Einspruch

Keine faulen Ausreden mehr!

Uwe Becker Foto: dpa

Einspruch

Keine faulen Ausreden mehr!

Uwe Becker plädiert dafür, dass die EU die Palästinenser an den Verhandlungstisch zwingt

von Uwe Becker  17.09.2020 08:48 Uhr

Während Israel, Bahrain und die Vereinigten Arabischen Emirate (VAE) aufeinander zugehen, versucht die palästinensische Führung, diesen Prozess zu stören. Israel und die arabische Welt setzen auf Frieden, doch Palästinenserpräsident Mahmud Abbas sucht weiterhin die Auseinandersetzung.

Nein, nicht Israel, sondern die palästinensische Führung ist das größte Friedenshindernis im Nahen Osten. Mit der barschen Reaktion auf die Annäherung mit den VAE hat Ramallah die Maske fallen lassen. Die Welt sieht nun, dass Abbas nicht gewillt ist, Frieden mit Israel herbeizuführen und er jeden Versuch der Annäherung arabischer Staaten hintertreibt.

arabische liga Dass die Arabische Liga nicht gewillt ist, dieses Spiel mitzuspielen, ist ermutigend. Es stimmt zuversichtlich, dass es in den nächsten Monaten zu weiteren Übereinkünften zwischen Israel und anderen arabischen Staaten kommen kann, und zeigt zugleich, dass Abbas ohne internationalen Druck nicht bereit ist, seinen destruktiven Kurs aufzugeben.

Die EU ist mit ihren wirtschaftlichen Hilfen derzeit noch eine der größten Stützen des Systems Abbas.

Die EU ist mit ihren wirtschaftlichen Hilfen derzeit noch eine der größten Stützen des Systems Abbas. Sie hat es nun mit in der Hand: Kann die palästinensische Führung weiterhin unbeirrt den Konflikt schüren? Oder wird sie an den Verhandlungstisch mit Israel gezwungen? Die Palästinensische Autonomiebehörde hat sich in ihrer vermeintlichen Opferrolle eingenistet und legitimiert ihren Machterhalt ohne Wahlen aus dem selbst inszenierten Ausnahmezustand heraus.

normalisierung Wer darunter leidet, sind auf palästinensischer Seite die Kinder, Frauen und Männer, die in übergroßer Zahl ein Leben in Frieden, Freiheit und Wohlstand herbeisehnen. Auf israelischer Seite leiden besonders die Menschen im Süden Israels, die seit Jahren unter Raketenbeschuss stehen. Abbas weiß, dass jede Normalisierung der Beziehungen auch den Druck auf ihn selbst erhöht.

Die Zeit der faulen Ausreden ist vorbei. Die EU hat es Abbas und Co. leicht gemacht, ihr falsches Spiel zu spielen. Spätestens jetzt sollte klar sein: Israel taugt nicht mehr als Sündenbock!

Der Autor ist Präsident der Deutsch-Israelischen Gesellschaft (DIG).

Jerusalem

Netanjahu weiterhin skeptisch gegenüber Iran-Deal

Ein Abkommen müsse weit über das Atomprogramm hinausgehen und auch Irans regionale Stellvertreterorganisationen einbeziehen, sagt der Ministerpräsident

 13.02.2026

Tel Aviv

Barak bedauert Kontakte zu Epstein und räumt problematische Formulierungen ein

Er habe im Rückblick »gründlicher urteilen« müssen und bedaure bereits das erste Treffen mit dem Investor im Jahr 2003, sagt der frühere Ministerpräsident

 13.02.2026

Öffentlicher Nahverkehr

Jetzt auch am Schabbat: Busverbindung von Tel Aviv zum Flughafen Ben Gurion

Die Linie 711, die bisher zwischen Tel Aviv und der Stadt Shoham unterwegs ist, wird künftig über den Flughafen geführt

 13.02.2026

Israel

Gesetz: Der 7. Oktober soll nicht »Massaker« heißen

Das Büro von Premierminister Netanjahu ließ das Wort für den Titel des Gedenktages streichen. Überlebende und Angehörige außer sich vor Wut

von Sabine Brandes  12.02.2026

Nahost

Israels digitale Front gegen Teheran

Hunderte Cyberattacken wurden in zwölf Monaten abgewehrt. Behörden sprechen von einer »ausgedehnten iranischen Kampagne«

von Sabine Brandes  12.02.2026

Westjordanland

Bericht: Autonomiebehörde zahlt weiterhin »Märtyrer-Renten«

Eigentlich hatte Mahmoud Abbas das Ende der international verurteilten »Pay for Slay«-Praxis verkündet. Laut einem Bericht von Palestinian Media Watch hat er gelogen

 12.02.2026

Gaza

Sicherheitsstillstand

Die Terrororganisation Hamas macht auch in der zweiten Phase des Waffenruhe-Abkommens klar, dass sie einer Entmilitarisierung nicht zustimmen wird

von Sabine Brandes  12.02.2026

Nachrichten

Botschafter, Kontrolle, Künstliche Intelligenz

Kurzmeldungen aus Israel

von Sabine Brandes  12.02.2026

Meinung

Wiesbaden: Wie man dem Antisemitismus und dem Islamismus eine Bühne bietet

Im Haus der Vereine durfte die Jugendgruppe »Salehin« auftreten. Offiziell ging es um eine »kulturelle religiöse Jugendveranstaltung«. Doch tatsächlich wurde dort Propaganda für das Mullah-Regime gemacht

von Daniel Neumann  12.02.2026