Corona

Kotproben aus Israels Kanalisation als Frühwarnsystem

Im Mayanei Hayeshua Medical Center Foto: Flash 90

Kot-Stichproben aus der Kanalisation sollen einem israelischen Forscherteam zufolge als eine Art Frühwarnsystem für neue Corona-Ausbrüche dienen können.

Abwasser Während der jüngsten Corona-Krise habe man bereits landesweit punktuell das Abwassersystem untersucht, sagte Biotechnologe Ariel Kushmaro von der Universität Ben Gurion in Beerscheva am Dienstag. Die Wissenschaftler hätten dabei mit dem Nachweis des Coronavirus aus menschlichen Fäkalien dokumentiert, in welchen Vierteln es besonders viele Erkrankungen gegeben habe.

Die Untersuchungen könnten als »Frühwarnsystem gegen eine zweite Infektionswelle« dienen, sagte Kushmaro. Landesweit würden Stichproben aus der Kanalisation entnommen, bei minus 80 Grad gefroren und dann im Labor untersucht.

Etwa in dem strengreligiösen Viertel Bnei Brak bei Tel Aviv hatte es besonders viele Corona-Infektionsfälle gegeben. Zu dem Zeitpunkt sei auch die Konzentration des Sars-CoV-2-Erregers in der dortigen Kanalisation besonders hoch gewesen, sagte der Leiter des Forscherteams. »Es ist uns gelungen, einen Zusammenhang zu beweisen.«

Symptome Ein Vorteil sei, dass das Coronavirus im Kot bereits drei Tage nach der Ansteckung nachgewiesen werden könne, etwa zwei Tage, bevor erste Symptome auftreten, sagte Kushmaro. »So kann ein neuer Ausbruch schneller bemerkt werden.« Positiv sei auch, dass es durch die Untersuchungen keine Verletzung der Privatsphäre gebe. »Es werden keine einzelnen Personen genannt, sondern nur betroffene Viertel.« Auf einen neuen Ausbruch könnten die Behörden dann schnell mit neuen Beschränkungsmaßnahmen reagieren, sagte er.

Kushmaro sagte, man sei in Kontakt mit dem israelischen Gesundheitsministerium. Er hoffe, dass die Untersuchungen bereits binnen weniger Wochen offiziell in Israel eingesetzt werden können. Auch im Ausland gebe es Interesse an dem Thema, etwa in Frankreich und Italien werde ein ähnliches Vorgehen geprüft.

Nach Angaben des Gesundheitsministeriums ist der Erreger Sars-CoV-2 mittlerweile bei 16.268 Menschen in Israel nachgewiesen worden, 10.223 sind wieder genesen. 237 mit dem Virus infizierte Menschen sind den Angaben zufolge gestorben.  dpa

Nahost

Trump verkündet zehntätige Waffenruhe im Libanon

Zuvor habe es Gespräche mit Israels Premier Netanjahu und Libanons Präsidenten Aoun gegeben

 16.04.2026 Aktualisiert

Hintergrund

Hickhack um Friedensgespräche - und eine zehntägige Feuerpause

Nachdem Präsident Trump direkte Verhandlungen erzwingen wollte, setzte er sich schließlich mit einem Waffenstillstand zwischen Israel und der Hisbollah durch

von Sabine Brandes  16.04.2026

Kriminalität

Großrazzien gegen Unterweltclans

Die israelische Polizei geht landesweit gegen vorwiegend arabische organisierte Verbrecherstrukturen vor

von Sabine Brandes  16.04.2026

Wetter

Hochsommer im April

Hitzewelle lässt Temperaturen in Israel auf bis zu 40 Grad steigen – Meteorologen sprechen von ungewöhnlich frühen Extremwerten

von Sabine Brandes  16.04.2026

Diplomatie

Libanons Präsident Aoun will nicht mit Netanjahu telefonieren

Eigentlich befinden sich Israel und der Libanon im Kriegszustand. Einige Zeichen deuten auf einen möglichen Durchbruch hin im Konflikt mit der Hisbollah. Aber Hürden bleiben

 16.04.2026

Studie

Israelische Forscher sehen Zusammenhang zwischen Corona-Infektion und Lungenkrebs

Das Spike-Protein des Coronavirus könnte nach Angaben der Autoren schädliche Prozesse im Lungengewebe auslösen

 16.04.2026

Gaza

Hamas bestätigt direkte Gespräche mit US-Vertreter

Erstmals seit der Waffenruhe sprechen Vertreter der Hamas und ein US-Berater direkt miteinander – doch die Fronten bleiben erwartungsgemäß verhärtet. Was fordert die palästinensische Terrororganisation, und was sind Israels Bedingungen?

 16.04.2026

Israel

Willkommen im Wahlkampf

Naftali Bennett und Gadi Eizenkot holen in Umfragen auf

von Sabine Brandes  16.04.2026

Jerusalem

Netanjahu: Israel auf mögliche Fortsetzung des Iran-Krieges vorbereitet

»Wir wollen, dass das angereicherte Material des Iran entfernt wird, und wir wollen die Beseitigung seiner Anreicherungskapazitäten im Iran«, sagt der Ministerpräsident

 16.04.2026