Kaschrut

Konkurrenz für das Oberrabbinat

Shai Berman, Geschäftsführer des Verbands israelischer Restaurants, bei der Pressekonferenz von »Zohar« Foto: Flash 90

Die rabbinische Organisation »Zohar« hat angekündigt, eine eigene Kaschrut-Behörde zu gründen und Restaurants entsprechende Lizenzen auszustellen. Das teilte »Zohar« in Jerusalem mit. Damit solle eine praktikable und konkurrierende Alternative zu den Koscher-Lizenzen des israelischen Oberrabbinats entstehen.

Das Oberrabbinat teilte als Reaktion mit: »Es ist bedauerlich, dass Zohar Schritte unternimmt, die wahrscheinlich die staatliche Kaschrut-Aufsicht schwächen werden, anstatt sich an den Bemühungen zu beteiligen, das System zu verbessern.«

Monopol Am Monopol des Oberrabbinats im Geschäft mit den Kaschrut-Siegeln war in den vergangenen Jahren starke Kritik geübt worden. Immer wieder wurden auch Korruptionsvorwürfe laut. Vor fünf Jahren hatte sich die Initiative »Haschgacha Pratit« gegründet, die laut »Jerusalem Post« landesweit bereits 40 Koscher-Siegel ausgestellt hat. »Zohar« hofft nun, in den kommenden beiden Jahren etwa 1200 Restaurants und Imbisse zu »kaschern«.

Allerdings wollen die Rabbiner von Zohar als Folge eines entsprechenden Urteils des Obersten Israelischen Gerichtshofs das Wort »Kaschrut« vermeiden und durch »Nahrungsmittelkontrolle« ersetzen. Die Zertifikate sollen das Logo von Zohar tragen und in runder Form den Zertifikaten des Oberrabbinats ähneln. Die neue Behörde soll anfangs teilweise durch Spenden finanziert werden.

Mehadrin Geplant sind eine »einfache« Koscher-Aufsicht sowie ein strikterer Standard, der dem herkömmlichen »Mehadrin«-Zertifikat entspricht. Zohar kündigte an, sowohl männliche als auch weibliche Kaschrut-Aufseher zu beschäftigen. Den Angestellten soll untersagt werden, in den von ihnen überwachten Restaurants umsonst zu essen oder sonstige Vergünstigungen anzunehmen.

Beobachter rechnen nun damit, dass die ultraorthodoxen Parteien eine Gesetzesinitiative in der Knesset einbringen werden, um das Monopol des ultraorthodox dominierten Oberrabbinats über die Kaschrut-Aufsicht zu sichern. ag

Kino

Wegen israelfeindlicher Propaganda-Rede bei Berlinale: SPD-Minister verlässt die Preisverleihung 

 21.02.2026

Berlinale

»Free Palestine« auf der Bühne

Filmemacher Abdallah Alkhatib wirft der Bundesregierung vor: »Sie machen mit beim Genozid Israels in Gaza«

von Katrin Richter  21.02.2026

Meinung

Endlich kehrt Ehrlichkeit in die Debatte über die UNRWA ein!

Der CDU-Antrag bringt auf den Punkt, was seit Jahren verdrängt wurde: Palästinensische Gewalt darf natürlich nicht als politisches Instrument akzeptiert werden

von Daniel Neumann  21.02.2026

Berlinale

David Cunio: »Als ich nicht sprechen konnte, habt ihr mir eine Stimme gegeben«

Die israelische Ex-Hamas-Geisel bedankte sich an einem ebenso denkwürdigen wie emotionalen Abend im Babylon-Kino bei Regisseur Tom Shoval für den Film »A Letter To David«

von Ayala Goldmann  21.02.2026

Parteitag

»Die UNRWA ist nicht reformierbar«: CDU will Zahlungsstopp

Einmütig haben die Delegierten des CDU-Bundesparteitags in Stuttgart beschlossen, dass es künftig striktere Auflagen für deutsche Zuschüsse an die Palästinenser geben soll

von Michael Thaidigsmann  21.02.2026

Militär

Bundeswehr und IDF wollen enger zusammenarbeiten

Bei einem Besuch in Israel vereinbaren Vertreter der Bundeswehr eine engere Kooperation mit Israels Armee. Deutschland will dabei auch etwas über die Integration von Frauen ins Militär lernen

 20.02.2026

Nahost

Tucker Carlson blamiert sich in Israel

Der rechte Moderator hatte behauptet, er sei am Flughafen Ben-Gurion festgesetzt worden. Doch Videoaufnahmen zeigen ein anderes Bild

 20.02.2026

Jerusalem

Staatskontrolleur kritisiert unvollständige Aufarbeitung der Versäumnisse vom 7. Oktober

Die Öffentlichkeit und die Knesset hätten bislang nur ein fragmentarisches Bild von den Versäumnissen im Zusammenhang mit dem Hamas-Angriff erhalten, sagt Matanyahu Englman

 20.02.2026

Tel Aviv

Netanjahu droht Iran mit massiver Vergeltung und kündigt neue Sicherheitsdoktrin an

»Wenn die Ajatollahs einen Fehler machen und uns angreifen, werden sie mit einer Antwort konfrontiert, die sie sich nicht einmal vorstellen können«, sagt der Ministerpräsident

 20.02.2026