Israel

Koscher-Strom für religiöse Verbraucher?

Protest 2009 in der ultraorthodoxen Nachbarschaft Mea Schearim in Jerusalem gegen die Öffnung eines Parkplatzes am Schabbat Foto: Flash 90

Knessetabgeordnete der ultraorthodoxen Koalitionspartei »Vereinigtes Tora-Judentum« wollen »koscheren Strom« für religiöse Verbraucher einführen.

Wie die israelische Online-Zeitung »ynet« berichtete, haben die Politiker, die dem parlamentarischen »Komitee für Energie am Schabbat« angehören, einen Plan vorgelegt, in ultraorthodoxen Städten und Vierteln kleine private Kraftwerke zu bauen, die am Schabbat vom nationalen Stromnetz abgekoppelt werden sollen.

Steuerzahler Die Kraftwerke sollen laut den Plänen mit teurem komprimiertem natürlichem Erdgas betrieben und von Nichtjuden gemanagt werden. Außerdem ist für das Projekt der Bau neuer Gasleitungen notwendig. Für die Kosten soll der israelische Steuerzahler aufkommen. Zu den Städten, die am Schabbat und an jüdischen Feiertagen mit koscherem Strom versorgt werden sollen, gehören Bnei Brak, Beitar Illit, Beit Schemesh, Elad, Jerusalem und Modiin Illit.

Mitglieder im »Komitee für Energie am Schabbat« sind unter anderem der Vorsitzende des Finanzausschusses der Knesset, Moshe Gafni, und der Vorsitzende des Ausschusses für Wissenschaft und Technik, Uri Maklev. Beide Abgeordnete gehören dem »Vereinigten Tora-Judentum« an.

kosten Das Komitee schrieb nach Angaben der Zeitung: »Die Kosten von Betrieb und Management der israelischen Elektrizitätswerke, genau wie die Kosten für den Erwerb privaten Stroms von privaten Produzenten, werden generell unter allen Verbrauchern in Israel aufgeteilt. Daher ist es nicht logisch, dass Konsumenten in (für den Plan) relevanten Gebieten die speziellen Kosten alleine tragen müssen.«

Laut einer Quelle von ynet soll das Projekt angeblich höhere Chancen als gewöhnlich haben, in die Tat umgesetzt zu werden, weil Regierungschef Benjamin Netanjahu derzeit durch verschiedene Ermittlungsverfahren gegen ihn politisch geschwächt sei und seine Koalition unbedingt aufrechterhalten wolle. ag

Jerusalem

Wahlsieger ohne Mehrheit

Das endgültige Wahlergebnis liegt vor. Benjamin Netanjahus Likud hat mehr Sitze als alle anderen Parteien. Nützt ihm das etwas?

 30.10.2026

Jerusalem

Eisenkot will Wehrpflichtgesetz und Untersuchung zum 7. Oktober vorantreiben

Der Vorsitzende der zentristischen Partei Yashar erklärt, er arbeite bereits an entsprechenden Gesetzesvorlagen. Ob er wirklich eine Regierung bilden kann, bleibt aber unklar

 30.10.2026

Umfrage

Mehrheit der Oppositionswähler befürwortet Regierungskoalition mit arabischer Partei

Befragt wurden Anhänger von Yashar, B’Yachad, der Demokraten sowie Yisrael Beitenu. Was denken diese Wähler?

 30.10.2026

Natur

Gefährliche Ameise

Die invasive Afrikanische Großkopfameise breitet sich schnell aus und kann Ökosysteme sowie die Landwirtschaft schädigen – jetzt wurde sie in Haifa gefunden

 29.10.2026

Jerusalem

Wahl in Israel: Behörden sehen keine Beweise für Betrug

Den Vorwurf der ausländischen Einflussnahme auf die Knesset-Wahl nimmt die Wahlkommission aber ernst

 29.10.2026

Jerusalem

Lieberman: »Nicht mit Bibi und nicht mit Tibi«

Der Chef von Israel Beiteinu schließt eine Zusammenarbeit mit Netanjahu und den arabischen Parteien aus – und fordert eine rein zionistische Koalition

von Sabine Brandes  29.10.2026

Jerusalem

Israels Wahlkommission fordert Untersuchung möglicher ausländischer Einflussnahme

»Es wurden ernsthafte Verdachtsmomente an mich herangetragen«, sagt der Vorsitzende der Zentralen Wahlkommission, Noam Sohlberg

 29.10.2026

Jerusalem

Herzog will Neuwahlen vermeiden

Angesichts der unklaren Mehrheitsverhältnisse appelliert der israelische Präsident an die politischen Lager, sich bei den anstehenden Koalitionsverhandlungen kompromissbereit zu zeigen

 29.10.2026

Jerusalem

Auszählung der »Sonderstimmen« in Israel hat begonnen

Die Stimmen von Soldaten, medizinischem Personal, Patienten sowie israelischen Diplomaten im Ausland könnten die Sitzverteilung in der Knesset noch verändern

 29.10.2026