Lag Baomer

Keine Feuer auf dem Berg Meron

Der sefardische Oberrabbiner von Jerusalem, Shlomo Amar, entzündet das Feuer an Lag Baomer. Foto: Flash 90

In den vergangenen Jahren waren die Feierlichkeiten zu Lag Baomer Massenveranstaltungen mit oft mehr als Hunderttausend Menschen auf dem Berg Meron im Norden des Landes, Hunderte kleine Lagerfeuer brannten. Der Feiertag galt als größte jüdische Pilgerfahrt der Welt.

Doch am diesjährigen Feiertag, der auf den Sonntag fällt, ist der Berg fast komplett abgeriegelt. Nur einer kleinen Gruppe war es erlaubt, an die Stätte zu gehen.

Am Samstagabend allerdings durchbrachen Hunderte Gläubige nach Medienberichten trotzdem Absperrungen und lieferten sich Konfrontationen mit der Polizei. Die Polizei teilte mit, die Gläubigen hätten mit ihrem Verhalten sich selbst und die Sicherheitsbeamten in Gefahr gebracht. Sie hätten die Polizisten bei gewaltsamen Ausschreitungen mit Gegenständen beworfen. Es sei daraufhin Verstärkung gerufen worden, die Protestierenden seien zurückgedrängt worden.

Größte jüdische Pilgerfahrt der Welt

Bei einem Massengedränge in 2021 starben 45 Menschen, alles ultraorthodoxe männliche Besucher, viele von ihnen noch Kinder. An die Berggrabstätte des Rabbiners Shimon Bar Yochai aus dem zweiten Jahrhundert pilgerten jährlich zu Lag Baomer Zehntausende strengreligiöser Juden, während die Anlage nicht für derartige Besucherzahlen ausgelegt war. Der Feiertag wird traditionell als Todestag von Bar Yochai angesehen und üblicherweise mit großen Lagerfeuern und anderen Veranstaltungen im Freien gefeiert. Die jüdische Tradition verbindet den Tag auch mit dem Ende einer Pest, die im ersten Jahrhundert n.d.Z. die Schüler von Rabbi Akiva heimgesucht hatte.

Für diesen Feiertag wurde der Zugang zum Grab durch ein von der Knesset verabschiedetes Notstandsgesetz extrem eingeschränkt. Das am Dienstag verabschiedete Gesetz begrenzt die Anwesenheit von Personen zu jedem Zeitpunkt auf 30 Personen. Der Leiter des Heimatfrontkommandos, Rafi Milo, erklärte es bis zum 27. Mai zur militärischen Sperrzone. Der Meron liegt etwa zehn Kilometer von der Grenze zum Libanon entfernt. Seit dem 8. Oktober schießt die Schiitenmiliz Hisbollah nahezu täglich Raketen auf Israel.

»Es könnte zu einer schrecklichen Katastrophe kommen, wenn der Ort mit Raketen beschossen wird.«

Minister für jüdisches erbe, Meir Porush

Am 15. Mai feuerte die Hisbollah 60 Raketen auf Meron ab, auf dessen Gipfel sich eine Militärbasis befindet. Einige der Raketen wurden abgefangen, während andere nach Angaben der IDF »geringfügigen Schaden« verursachten. Bisher haben die Gefechte an der Grenze zum Tod von 14 IDF-Soldaten und zehn Zivilisten geführt. Auch aus Syrien gab es mehrere Angriffe, bei denen es keine Verletzten gab.

»Man muss verstehen, was uns in diese Situation geführt hat«, erklärte Meir Porush, der ultraorthodoxe Minister für jüdisches Erbe. »Uneingeschränkter Zugang würde bedeuten, dass Zehntausende Menschen kommen, und es könnte zu einer schrecklichen Katastrophe kommen, wenn der Ort mit Raketen beschossen wird. Wir dürfen solche Risiken mit Menschenleben nicht eingehen.«

Religiöse Anführer hatten alternative Grabstätte vorgeschlagen

Viele strengreligiöse Anführer hatten vorgeschlagen, dass alternativ die Grabstätte des Weisen Rabbi Akiva aus dem ersten Jahrhundert in Tiberias zu Lag Baomer besucht werden soll. Doch der Bürgermeister der Stadt am See Genezareth, Yossi Naba’a, kündigte an, er werde das Grab bis einschließlich Montag verschließen. Er befürchtete, dass die Stätte den geplanten Zehntausenden von Pilgern nicht gerecht werden könne.

Alternative Feierlichkeiten wurden in Jerusalem und anderen Städten abgehalten. Seit einigen Jahren ist das private Entzünden von Lagerfeuern, einer Tradition an Lag Baomer, nicht mehr gestattet.

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