Technik

Koscher? Frag dein Handy!

Auswahl: eine App für jede Lebenslage Foto: imago / Frank Albinus

Technik

Koscher? Frag dein Handy!

Mit der richtigen App können Smartphones den Alltag erleichtern

von Markus Aigner  21.02.2012 09:32 Uhr

Mobile Geräte für die Internetnutzung, wie zum Beispiel Smartphones oder Tablet-PCs, bieten auch für den jüdischen Alltag interessante Anwendungsmöglichkeiten. Vor allem im mobilen Einsatz können Aufgaben damit oft schneller und komfortabler erledigt werden als bisher.

Die Anwendungsgebiete gehen weit über die Standardfunktionen von Smartphones hinaus. Voraussetzung ist, dass das intelligente Mobiltelefon oder der Tablet-PC mit der geeigneten Zusatzsoftware, einer App, ausgestattet ist.

Das Erfreuliche: Viele dieser Apps sind kostenlos. Manchmal müssen für das Herunterladen einmalig Gebühren gezahlt werden, die sich meistens unter zehn Euro bewegen und daher erheblich günstiger sind als die übliche Desktop-Software für PC oder Mac. Das Herunterladen der Apps erfolgt je nach Betriebssystem des Mobilgerätes im »Market« (Android), »AppStore« (iOS) oder »Marketplace« (Windows Phone).

Nachrichten Wer einmal versucht hat, über den Browser eines Smartphones die Internetportale der großen Tageszeitungen anzusurfen, hat sich wahrscheinlich über die kleinen Schriften geärgert. Da nützt auch eine Lupenfunktion wenig, da dann nur ein kleiner Ausschnitt der Zeitungsseite angezeigt wird. Abhilfe schafft hier eine Nachrichten-App. Große Tageszeitungen wie die Jerusalem Post und Haaretz haben eigene Apps für das iPhone in Englisch.

Für Android-Handys gibt es die kostenlose App »Israeli News English« von www.JSimApps.com: Dort haben sich unter strukturierten Menüs Jerusalem Post, Haaretz, YNet, Israel National News, Globes sowie Israel 21st Century News versammelt. Die Untermenüs sind jeweils, wie im Zeitungsformat, nach Rubriken unterteilt: Politik, Nahost, Wirtschaft oder Alija.

Für Besitzer von Windows Phones auf der Suche nach neuesten Nachrichten aus dem Heiligen Land werden umfassende Hebräisch-Kenntnisse vorausgesetzt: Einzig und alleine Haaretz bietet derzeit eine (kostenlose) App mit Nachrichten und Bildern im Handy-Format, diese werden jedoch nur auf Hebräisch und ohne Punktierung geliefert.

Streaming Der TV-Sender »Channel2« speist seine Nachrichten neuerdings sowohl im iPhone-Format als auch für Android-Smartphones ein: Die rein hebräische App stellt Schlagzeilen und Bilder des Tages vor, darüber hinaus können einzelne Nachrichten als Videostream heruntergeladen werden.

Die kostenlose Android- und iOS-App »Tune In Radio« von tunein.com ermöglicht es, über 4.000 Radiostationen live als Stream aufs Handy zu bringen. Fast alle populären israelischen Radiostationen sind vertreten, ob »Kol Heatid 106FM« oder »Galei Zahal 96.6«. Allerdings muss man zumindest bei der erstmaligen Suche ein wenig strategisch vorgehen, denn die Sender sind nach Kontinenten geordnet, das heißt, Israel ist unter Asien zu suchen. Erst dann kann man die Lieblingsender in eine Favoritenliste übernehmen.

Eine ähnliche Funktionalität bietet die »Radio Hub«-App der Entwicklerfirma Droxe für Windows Phones, allerdings kann man hier auch direkt nach Stichworten wie Jerusalem, Tel Aviv oder Reschet Gimmel suchen.

Religions-Apps Während für das iPhone mindestens ein Dutzend Tora-Auslegungen in Hebräisch und Englisch zur Verfügung stehen, ist die Auswahl für Android-Handys eingeschränkter: »Hebrew Bible« von www.ivri.co.il stellt die fünf Bücher Mose auf Hebräisch dar, während »Torah« der Firma Ronmob eine brauchbare englische Übersetzung liefert. Die App »Kitzur Schulchan Aruch« von Maor-Lamp wird nur auf Hebräisch angeboten, dies jedoch mit der üblichen Punktierung sowie mit einer kompletten Stichwort-Suchfunktion.

Für Android-Handys hat Chabad USA von JewPaltz.com eine eigene App »Chabad.org« programmieren lassen. Sie enthält philosophisch-religiöse Themen, kommentierte Toralesungen und vieles mehr. Wer dabei die Handy-Ortung via GPS eingeschaltet hat, kann sich sogar den direkten Weg zum nächstgelegenen Chabad-Haus oder die exakten Zeiten fürs Lichterzünden anzeigen lassen.

Koscher Bescheiden ist die Auswahl noch für diejenigen, die auf deutschsprachige jüdische Apps hoffen. Einzig und allein eine App mit dem Titel »Kosher or not«, die in einer Light-Version kostenlos ist – und das sogar für die noch seltenen Windows Phones –, kommt in der Sprache von Goethe und Schiller aufs Smartphone.

Hier kann man zum einen die »Karenzzeiten« zwischen milchiger und fleischiger Nahrung ermitteln. Außerdem sind in einer Datenbank über 450 Lebensmittel verzeichnet, um die Frage zu klären, ob etwas koscher ist oder nicht. Ein entsprechendes Zertifikat kann und soll sie natürlich nicht ersetzen.

New York/Madrid

»Warum unterhält Spanien noch immer koloniale Enklaven in Afrika?«

Israels UNO-Botschafter Danny Danon: »Vielleicht sollte Spanien, bevor es uns weiter belehrt, der Welt etwas erklären.«

 02.08.2026

Street-Art

Jeden Tag ein neues Gesicht

In Tel Aviv zeugen unzählige Graffitis von dem, was die Stadt und ihre Menschen bewegt. Eine Tour

von Valentin Suckut  02.08.2026

Kommentar

Sánchez’ alter, antisemitischer Trick

Wer trägt die Verantwortung für die jüngste Katastrophe in Ceuta? Ausnahmsweise wohl nicht »die Zionisten«

von Rafael Seligmann  02.08.2026

Tel Aviv

»Und dann musste ich mein eigenes Grab schaufeln«

Über zwei Jahre lang war Evyatar David in Gewalt der Hamas. Jetzt berichtet er davon, wie er – ausgezehrt und geschwächt – sein eigenes Grab ausheben musste

 02.08.2026

Wahlkampf

Der Anti-Bibi

Erstmals führt Gadi Eizenkot mit seiner Partei Jaschar die Wahlumfragen an. Wer ist der überraschende Top-Herausforderer?

von Joshua Schultheis  01.08.2026

Meinung

Die Vereinten Nationen und ihre obsessive Fixierung auf den jüdischen Staat

Warum der Staatengemeinschaft ihre Heuchelei und Doppelmoral eher früher als später zum Verhängnis werden wird

von Daniel Neumann  01.08.2026

Tel Aviv/Lod

Ben Gurion Airport: Nur jeder dritte Flug startet pünktlich

Die auf dem Flughafen geparkten Tanker der US-Luftwaffe sind nur einer von mehreren Gründen für ständige Verspätungen

 31.07.2026

Libanon

Reaktion auf Drohnenangriff: Israel sprengt Hisbollah-Tunnelsystem

Auslöser für die nun erfolgte Zerstörung sei ein Drohnenangriff der Hisbollah am Mittwoch gewesen, erklären Ministerpräsident Netanjahu und Verteidigungsminister Katz

 31.07.2026

Großbritannien

Hackney will Städtepartnerschaft mit Haifa beenden

Ratsherr Simche Steinberger wirft der Ratsmehrheit vor, die sechs jüdischen Ratsmitglieder überhaupt nicht konsultiert zu haben

 31.07.2026