Vereinte Nationen

Kinderrechte: Guterres setzt IDF auf »schwarze Liste«

António Guterres‘ Bericht zu Kindern in bewaffneten Konflikten stellt auch Israel an den Pranger Foto: IMAGO/ZUMA Wire

Der Generalsekretär der Vereinten Nationen, António Guterres, hat am Freitag die israelischen Streitkräfte (IDF) auf eine UN-Liste von Ländern und Organisationen gesetzt, die Kindern großen Schaden zufügen. Das teilte Israels UN-Botschafter Gilad Erdan auf der Plattform X mit.

Erdan bezeichnete den diesjährigen Bericht von Guterres, der am 14. Juni dem Sicherheitsrat vorgelegt werden soll und noch nicht veröffentlicht ist, zur Situation von Kindern in Konfliktgebieten weltweit in Bezug auf Israel als »empörend« und »falsch«. Der Generalsekretär stelle darin die Terrororganisation Hamas, die auch Kinder für terroristische Taten missbrauche, und die IDF, die Erdan »die moralischste Armee der Welt« nannte, auf eine Stufe. »Der Generalsekretär sollte sich schämen!«, wetterte der israelische Diplomat.

Externer Inhalt

An dieser Stelle finden Sie einen externen Inhalt, der den Artikel anreichert. Wir benötigen Ihre Zustimmung, bevor Sie Inhalte von Sozialen Netzwerken ansehen und mit diesen interagieren können.

Mit dem Betätigen der Schaltfläche erklären Sie sich damit einverstanden, dass Ihnen Inhalte aus Sozialen Netzwerken angezeigt werden. Damit können personenbezogene Daten an Drittanbieter übermittelt werden. Dazu ist ggf. die Speicherung von Cookies auf Ihrem Gerät nötig. Mehr Informationen finden Sie hier.

In Israel erklärte Ministerpräsident Benjamin Netanjahu, die UNO habe sich selbst auf die »schwarze Liste der Geschichte gesetzt« und sich »zu jenen gesellt, die die Mörder der Hamas unterstützen«.

Guterres‘ jährlicher Bericht über Kinder in bewaffneten Konflikten befasst sich mit der Tötung, Verstümmelung, Entführung oder Rekrutierung von Kindern für Milizen.

Die Liste ist zweigeteilt, in Länder und Organisationen, die Maßnahmen zum Schutz von Kindern ergriffen haben, und solche, die dies nicht getan haben. Erdan sagte, ihm sei mitgeteilt worden, dass Israel in die Liste jener Parteien aufgenommen worden sei, die keine angemessenen Maßnahmen zum Schutz von Kindern ergriffen hätten.

Der Bericht wurde von Virginia Gamba verfasst. Sie ist UN-Sonderbeauftragte für Kinder in bewaffneten Konflikten. mth

Faktencheck

Gerüchte über Netanjahus Tod werden unbelegt verbreitet

Im Iran-Krieg wird immer wieder behauptet, der israelische Regierungschef Benjamin Netanjahu sei tot. Aktuelle Videos von ihm sollen KI-generiert sein. Doch dafür gibt es keinen Beleg

 31.03.2026

Analyse

Ist das wirklich nicht unser Krieg?

Ein atomar bewaffneter Iran wäre nicht nur ein Albtraum für Israel, sondern auch eine reale Bedrohung für Europa

von Roman Haller  31.03.2026

Meinung

Nein, und nochmals nein!

Der rechtsextreme Minister Itamar Ben-Gvir sagt, das Gesetz zur Todesstrafe werde dem Volk Israel »den Stolz zurückbringen«. Dabei steht es im Widerspruch zu fundamentalen Werten des Judentums

von Esther Schapira  31.03.2026

Libanon

Zerstörung von Grenzdörfern soll Bedrohung durch Terror beenden

Israels Verteidigungsminister Katz kündigt drastische Maßnahmen im Süden des nördlichen Nachbarlandes an. Von dort aus erfolgen seit Jahren Angriffe der Hisbollah

 31.03.2026

Israel

Übergriff, Löwen, Haushalt

Kurznachrichten

von Sabine Brandes  31.03.2026

Knesset-Beschluss

Reaktionen auf das Gesetz zur Todesstrafe

Rechte israelische Politiker feiern und die USA respektieren die Entscheidung. Scharfe Kritik kommt von Teilen der Opposition in Jerusalem und aus Europa

 31.03.2026

Israel

»Hoffentlich der letzte Krieg«

Der militärische Konflikt mit dem Iran dauert an. Wir haben nachgefragt, wie Israelis diese schwierige Zeit zu Pessach erleben

von Sabine Brandes  31.03.2026

Mascha Malburg

Jerusalem ist allen heilig

Regelmäßig knirscht es vor Ostern zwischen Christen und den israelischen Behörden. Unsere Redakteurin wünscht sich nach dem neuesten Vorfall an der Grabeskirche mehr gegenseitiges Verständnis

von Mascha Malburg  31.03.2026

Interview

»In Ägypten blieb mir der Mund offenstehen«

Der Tanach-Gelehrte Rabbiner Joshua Berman hat die erste Haggada aus Sicht des Alten Ägyptens verfasst. Im Interview spricht er über sein Werk und einen Besuch in dem Land, das die Juden einst verließen

von Sabine Brandes  31.03.2026