzt. Es ist die siebte Rakete, die innerhalb eines Monats auf Israel gefeuert wurde. Das Sirenensystem wurde nicht aktiviert, da klar war, dass die Granate in einer unbewohnten Gegend niedergehen würde. In der vergangenen Woche waren zwei Raketen aus dem Sinai in der Eschkol-Region eingeschlagen.

Luftfahrt

Wer kontrolliert die Flüge nach Israel?

Nach dem vereitelten Anschlag auf einen Flydubai-Flug gerät das israelische Sicherheitssystem für ausländische Airlines unter Druck

von Sabine Brandes  08.10.2026

Hintergrund

Terror über den Wolken

Wie Pilot und Passagiere im Flug von Dubai nach Tel Aviv eine Katastrophe verhinderten

von Sabine Brandes  08.10.2026

Diplomatische Beziehungen

Britisches Konsulat in Jerusalem bleibt als Mission bestehen

Israel reagiert auf britische Sanktionen gegen israelische Siedlungspolitik, mehrere Diplomaten verlassen das Land. Gänzlich geschlossen wird das britische Konsulat in Ost-Jerusalem aber doch nicht

 08.10.2026

Meinung

Wenn Journalisten Terroristen sind – 170 Namen und eine unbequeme Wahrheit

Unser Autor reflektiert über die grundsätzliche Frage, was »Journalismus« in einem Gebiet bedeutet, das seit Jahren von einer totalitären Terrororganisation beherrscht wird

von Daniel Neumann  08.10.2026

7. Oktober

»Erinnern heißt auch, nach der Wahrheit zu suchen«

Bei der großen Gedenkveranstaltung im Hayarkon-Park standen die Opfer im Mittelpunkt – und die Forderung nach einer unabhängigen Untersuchungskommission

von Sabine Brandes  08.10.2026

Mentale Gesundheit

Die Einsamkeit wiegt am Schwersten

Fast eine Million Israelis suchten seit Kriegsbeginn Hilfe bei der psychischen Notfall-Hotline Eran

von Sabine Brandes  07.10.2026

Porträt

Nach der Musik das Essen

Der Norden war von Terror und Krieg besonders geschunden. Aber auch Absagen aus dem Ausland beendeten Shachar Bers Karriere als Drummer. Mit einer eigenen Aufstrich-Marke wagt er den Neuanfang

von Sabine Brandes  07.10.2026

Nachrichten

Massage, Kibbuz, Opposition

Kurzmeldungen aus Israel

von Sabine Brandes  07.10.2026

Kommentar

Wenn Chuzpe Leben rettet

Die bemerkenswerte Abwesenheit von Scham, Vorsicht und Selbstzweifel ist eine israelische Eigenart. Im Fall des Flydubai-Fluges half sie, eine Katastrophe zu verhindern

von Sabine Brandes  07.10.2026