Jerusalem

Koalition erweitert

Lieberman bei seiner Vereidigung Foto: Flash 90

Die Regierung in Jerusalem hat ihre Koalition erweitert. Neuester Partner ist die nationalistische Partei Israel Beiteinu von Avigdor Lieberman. Premierminister Benjamin Netanjahu stärkte seine fragile Koalition von 61 auf 66 in der 122 Mandate umfassenden Knesset – damit hat Israel die am weitesten rechtsgerichtete Regierung in seiner Geschichte.

Lieberman ist bereits als neuer Verteidigungsminister eingeschworen. Besonders die Besetzung dieses sensiblen Amtes ist in Bevölkerung und Opposition sowie im Ausland heftig umstritten und rief Proteste Tausender Demonstranten in Tel Aviv auf den Plan.

Unmut Vor der Zeremonie hatte es eine stürmische Knessetsitzung gegeben, in der die Opposition das Wort ergriff. Amir Peretz von der Arbeitspartei erklärte, er habe kein Problem mit Lieberman. Aber mit Netanjahu. »Denn der ist nicht die Lösung. Er ist Teil des Problems.« Parteigenosse Miki Rosenthal war kritischer. Er ließ seinen Unmut über den Verteidigungsminister aus: »Er ist ein Rassist, ein gewalttätiger Mann, der wegen Körperverletzung verurteilt ist. Dies ist ein unverantwortlicher Mann, dessen Versprechungen und Aktionen nichts miteinander zu tun haben. Und natürlich ist dies auch ein korrupter Mann.«

Netanjahu war offenbar um Schadensbegrenzung bemüht und betonte, dass die Regierung verantwortungsbewusst handeln werde. An die internationale Gemeinde gerichtet, sagte er auf Englisch: »Meine Politik hat sich nicht verändert. Wir werden jeden Weg für einen Frieden wagen, während wir Sicherheit für unsere Bevölkerung gewährleisten.«

Er fühle sich dem Frieden mit den Palästinensern und allen Nachbarn verpflichtet. Dabei erwähnte er auch die arabische Friedensinitiative, die positive Element enthalte und dabei helfen könne, konstruktive Beziehungen mit den Palästinensern wiederaufleben zu lassen. »Das vereinbarte Ziel sind zwei Staaten für zwei Völker.« Lieberman betonte, dass er »mit jedem Wort übereinstimme«. Auch auf die gegen ihn gerichtete Kritik ging er ein: »Ich möchte alle daran erinnern, dass ich mehr als einmal die Zweistaatenlösung anerkannt habe.«

Tel Aviv/Lod

Ben Gurion Airport: Nur jeder dritte Flug startet pünktlich

Die auf dem Flughafen geparkten Tanker der US-Luftwaffe sind nur einer von mehreren Gründen für ständige Verspätungen

 31.07.2026

Libanon

Reaktion auf Drohnenangriff: Israel sprengt Hisbollah-Tunnelsystem

Auslöser für die nun erfolgte Zerstörung sei ein Drohnenangriff der Hisbollah am Mittwoch gewesen, erklären Ministerpräsident Netanjahu und Verteidigungsminister Katz

 31.07.2026

Großbritannien

Hackney will Städtepartnerschaft mit Haifa beenden

Ratsherr Simche Steinberger wirft der Ratsmehrheit vor, die sechs jüdischen Ratsmitglieder überhaupt nicht konsultiert zu haben

 31.07.2026

Tel Aviv

»Und dann musste ich mein eigenes Grab schaufeln«

Über zwei Jahre lang war Evyatar David in Gewalt der Hamas. Jetzt berichtet er davon, wie er – ausgezehrt und geschwächt – sein eigenes Grab ausheben musste

 31.07.2026

Meinung

Bringt Israel die Vereinten Nationen zu Fall?

Die obsessive Fixierung der UN auf den jüdischen Staat steht im Widerspruch zu ihren ursprünglichen Werten. Diese Heuchelei wird der Staatengemeinschaft irgendwann noch zum Verhängnis werden

von Daniel Neumann  30.07.2026

Kairo

Verhandler sollen Fortschritte bei Hamas-Entwaffnung gemacht haben

Die Hamas signalisiert Bereitschaft, ihre Waffen unter Aufsicht der palästinensischen Übergangsverwaltung zu stellen. Im Gegenzug fordert sie einen Abzug der israelischen Truppen aus dem Gazastreifen

 30.07.2026

Berlin

Antisemitismus ohne Scham

Der Vorsitzende der jüdischen Gemeinde Kahal Adass Jisroel in Berlin-Mitte wurde nach eigenen Angaben auf der Straße mit dem Tode bedroht

von André Anchuelo  30.07.2026 Aktualisiert

Investition

Finanzierung für Stadtbahn im Norden steht

Von Haifa nach Nazareth mit der Bahn? Ab 2029 soll dies möglich sein. Das Projekt kostet viel Geld

 30.07.2026

Gaza

Zukunft ungewiss

Seit Monaten stagniert Trumps Gaza-Plan. Können ein israelisches Pilotprojekt in Rafah und das versprochene Ende der Hamas-Regierung daran etwas ändern? Eine Analyse

von Joshua Schultheis  30.07.2026