Terror

Kein Ende der Attacken

Rettungskräfte im Einsatz Foto: Flash90

Auch am Wochenende haben sich Attacken auf jüdische Sicherheitskräfte und Zivilpersonen unvermindert fortgesetzt. In der Nähe von Hebron wurden am Sonntagabend drei Angestellte der israelischen Grenzpolizei offenbar absichtlich von einem Palästinenser mit seinem Pkw angefahren. Er stellte sich später den Sicherheitskräften und erklärte, es sei ein Unfall und keine Terrorattacke gewesen.

Die Rettungskräfte erklärten dazu, dass drei junge Menschen blutend auf einer Verkehrsinsel lagen. Einer der Männer habe bei dem Zusammenprall mit dem Auto schwere Verletzungen an Kopf, Armen und Beinen erlitten und wurde ins Hadassah-Krankenhaus gebracht. Die anderen beiden, ein Mann und eine Frau, wurden leicht verletzt.

Kurz zuvor hatten Soldaten einen Anschlag in der Nähe vereitelt als ein Palästinenser mit einem Messer auf sie zugerannt war und versucht hatte, auf sie einzustechen.

Messer-Intifada Am Freitag hatten zwei Angreifer an der Tapuach-Kreuzung im Westjordanland versucht, Soldaten zu attackieren. Ein Soldat wurde getroffen. Da er eine Sicherheitsweste trug, blieben die Hiebe wirkungslos. Eine anwesende Soldatin schoss auf die Palästinenser, tötete einen und verletzte den anderen schwer.

Da der attackierte Soldat unverletzt blieb, kümmerten sich die Sanitäter der Armee zunächst um den verletzten Angreifer. Wie der Sanitäter Mosche Cohen später auf Channel 2 berichtete, hätten sie dem verletzten Angreifer »aus Deutschland importiertes« und extrem teures Blutplasma verabreicht und so sein Leben gerettet. »Wir gaben ihm das Plasma, um seinen Blutverlust auszugleichen. Es sah aus, als würde er seinen letzten Atemzug tun. Doch nach der Plasmainfusion öffnete er seine Augen, wir konnten seinen Puls fühlen, und er atmete gleichmäßig«, erklärt Cohen.

Für ihn sei das eine selbstverständliche Angelegenheit, sagte der 23-Jährige aus Beer Schewa. Er zögere nicht, auch Terroristen die beste medizinische Pflege zukommen zu lassen. »Wer jemand ist, hat keine Bedeutung«, sagte er. »Es war nicht das erste Mal, und es wird nicht das letzte Mal gewesen sein. Es ist unser Job. Und der besteht aus Behandlung und Leben retten.«

Anklagen
Vor dem Militärgericht in Jaffa steht derweil einen Soldat des ultraorthodoxen Battalions Netzah Jehuda. Der Mann soll palästinensische Gefangene in mindestens zwei Fällen geschlagen sowie mit Elektroschocks und medizinischem Gerät misshandelt haben. Einige Tage zuvor waren bereits vier Soldaten wegen ähnlicher Vorfälle angeklagt worden. Der Staatsanwalt erklärte, dass die Soldaten ihre grausige Folter mit einem Smartphone gefilmt hätten und diese Aufnahme nun als Beweismittel gelte.

Ebenfalls am Wochenende übergab Israel die sterblichen Überreste von fünf Terroristen an die Palästinenser. Die Männer hatten vor Kurzem Israelis angegriffen und waren erschossen worden. Vor allem in Hebron waren die Menschen auf die Straßen gegangen und hatten die Herausgabe der Toten gefordert.

Am Samstag waren Hunderte von Palästinensern zum Checkpoint der israelischen Armee gekommen und hatten gemeinsam mit ihren Anführern für die Übergabe protestiert. Als Geste des guten Willens übergab die Regierung in Jerusalem die Särge. Die Beerdigungen und offiziellen Zeremonien der Palästinensischen Autonomiebehörde gerieten jedoch zu einem politischen Spektakel.

Berlin

Merz lehnt Apartheid-Vergleich von Israel entschieden ab

Die EU-Außenbeauftragte Kaja Kallas hat Israel mit einem Apartheid-System verglichen. Merz widerspricht sehr deutlich

 18.06.2026

Washington

US-Vize Vance verbittet sich israelische Kritik an Trump

Aus der israelischen Regierung wird Kritik laut – nicht nur am Rahmenabkommen zwischen den USA und dem Iran, sondern auch an Präsident Trump. Dessen Vize kann mit damit allerdings gar nichts anfangen

 18.06.2026

BDS

Boykottversuch gegen israelische Stadtbahn gescheitert

Eine spanische Gewerkschaft fordert von der Firma CAF, die Arbeiten an den Tel Aviver Wagen einzustellen. Doch die weigert sich standhaft

von Sabine Brandes  18.06.2026

Pride

»Wir verstecken uns nicht mehr«

In Tel Aviv erlebt die LGBTQ+-Szene Akzeptanz und Freiheit. Doch bis dahin war es ein langer Weg

von Sabine Brandes  18.06.2026

Libanon

Bericht: Israel führt »hartnäckige« Verhandlungen mit USA

Während Trump das Rahmenabkommen unterzeichnet, gehen die Kämpfe zwischen Israel und der Hisbollah weiter. Aus israelischen Kreisen heißt es, man werde nicht nicht von der Positionen abrücken, Truppen in der »Pufferzone« südlich des Litani-Flusses zu halten

von Sabine Brandes  18.06.2026

Diplomatie

Israel bricht Beziehungen zu EU-Außenbeauftragter Kallas ab

Außenminister Gideon Sa’ar will mit Kaja Kallas so lange nicht mehr reden, bis sie sich für ihren Vorwurf, Israel praktiziere Apartheid, entschuldigt

von Michael Thaidigsmann  18.06.2026

Essen

»Schakschuka ist der Favorit«

Der deutsch-israelische Koch Tom Franz hat ein Buch über das Frühstück geschrieben. Hier spricht er über geflochtenen Lachs, clevere Vorräte und die Frage, warum er die erste Mahlzeit des Tages auslässt

von Katrin Richter  18.06.2026

Krieg

Hisbollah-Sprengsatz tötet israelischen Soldaten, verletzt sieben weitere

Eigentlich soll das Rahmenabkommen der USA mit dem Iran auch die Front im Südlibanon umfassen. Vorerst setzen die vom Iran unterstützte Hisbollah und Israel ihre Angriffe hier aber fort

 18.06.2026

Jerusalem

Netanjahu unter Druck: Wird der Iran-Krieg zum Bumerang?

Der Ministerpräsident versprach einen Triumph, Kritiker sprechen von einer Niederlage. Wie der Iran-Krieg Israels Verhältnis zu den USA und Trumps Loyalität auf die Probe stellt

von Sara Lemel  18.06.2026