Umwelt

Klimademo in Tel Aviv

20.09.2019, Tel Aviv: Lia Liv bei der Demonstration von Strike For Future-Israel auf dem Rabin-Platz. Foto: Felix Wellisch

In Israel haben am vergangenen Freitag Menschen für Klimaschutz demonstriert. Im Gegensatz zu Berlin kamen in Tel Aviv aber nur etwa 300 Menschen. Lia Liv und ihre Mitstreiter haben sich für ein Foto die Augen verbunden. »Wir verstehen nicht, wieso so viele Menschen hier die Klimakrise nicht sehen wollen«, sagt die 14-jährige Organisatorin des Klimastreiks. »Wir wollen, dass die Politiker einsehen, dass wir einen Klima-Notstand haben, und handeln, sonst haben wir keine Zukunft.«

Ökologie In Israel gibt es die Klimaproteste seit Anfang dieses Jahres. Im Gegensatz zu Deutschland kommen hier jedoch meist nur einige hundert Teilnehmer. Die Wissenschaftlerin Neta Lipman von der Israelischen Gesellschaft für Ökologie und Umweltstudien sieht dafür zwei Gründe. »Obwohl sich das Klima in Israel merklich verändert, kriegen das viele hier kaum mit.« Man sei lange, heiße Sommer gewöhnt. Außerdem werde Klimaschutz oft als Luxusproblem wahrgenommen. »Israel ist so groß wie Hessen. Viele Leute denken: Wir haben hier wichtigere Probleme, etwa die Sicherheit.« Dabei würde sich schon heute die Negevwüste nach Norden ausdehnen und das Klima letztlich auch die Themen Wirtschaft und Sicherheit berühren.

KRISE Die 17-jährige Noam Navot hat die Klimastreiks mitorganisiert und versteht, dass es zum Beispiel für die Menschen im Süden Israels, die regelmäßig aus Gaza mit Raketen beschossen werden, wichtigere Dinge gibt als Klimaschutz. Doch die Medien hätten eine Verantwortung, den Menschen die Bedeutung der Klimakrise nahezubringen. Trotz der geringen Teilnehmerzahlen haben die Klimaproteste auch in Israel schon etwas bewirkt, findet Lia: »Meine Freunde hat das am Anfang nicht so interessiert, aber heute sind ein paar von ihnen gekommen.«

Dass während der Veranstaltung auch die kürzlich gewählte Knessetabgeordnete Miki Haimovich auftaucht und sich kurz ans Megafon stellt – vielleicht ein Zeichen dafür, dass auch einigen israelischen Politikern die Klimakrise wichtiger wird.

Aschkelon

Charedi-Extremisten stürmen Haus des Chefs der Militärpolizei

Gegner der Wehrpflicht auch für Ultraorthodoxe haben die Familie des IDF-Offiziers bedroht. Eine gefährliche »rote Linie« sei überschritten, sagt die Armee

 29.04.2026

Jerusalem

Haben die Raketenlieferungen nach Deutschland Israel gefährdet?

In Israel ist eine Diskussion über die Frage entbrannt, ob es richtig war, inmitten iranischer Raketenangriffe Arrow-Abfangraketen zu exportieren

 29.04.2026

Medien

Springer-Chef Döpfner nimmt »Politico«-Redaktion in die Pflicht

Niemand sollte für Axel Springer arbeiten, wenn er Israels Existenzrecht anzweifelt, stellt Mathias Döpfner nach Kritik aus der »Politico«-Redaktion klar

 29.04.2026

Israel

Herzog setzt sich für Deal in Netanjahu-Prozess ein

US-Präsident Trump drängt darauf, dass der in einem Korruptionsverfahren angeklagte israelische Regierungschef Netanjahu begnadigt wird. Israels Präsident Herzog strebt eine Einigung an.

 28.04.2026

Nahost

Verdrehte Moral

Es ist geradezu atemraubend, mit welcher Inbrunst das Opfer-Täter-Verhältnis hierzulande verkehrt wird, wenn es um Israels Reaktion auf islamistische Terrororganisationen geht

von Jacques Schuster  28.04.2026 Aktualisiert

Israel

Gefängnis fürs Grillen

Mehr Strafen für Verstöße gegen »religiöse Disziplin«

von Sabine Brandes  28.04.2026

Nahost

Sa’ar: Israel hat »keine territorialen Ambitionen im Libanon«

Israels rechtsextremer Finanzminister Smotrich hat kürzlich gefordert, Israels neue Grenze im Norden müsse ein Fluss im Libanon sein. Israels Außenminister widerspricht.

 28.04.2026

Kommentar

Antisemitismus und Israelfeindlichkeit werden die SPD nicht retten

Die Sozialdemokraten sollten sich nicht an Zohran Mamdani oder Pedro Sánchez orientieren, sondern an einer alten Wahrheit von Bill Clinton

von Stefan Laurin  28.04.2026

Diplomatischer Konflikt

Streit um russisches Schiff in Haifa: Ukraine bestellt Israels Botschafter ein

Der ukrainische Außenminister Sybiha beschwert sich über »illegalen Handel mit gestohlenem ukrainischem Getreide«. Sein israelischer Kollege Sa’ar weist dies zurück, kündigt aber eine Prüfung an

 28.04.2026